Die ersten kleinen Klos im weiten Umkreis

Als die evangelische Krippe in Neukirchen vor zehn Jahren eröffnet wurde, war sie Vorreiter

Zehn Jahre Kirchenmäuse: Darüber freuen sich (hinten von links) Erzieherin Denise Langer, die ehemalige Leiterin in Elternzeit, Petra Herbst, Pfarrerin Ann-Cathrin Fiß, Pfarrer Thomas Funk und die aktuelle Leiterin Silvia Becker gemeinsam mit den Kindern. Fotos: Maaz

Neukirchen. Vor zehn Jahren war die evangelische Kinderkrippe „Kirchenmäuse“ in Neukirchen eine der ersten Krippen im Landkreis. Am 1. August 2008 wurde die Einrichtung im Gemeinde- beziehungsweise Dietrich-Bonhoeffer-Haus am Kirchberg eröffnet.

Die winzigen Toiletten waren damals noch etwas besonderes und zogen fortan zahlreiche interessierte Blicke auf sich, wie Pfarrer Thomas Funk sich heute schmunzelnd erinnert.

Mit Fördermitteln des Landes und des Kreises war für die Kinderkrippe eigens das Obergeschoss umgebaut worden – inklusive Sanitärbereich.

Hervorgegangen war die Krippe aus den sogenannten Spielstunden, die es bereits seit Anfang der 70er-Jahre an mehreren Orten in Haunetal gab und in denen an zwei Vormittagen in der Woche Jungen und Mädchen im Vorkindergartenalter betreut wurden. „Über viele Jahre war das ein gutes und ausreichendes Angebot“, sagt Funk. Doch da in immer mehr Familien Vater und Mutter berufstätig seien, hätte sich Nachfrage und damit auch das Angebot geändert. Die Betreuung wurde professionalisiert und Erzieherinnen angestellt.

„Damals waren wir Vorreiter“, sagt Pfarrer Funk. „Wir hatten die kleinsten Klos in einem weiten Radius.“ Heute komme eigentlich keine Kommune mehr ohne Krippe aus. 80 Prozent der nicht durch Elternbeiträge und Fördermittel gedeckten Kosten trägt laut Funk die Kommune, den Rest übernehmen die Kirchengemeinden.

29 Kinder zum Start

29 Kinder wurden anfangs betreut, da sich die Eltern die 15 vorhandenen Plätze teilten. Heute gilt die Betriebserlaubnis für zwölf Plätze, die allesamt genutzt werden, wie Leiterin Silvia Becker berichtet. „Wir sind maximal ausgelastet.“ Acht Mädchen und vier Jungen aus verschiedenen Haunetaler Ortsteilen besuchen aktuell die Krippe. Betreut werden dort Kleinkinder zwischen 22 Monaten und dreieinhalb Jahren in einer Gruppe – von 7 bis 12.45 Uhr. Für eine Betreuung auch am Nachmittag müssten die Rahmenbedingungen entsprechend geändert und angepasst werden, zudem sei die Nachfrage zurzeit nicht besonders groß, so Funk.

Trotz ihrer konfessionellen Ausrichtung ist die Krippe offen für alle, betont der Pfarrer – wie jede kommunale Kita auch. „Gemeindeglieder werden bei uns auch nicht bevorzugt behandelt“, stellt er klar.

2009 wurde im Gruppenraum eine Spiel- und Bewegungslandschaft installiert, und nach und nach nahm auch das naturnah gestaltete Außengelände samt Rutsche, Schaukel, Sandkasten und Sonnensegel Form an. Vieles konnte dank Spenden und der Hilfe von Eltern realisiert werden, freuen sich Becker und ihre Vorgängerin Petra Herbst, die momentan in Elternzeit ist. Ebenfalls ganz neu ist das Hochbeet.

Neben natürlich vorhandenen Freispielphasen ist sowohl dem Träger als auch den Erzieherinnen ein klar strukturierter Tagesablauf mit festen Ritualen, wie dem gemeinsamen Frühstück samt Gebet wichtig. Den Stuhlkreis begleitet Pfarrer Funk oft mit der Gitarre.

Feier am 27. Mai mit Gottesdienst und mehr

Gefeiert wird der zehnte Geburtstag der evangelischen Krippe „Kirchenmäuse“ am Sonntag, 27. Mai. Los geht es um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Neukirchen zum Thema „Geborgen in Gottes Hand“, den Pfarrer Thomas Funk und Pfarrerin Ann-Cathrin Fiß gemeinsam mit der Kirchenband gestalten. Anschließend wird ein buntes Programm rund um die Kirche beziehungsweise das Gemeindehaus geboten mit Spielzelt, Rollenrutsche, Riesenseifenblasen und Zauberer. Für Speisen und Getränke wird gesorgt – statt der üblichen Bratwurst gibt es eine frische Pilzpfanne, Gulaschsuppe, Wiener Würstchen sowie Kaffee und Kuchen. Für 14.30 Uhr ist ein gemeinsamer Abschlusssegen geplant, außerdem wird ein Gruppenfoto per Drohne gemacht. Eingeladen sind alle ehemaligen, aktuellen und zukünftigen Kinder und Familien. 

Von Nadine Maaz

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