Bekannt durch Ausstellungen und Auftragsarbeiten

Corona inspiriert: Udo Friedrich aus Wehrda zeichnet Aliens und Klopapier

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Vielseitig: Auch Keramik-Kreaturen gehören zu Udo Friedrichs umfangreichem Repertoire.

Mit Ausstellungen und Auftragsarbeiten hat sich Kunstlehrer Udo Friedrich einen Namen gemacht. Jetzt hat ihn das Coronavirus zu einer großformatigen Bleistiftzeichnung inspiriert.

Wer Udo Friedrich zu Hause in Wehrda besucht, merkt gleich: Hier lebt ein Künstler. Überall im Haus hängen selbst gestaltete Bilder, im Garten ziehen Figuren aus Keramik und andere Werke die Blicke auf sich.

In den vergangenen Jahren hat sich der 69-jährige Wahl-Wehrdaer durchaus einen Namen gemacht – als Lehrer, mit diversen Ausstellungen und Auftragsarbeiten. Die Ideen für seine künstlerischen Arbeiten entstehen meist spontan. Inspiration findet er oft in der Natur – die Elstern im Garten sind ebenso auf Leinwand festgehalten wie der blühende Rhododendron – beziehungsweise in seiner Umgebung. „Nichts ist fantastischer als die Wirklichkeit“, sagt Friedrich.

So überrascht es nicht, dass er nun auch das Coronavirus als Thema entdeckt hat. Eine Zeichnung der Brüder Grimm mit Mund-Nasen-Schutz sei vor Kurzem vom Hanauer Anzeiger gedruckt worden. Erheiterung und Aufmerksamkeit erzeugen soll auch eine großformatige Bleistiftzeichnung, die Aliens vom Planeten Corona zeigt, die sich über Berge von Toilettenpapier auf der Erde amüsieren. „Viele Menschen sind derzeit verunsichert, verängstigt oder frustriert“, meint Friedrich. Die Aliens könnten aber ebenso ein Augenzwinkern in Richtung aller Verschwörungstheoretiker sein, die wilde Theorien zum Ursprung des Virus verbreiten.

Corona und das Toilettenpapier: Die Hamsterkäufe zu Beginn der Pandemie und die Verschwörungstheorien haben Udo Friedrich zu dieser Bleistiftzeichnung inspiriert. „Die Aliens vom Planeten Corona amüsieren sich mit Blick auf die Erde köstlich über Berge von Toilettenpapier“, schreibt er dazu. 

So wenig festgelegt er bei seinen Motiven und Figuren ist, so vielseitig kommen bei Friedrich auch die Materialien zum Einsatz. Airbrush-Werke hängen neben Aquarellen, mitunter wird auch Keramik in die Bilder integriert.

Großen Wert legt der 69-Jährige aber immer und seit jeher auf die Technik. „Ein Pinsel wird nicht wie ein Bleistift gehalten“, verdeutlicht er, zudem sei Pinsel nicht gleich Pinsel. Feine Waschbärhaare etwa werden mit einem anderen Pinsel gemalt als Grashalme.

In seinem Keller-Atelier bietet Udo Friedrich regelmäßig Workshops für Kleingruppen an – zurzeit ist das wegen des Coronavirus allerdings nicht möglich. Ob neben aller Technik nicht auch Talent vonnöten sei? „Viel wichtiger sind Interesse und Spaß an der Arbeit“, meint der Kunstpädagoge dazu. „Und die Qualität der verwendeten Produkte muss stimmen.“

Wie viele eigene Werke er zu Hause hat, kann der 69-Jährige kaum sagen. „Ich denke, es sind 200 bis 300“, schätzt er. Einige Leihgaben, Bilder mit Haunetal-Motiven, hängen im Bürgerhaus, und auch in Kalendern und auf den Glückwünschkarten für Jubilare im Dorf finden sich seine Werke. Und weil der 69-Jährige auch Überbleibsel schlecht wegwerfen kann, entstehen aus den Tonresten seiner Keramiken noch kleine Glücksmäuse. (nm)

Zur Person:

Udo Friedrich (69) kommt aus Hanau und hat an der Goethe-Universität in Frankfurt Kunsterziehung und Geschichte studiert. Nach dem Referendariat an der Gesamtschule Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis) legte er einen kurzen Zwischenstopp in der Dekorationsabteilung bei Hertie in Hanau ein. Von 1979 bis 2008 war er schließlich als Lehrer und Erzieher an der Hermann-Lietz-Schule Schloss Hohenwehrda tätig. Mit dem Eintritt in die Altersteilzeit und mehr Freizeit begann er eine Airbrush-Ausbildung. Zeitweise war er nochmal als Lehrer an der Lichtberg-Schule in Eiterfeld im Einsatz. Udo Friedrich ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn.

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