Auf Umweg zur Berufung

Nelli Michels ist die neue Pfarrerin für Wehrda-Rhina

Die 32-jährige Nelli Michels ist die neue Pfarrerin in Wehrda-Rhina.
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Gut angekommen: Die 32-jährige Nelli Michels ist die neue Pfarrerin in Wehrda-Rhina. In dieser Woche steht der Umzug ins Pfarrhaus an.

Dass die vakante Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde Wehrda-Rhina schon ab November wieder besetzt ist, ist nicht nur für die Gemeindeglieder ein echter Glücksfall. Auch Nelli Michels freut sich schon auf ihre neue Stelle, wie sie trotz Umzugsstress bestens gelaunt erzählt.

Wehrda – Dabei ist die 32-Jährige, die in Kassel aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, erst über einen Umweg zu ihrem Beruf gekommen, den sie heute durchaus als Berufung bezeichnet. Denn vor dem Theologiestudium in Marburg und dem Vikariat in Lohfelden hat sie Soziologie und Psychologie studiert. „Ich wollte immer etwas mit Menschen machen“, erklärt Michels. „Mich hat interessiert, wie die Menschen und die Gesellschaft funktionieren.“

Zwar hätten sie auch Glaube und Religion schon immer bewegt, der Respekt vor dem langen schwierigen Theologiestudium und die große Achtung vor dem Pfarrerberuf hätten sie allerdings zunächst zweifeln lassen. Drei Sprachen musste sie für das Studium nachholen, doch dass immer alles ohne Probleme geklappt habe, sei für sie ein Zeichen, dass die Entscheidung richtig war.

So richtig begeistert und bewegt habe sie vor allem der Pfarrer im Konfirmationsunterricht, „der mir die Fragen beantworten konnte, die meine Eltern nicht beantworten konnten, und mit dem ich heute noch befreundet bin.“ Freiwillig habe sie damals am Nachmittag gelernt. „Das hat mich mehr interessiert, als das, was wir in der Schule gelernt haben“, sagt Michels und lacht. So habe sie auch begonnen, aktiv in der Kirchengemeinde mitzuarbeiten, und mit 19 Jahren war sie schließlich die damals jüngste Lektorin der Landeskirche.

Dienstbeginn ist am 1. November

Offizieller Dienstbeginn in Wehrda-Rhina ist nach fünf Wochen Vorbereitung auf die erste Amtszeit und der Ordination vergangenen Sonntag am 1. November. Wobei nach dem Umzug in dieser Woche erst noch eine Fortbildung für die ebenfalls zur Stelle gehörende Klinikseelsorge in Fulda ansteht. Aber danach möchte Michels voll und ganz für ihre Gemeinde da sein, richtig ankommen und die Menschen kennenlernen. Das Pfarrhaus direkt neben der Wehrdaer Kirche bezieht Michels mit ihrem Mann, der als Kirchenhistoriker an der Uni Mainz beschäftigt ist. Und auch wenn Gott und Theologie eine entsprechend große Rolle in ihrem Leben spielen, sie teilen natürlich auch andere Interessen, wie die neue Pfarrerin verrät. „Wir essen und reisen gerne, lernen andere Länder und Kulturen kennen und sind Fans klassischer Musik.“ In Marburg hat Michels lange im Kino gearbeitet.

Als sie nun auf die Probedienststelle in Haunetal aufmerksam geworden sei, habe sie nach einer kurzen Google-Recherche gleich gespürt: „Das passt!“ Denn Wehrda-Rhina habe alles erfüllt, was sie sich gewünscht habe. Ganz bewusst habe sie etwa einen kleinen, ruhigen Ort bevorzugt. „Als ich dann das erste Mal ins Dorf reingefahren bin, habe ich mich gleich zu Hause gefühlt. Alle haben mich bis jetzt sehr offen und freundlich empfangen“, berichtet Michels von ihren ersten Begegnungen mit dem Kirchenvorstand und den Nachbarn, die nicht lange auf sich warten ließen. Mit dem Kollegen Thomas Funk sei sie bereits im Gespräch über die Weihnachtsgottesdienste.

Neben Wehrda und Rhina gehören Wetzlos und Schletzenrod zu Michels Zuständigkeitsbereich. Kennenlernen können die Gemeindeglieder ihre neue Pfarrerin bei den Begrüßungsgottesdiensten am 1. Advent, 29. November. Eigene Ideen möchte sie künftig gern einbringen, „aber nicht alles ändern“. (Nadine Maaz)

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