Einst ein Zwergenaufstand

Bürgerinitiative Burgruine Hauneck löst sich nach 37 Jahren auf 

Neue Bänke und ein zusätzliches Geländer: Die letzten Projekte der Bürgerinitiative Burgruine Hauneck besichtigten deren Mitglieder sowie Vertreter des Ortsbeirates am Wochenende. Links im Bild der 1. Vorsitzende Fritz Krauser. Fotos: Nadine Maaz

Oberstoppel. Was einst als „Zwergenaufstand“ begann, hat sich inzwischen überholt: 37 Jahre nach der Gründung löst sich die Bürgerinitiative Burgruine Hauneck auf.

15 Mitglieder hatte die BI zuletzt noch, 64 waren es bei der Gründung gewesen. Schon im Herbst vergangenen Jahres hatte die Auflösung mangels Nachwuchs gedroht, mit Fritz Krauser als 1. Vorsitzendem und Hein-Peter Möller als 2. Vorsitzendem hatte sich dann aber doch noch einmal ein neuer Vorstand gefunden (wir berichteten).

„Wir wollten das Ganze nicht sang- und klanglos zu Ende gehen lassen“, sagt Fritz Krauser, der bei der letzten Zusammenkunft am Wochenende noch einmal auf die Anfänge und manche Entdeckung zurückblickte. Den 2016 verstorbenen Victor Sabo, der viele Jahre den Vorsitz der BI innehatte, bezeichnete Krauser als „Motor“ des ehrenamtlichen Zusammenschlusses. Sein Dank galt aber ausdrücklich allen, die sich in den vergangenen Jahren rund um die Burgruine engagiert haben.

Etwa 8000 Euro hat die BI in diesem Jahr noch einmal in neue Bänke und ein Geländer an der Nord-Ost-Seite gesteckt. Die alten Bänke entlang der Mauer waren in die Jahre gekommen, sie sind durch massive Sitzgelegenheiten aus Eiche-Natur ersetzt worden. Mit den Arbeiten war die Wehrdaer Firma Stuckardt beauftragt worden, die auch Vandalismusschäden an den Unterständen beseitigte. Das neue Geländer soll vor allem Kinder schützen, die laut Krauser gerade im Sommer des Öfteren auf der Mauer herumturnen, denn dahinter gehe es bis zu sechs Meter hinab.

Am Wegesrand im Wald sollen im Frühjahr außerdem noch drei wetterfeste Holzbänke aufgestellt werden, um Spaziergängern und Wanderern, die die Ruine besuchen wollen, eine Rastmöglichkeit zu bieten. „Früher sind auch wir noch hochgerannt, dann ging es etwas langsamer und heute sind wir froh über eine Pause“, so Krauser lachend.

Die Bänke sind gleichzeitig eine Erinnerung an das Wirken der BI, denn sie sind mit der Inschrift „Bürgerinitiative Burgruine Hauneck 1981-2018“ versehen. Etwa 1000 Euro verbliebenes Restgeld werden dem Heimat- und Verkehrsverein übertragen.

Die Bürgerinitiative hatte sich am 29. Oktober 1981 gegründet, nachdem die Burgruine gut drei Monate zuvor wegen Einsturzgefahr vom Staatsbauamt Bad Hersfeld geschlossen worden war. Ziel war es, die Anlage zu retten beziehungsweise zu erhalten, und sie der Öffentlichkeit weiter zugänglich zu machen.

Über eine halbe Million Euro sei schließlich in die Sanierung investiert worden, im Mai 1982 wurde die Wiedereröffnung gefeiert. „Der Zwergenaufstand der Bürger hatte sich gelohnt“, so Krauser, der sowohl die Einladung zur Gründungsversammlung als auch die Teilnehmerliste zum letzten Treffen mitgebracht hatte. Einige Akten und den Schlüssel will er am Jahresende an die Gemeinde übergeben. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten damals auch die Bürgermeister der umliegenden Kommunen Hauneck, Burghaun und Bad Hersfeld, wobei die Kreisstadt zudem mehrere tausend Euro für den Erhalt des Sinnbilds der Region gab.

Einen Wunsch für die Zukunft haben Krauser und Co. noch: Dass die aktuell hinter Bäumen versteckte Burgruine wieder freigeschnitten und von Weitem gesehen wird. Der begonnene Dialog mit dem Land soll deshalb fortgesetzt werden. (nm) 

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