1. Hersfelder Zeitung
  2. Lokales
  3. Hauneck-Haunetal
  4. Haunetal

Chip- und Kastrationspflicht für Katzen in Haunetal

Erstellt:

Von: Nadine Meier-Maaz

Kommentare

Freigänger-Katzen müssen kastriert werden. Unser Bild zeigt eine getigerte Katze.
Freigänger-Katzen müssen kastriert werden. Eine entsprechende Regelung hat jetzt auch die Marktgemeinde Haunetal eingeführt. © Bea Ricken

Die Marktgemeinde Haunetal verpflichtet Katzenhalter, ihre frei laufenden Tiere mit einem Chip oder einer Tätowierung markieren und von einem Tierarzt kastrieren zu lassen.

Haunetal – Damit packt Haunetal an, was andere Kommunen bislang vermeiden. Die Regeln stehen kurz und klar im Paragraph 3a der „Gefahrenabwehrverordnung“, die Anfang Dezember von der Gemeindevertretung verabschiedet wurde – wir berichteten.

Der Tierschutzverein Hünfeld unternimmt seit Jahren Anläufe, die Kommunen dazu zu bewegen, eine solche Regelung auf den Weg zu bringen – bislang ohne Erfolg. Die Tierschutzvereine im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben sich ebenfalls erst kürzlich wieder dafür ausgesprochen. Die Tierschützer argumentieren, dass sich nur so die enorme Vermehrung frei lebender Katzen verhindern lasse. Diese führe zu großem Elend unter den Tieren. Zudem beklagen Vogelschützer, dass die große Zahl streunender Tiere zahllose Vögel gerade in der Brutzeit das Leben koste.

Auch im Rathaus in Neukirchen verweist man darauf, bei der Erstellung dieser Satzung das Ziel verfolgt zu haben, eine Rechtsgrundlage für die Verringerung und Vermeidung von Tierleiden durch unkontrollierte Vermehrung von streunenden Katzen zu schaffen.

„Da eine Katze etwa zwei Mal im Jahr Nachwuchs bekommen kann, ist eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen, die den Katzenhaltern mit der gemeindlichen Gefahrenabwehrverordnung zukünftig auferlegt wird, ein sinnvolles Mittel, um eine Überpopulation von streunenden Katzen vermeiden und somit das dadurch entstehende Tierleiden zu verringern“, erklärt Haunetals Ordnungsamts-Mitarbeiterin Annika Siebert.

Zudem wolle die Marktgemeinde mit der Verordnung einen Schritt auf die Tierschutzvereine und den Tierschutzbund zugehen, der eine Einführung einer flächendeckenden Kastrations- und Kennzeichnungspflicht vorschlage. Bereits in der Vergangenheit habe der Hersfelder Tierschutzverein im Auftrag der Gemeinde Haunetal streunende Katzen in einem gemeindlichen Ortsteil kastriert und somit eine unkontrollierte Vermehrung verhindert.

Die durch die Gefahrenabwehrverordnung eingeführte Kastrationspflicht von „Freigänger-Katzen“ solle das Vorbereiten und Durchführen solcher Kastrationsaktionen vereinfachen.

Des Weiteren schließe sich auch die Marktgemeinde Haunetal der Forderung des Hersfelder Tierschutzvereines nach höheren Beiträgen an: Die Marktgemeinde erhöhe ihren Kostenbeitrag wie andere Kommunen auf einen Euro pro Einwohner im Jahr. Dies wird derzeit in einem neuen Vertrag niedergeschrieben.

Siebert verweist auch darauf, dass mit der Verordnung zusätzliche Belastungen auf die Verwaltung zukommen. Es sei klar, dass die Marktgemeinde aufgrund ihrer bescheidenen personellen Aufstellung diese nun auferlegten Verpflichtungen nicht vollumfänglich kontrollieren könne. „Die Gefahrenabwehrverordnung bietet uns jedoch eine Rechtsgrundlage, um in Einzelfällen handeln zu können“, betont sie.   (zi/nm)

Gefahrenabwehrverordnung: Paragraf 3a

- Katzenhalter/innen, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, haben diese zuvor von einem Tierarzt kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Dies gilt nicht für weniger als fünf Monate alte Katzen.

- Die so tätowierten oder gekennzeichneten Katzen sind in einer geeigneten Datenbank zu registrieren.

- Als Katzenhalter/in im vorstehenden Sinne gilt auch, wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt.

- Auf Antrag können im Einzelfall Ausnahmen von den Bestimmungen dieser Verordnung zugelassen werden, wenn die Interessen der Katzenhalter/innen, die durch die Bestimmungen geschützten öffentlichen und privaten Interessen nicht nur geringfügig überwiegen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn ein berechtigtes Interesse der Katzenhalter/innen an der Fortpflanzung ihrer/seiner Katze besteht und außerdem eine Kontrolle und Versorgung der Katzenjungen glaubhaft dargelegt wird. (nm)

Auch interessant

Kommentare