Auf dem Stoppelsberg nach 1981 viel erreicht

Bürgerinitiative Burgruine Hauneck steht vor dem Aus

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Trübe Aussicht: 36 Jahre nach der Gründung steht die Bürgerinitiative Burgruine Hauneck kurz vor der Auflösung. Der 2. Vorsitzende Wilfried Möller ist mit 76 Jahren nicht der Älteste.

Oberstoppel. In dichtem Nebel liegt die Burgruine Hauneck da, und genauso trüb sind offenbar die Aussichten, was den Fortbestand der 1981 gegründeten Bürgerinitiative Burgruine Hauneck betrifft. Waren es zu Hochzeiten einmal 50 Mitglieder, sind es aktuell nur noch rund 15 – und sie alle sind bereits im fortgeschrittenen Alter, wie es der 2. Vorsitzende Wilfried Möller ausdrückt, der mit 76 Jahren nicht der Älteste ist.

Nachfolger seien leider nicht in Sicht. Ein großer Verlust war auch der Tod des langjährigen und verdienten 1. Vorsitzenden Victor Sabo vor gut einem Jahr.

Die BI hat somit die gleichen Probleme wie andere Vereine auch. Dabei haben die Mitglieder vor allem in den ersten Jahren des Bestehens so einiges geleistet.

Gegründet wurde die BI im September vor 36 Jahren, nachdem die Burgruine einen Monat zuvor wegen Einsturzgefahr vom Staatsbauamt Bad Hersfeld geschlossen worden war. Ziel war es, die Anlage zu retten und zu erhalten, sprich: sie der Öffentlichkeit weiter zugänglich zu machen. Silbergraue Aufkleber mit einem entsprechenden Slogan sorgten für das erste Startkapital, wie Möller schmunzelnd berichtet.

In einem dicken Ordner inklusive Zeitungsausschnitten, Mitgliederlisten und anderen Dokumenten ist die Geschichte der BI nachzuverfolgen. Spenden vom Land, der Gemeinde, von Betrieben und Privatpersonen sicherten den Fortbestand der Burgruine.

Bis 1987 erfolgten aufwendige Restaurierungen und Ausgrabungen – ausgeführt von Fachfirmen, doch die Mitglieder der Initiative halfen und packten mit an, wo es ging – bei Erdarbeiten oder der Grünpflege zum Beispiel. Geländer wurden installiert, irgendwann Unterstände gebaut, und auch dass die Ruine heute über Strom und Wasser verfügt, sei der BI zu verdanken. „Das war eine der wichtigsten Errungenschaften“, meint Möller. Die Infotafeln mit Wissenswertem zum geschichtlichen Hintergrund gehen ebenfalls auf die Ruinenfreunde zurück.

Ob Theateraufführungen oder Lesungen: Einige Veranstaltungen fanden und finden auf dem Stoppelsberg statt. Auch als Kulisse für Hochzeitsfotos diente die Burgruine schon, wie der 2. Vorsitzende erzählt.

Bei der Mitgliederversammlung am heutigen Montagabend will man nun noch einmal versuchen einen neuen Vorstand samt Vorsitzendem, stellvertretendem Vorsitzenden, Kassenwart und Schriftführer zu wählen.

Wenn das nicht gelinge, sagt Möller, stünden die Mitglieder vor der Entscheidung, entweder die Auflösung zu beschließen oder selbige zu vertagen und stattdessen noch einmal nach potenziellen Nachfolgern zu suchen.

Ein bisschen Wehmut sei schon dabei, gibt Möller zu, „aber wir müssen der Realität ins Auge sehen“. Ob es für die Bürgerinitiative weitergeht? „Wir werden es sehen“, sagt der 2. Vorsitzende. Zuversicht sieht anders aus. (nm)

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