Transporte durch Bodes sind tabu

PNE AG informiert über Windkraftpläne bei Bodes und Odensachsen

Infoveranstaltung in der Scheune: Die PNE AG plant am Rande der Gemarkungen Bodes und Odensachsen den Bau von zwei Windenergieanlagen. Links im Bild die PNE-Vertreter Daniel Hühmer (links) und René Gojny.
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Infoveranstaltung in der Scheune: Die PNE AG plant am Rande der Gemarkungen Bodes und Odensachsen den Bau von zwei Windenergieanlagen. Links im Bild die PNE-Vertreter Daniel Hühmer (links) und René Gojny.

Der Cuxhavener Wind- und Sonnenenergieanlagen-Projektierer PNE will am Rande der Gemarkungen Bodes und Odensachsen je eine 250 Meter hohe Windkraftanlage errichten.

Bodes – Sachlich, zugewandt und in freundlicher Atmosphäre, in Sachen Ortsstraßenbenutzung allerdings auch mit klarer Ansage des Bürgermeisters, verlief die knapp zweistündige Informationsveranstaltung des Cuxhavener Wind- und Sonnenenergieanlagen-Projektierers PNE. Der will am Rande der Gemarkungen Bodes und Odensachsen an den Rändern des Windvorranggebiets HEF 48 je eine 250 Meter hohe Windkraftanlage errichten.

Wie Daniel Hühmer, der für das Projekt zuständige Akquisiteur und Koordinator für Kabeltrassen und Zuwegungen, erläuterte, sind bereits vor drei Monaten Genehmigungsanträge mitsamt Unterlagen und Gutachten zu Auswirkungen auf Mensch und Natur beim Regierungspräsidium Kassel in Bad Hersfeld eingereicht worden. Danach ist der Bau von „hochmodernen“ Anlagen des Typs Siemens Gamesa 170 mit einer Nennleistung von jeweils 6,2 Megawatt geplant. Die Nabenhöhe der Anlagen soll 165 Meter betragen, der Rotordurchmesser 170 Meter, und der Abstand der Anlagen zur nächsten Wohnbebauung soll sich, so Hühmer, wie gesetzlich vorgeschrieben auf mehr als 1000 Meter belaufen – sowohl in Bodes als auch in Odensachsen.

Blick auf die Karte: Auch für die genauen Standorte der Anlagen interessierten sich die Zuhörer.

Bei einer prognostizierten Windgeschwindigkeit von 6,7 Metern pro Sekunde („Das ist für Nordhessen ganz ordentlich“) sei von einem Stromertrag von 33 Millionen Kilowattstunden pro Jahr auszugehen. Damit könne man gut 8000 Durchschnittshaushalte mit jeweils 4000 kWh versorgen, sagte Hühmer.

Nicht so einfach auf dem Tisch lag in der Nuhn’schen Scheune die Antwort auf die Frage, wo und wie die Anlagen angeliefert werden sollen, über welche Wege also die Baumaterialien und die eigentlichen Anlagen an Ort und Stelle gebracht werden sollen. Der Vorschlag von PNE lief darauf hinaus, dass alle Transportfahrzeuge von der B 27 abfahren, und dass Betonfahrzeuge die Erschließung über das Abendfeld und die Bodeser Bergstraße nutzen. Dem stellte sich Bürgermeister Harald Preßmann ganz klar entgegen: „Mit diesem Vorschlag werden wir uns auf keinen Fall einverstanden erklären. Ortsdurchfahrten durch Bodes sind für uns ein absolutes Tabu.“ Damit dürfte es im Genehmigungsfall darauf hinauslaufen, dass für die erforderlichen Transportfahrten Feldwege ertüchtigt, Betonplatten verlegt und nach Beendigung der Baumaßnahme wieder abgeräumt werden. Insoweit sicherten Daniel Hühmer und Projektleiter René Gojny zu, dass der Zustand der Wege sowohl vor der Anlieferung als auch nach Ende der Arbeiten dokumentiert werde, dass Schäden beseitigt werden und nach Ablauf der Betriebslaufzeit ein Rückbau erfolgt.

Mit Blick auf den „Abtransport“ des Stroms verwiesen die PNE-Vertreter darauf, dass der Netzanschluss entweder beim etwa acht Kilometer entfernten Umspannwerk Arzell erfolgen oder aber so gestaltet werden könne, dass von einem eigenen Umspannwerk aus eine Kabeltrasse zur 110-kV-Avacon-Freileitung verlegt werde. Wenn alles zügig verlaufe, werde ab März 2023 gebaut und in rund drei Jahren Strom erzeugt.

Alles in allem wurde die Vorstellung der Pläne verhalten positiv aufgenommen. Besonders eindrücklich war ein Vergleich von Dr. Manfred Labrenz aus Unterhaun: „Bezogen auf den jetzigen Energiemix spart eine Windkraftanlage bei der Herstellung der gleichen Menge Strom rund 7000 Tonnen CO2 ein.“

Verein soll gegründet werden

Das Besondere an den beiden PNE-Anlagen ist, dass die betroffenen Bürger von Bau und Betrieb profitieren sollen. Grundeigentümer und Bürger sollen einen gemeinnützigen Verein gründen, der mit Erträgen aus den Windkraftanlagen und zugesicherten Spenden der PNE (100 000 Euro pro Anlage) und der Grundeigentümer (50 000 Euro pro Anlage) „Projekte der örtlichen Gemeinschaft“ unterstützt. Darüber hinaus sollen aus dem Stromertrag pro Jahr 0,2 Cent pro kWh und damit prognostiziert rund 33000 Euro an die Gemeinden Hauneck und Haunetal gehen, was auf ungeteilte Zustimmung stieß.

Als möglicherweise „wunder Punkt“ stellte sich in der Fragerunde indes das Thema Schallemissionen heraus. Maßgeblich ist der höchstzulässige Nachtwert von 40 dBA, der bei Inbetriebnahme der beiden neuen Anlagen – ausgehend von einem Bestandswert von 37,7 dBA – knapp unterschritten würde. Insoweit sei aber auch zu berücksichtigen, dass es für den neuen Siemens-Anlagentyp noch keine Standard-Werte gebe, erklärte Gutachter Maximilian Lerch von der Firma Pavana. Im Übrigen könne eine Überschreitung der prognostizierten Werte jederzeit gegenüber der Genehmigungsbehörde geltend gemacht werden. (Wilfried Apel)

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