Anne-Sophie Stuckardt verbringt ein Jahr im Ausland

Aus Wehrda im Haunetal nach Kobe in Japan

Ende August geht es los: Anne-Sophie Stuckardt aus Wehrda wird ein Jahr lang in Japan arbeiten und leben – ein Traum, den sie am liebsten schon früher verwirklicht hätte.

Haunetal. Die 25-jährige Anne-Sophie Stuckardt aus dem kleinen Dorf Haunetal geht für ein Jahre in die japanische Millionenstadt Kobe. Sie wird dort in einem Seniorenheim arbeiten. 

So langsam heißt es Abschied nehmen, doch Anne-Sophie Stuckardt geht mit einem lachenden Auge, wie es so schön heißt: Die 25-jährige Haunetalerin wird ein Jahr lang in Japan leben und arbeiten – ein Traum, den sie am liebsten schon vor einigen Jahren verwirklicht hätte.

In Kobe, einer Großstadt im Süden des ostasiatischen Landes, wird Stuckardt in einem Seniorenheim mit Schwerpunkt Demenz im „Day-Care-Service“ arbeiten. „Das bedeutet in erster Linie, Zeit mit den Menschen zu verbringen“, erklärt die junge Frau, die sich mit einem Praktikum auf ihre Aufgabe vorbereitet hat. Wobei nicht viele Menschen in Japan an Demenz erkranken würden. Denn dank ihrer Ernährungsweise und viel Bewegung blieben Japaner in der Regel bis ins hohe Alter fit.

Organisiert und vermittelt hat den Aufenthalt der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD), eine der ältesten und größten Organisationen Deutschlands für internationalen Jugendaustausch und Freiwilligenarbeit. Der IJFD übernimmt auch die Kosten für die Unterkunft und die Verpflegung, zudem gibt es ein monatliches Taschengeld. „Japan ist ein teures Land“, weiß Stuckardt. An der Universität Bonn hat sie Asienwissenschaften und Japanisch studiert und hat so bereits viel über die Menschen, das Land und die Kultur gelernt. „Jetzt aber habe ich die Möglichkeit, das Land hautnah selbst zu erleben“, betont sie. Große Unterschiede im Vergleich mit Deutschland gebe es beispielsweise in der Kommunikation oder im Umgang miteinander, der weniger direkt sei.

Fasziniert habe sie ihr Ziel schon lange. „Ich habe mich schon früh für Japan interessiert“, erzählt die 25-Jährige. Mit gerade mal zehn Jahren habe sie die erste Dokumentation gesehen und sei von den Gebäuden, der Architektur und den Schriftzeichen begeistert gewesen. „Das war sozusagen der erste Kontakt, danach wollte ich mehr erfahren.“ Gerne wäre sie auch schon als Schülerin für ein Jahr nach Japan gegangen, doch ihre Eltern rieten damals ab, weil sie dann eine Klasse hätte wiederholen müssen. Stattdessen nahm die Familie 2011 eine japanische Austauschschülerin in Wehrda auf. Und als sie nach dem Abitur 2012 ein erstes Bewerbungsverfahren beim IJFD eigentlich erfolgreich absolviert hatte, fielen viele Einsatzstellen als Folge der Fukushima-Katastrophe weg.

Dass es sie nun ausgerechnet in die Kansai-Region verschlägt, freut die 25-Jährige ganz besonders. „Kobe und Osaka sind sehr modern und international und in Kyoto gibt es viele alte Tempel.“ Erst Mitte Juni kam übrigens die Zusage, am 26. August fliegt Stuckardt elf Stunden nonstop von Frankfurt nach Osaka, am 1. September beginnt der Dienst. Allzu viel Gepäck mitnehmen will sie nicht. „Ich nehme lieber mehr mit zurück“, erklärt sie schmunzelnd. So habe sie es bisher auch gemacht. Nach dem Abitur am Obersberg in Bad Hersfeld war sie jeweils ein Jahr als Au-Pair in Spanien und England. Angst vor Heimweh hat Stuckardt deshalb nicht, auch wenn Japan doch etwas weiter weg ist als Spanien und England.

In Zukunft würde die junge Frau gerne international arbeiten. „Mein Traumjob ist Botschafterin, nicht unbedingt in der Politik, gerne im Bereich Sport oder Wirtschaft.“ Der Aufenthalt im entfernten Japan sollte sie diesem Wunsch noch näher bringen.

Hintergrund

Kobe mit rund 1,5 Millionen Einwohnern ist eine Großstadt in Japan – der Inselnation im Pazifik – auf der Insel Honshu. Die moderne und internationale Stadt hat einen der größten Seehäfen Japans und bildet mit Osaka und Kyoto sowie weiteren kleineren Städten das Herz der sogenannten Kansai-Gegend. Kobe gliedert sich in neun Stadtbezirke. Das subtropische Klima mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit macht Besuchern aus dem Ausland gerade im Sommer zu schaffen, heißt es. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt aber bei „nur“ 16 Grad Celsius. Aus der Region rund um Kobe kommt übrigens auch das gleichnamige Kobe-Rindfleisch, das als teuerstes Rindfleisch der Welt gilt.

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