Vogelschutzbeauftrager schlägt Alarm

Toter Rotmilan lag unter Windrad-Rotoren in Hauneck

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Auf dem Hauberg bei Fischbach: Der tote Rotmilan.

Spaziergänger haben einen toten Rotmilan in den Nähe von Windrädern auf dem Hauberg beim Ortsteil Fischbach in Hauneck entdeckt. Vogelschützer sind alarmiert. 

Einen toten Rotmilan in unmittelbarer Nähe zum im Juni 2018 errichteten Windpark Buchenau-Ost auf dem Hauberg oberhalb des Haunecker Ortsteils Fischbach haben am Donnerstagmorgen die beiden Bodeser Hans-Georg Hofmann und Gerald Birkel beim gemeinsamen Spaziergang entdeckt.

Das Vorkommen des Rotmilans ist eigentlich ein Ausschlusskriterium für den Bau von Windkraftanlagen. Eigentlich. „Doch der Nachweis des Raubvogels spielt bei der Genehmigung dann doch eine eher untergeordnete Rolle“, glaubt Hans-Georg Hofmann. Er ist dort seit 25 Jahren als Vogelschutzbeauftragter für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg tätig. Und er ist sich sicher: „Die Schuld am Tod des Rotmilans tragen die Windkrafträder. Das Tier hat eine von dem Rotor gefangen und ist dann verendet.“

Als die Planungen für die beiden Windkraftanlagen auf dem Hauberg vor sechs Jahren vorangetrieben wurden, gehörte Hofmann zu den Kritikern. „Wir haben dort fünf Rotmilan-Horste nachgewiesen und auch die Horste kartografiert“, erinnert er sich. Bei Vor-Ort-Terminen hätten sich die Mitarbeiter der einzelnen Fachbehörden davon auch selbst ein Bild machen können. „Den Schwarzstorch haben wir damals ebenfalls nachgewiesen. Aber wirklich interessiert hat es keinen“, empört sich der Bodeser.

Er weiß zwar ganz genau, dass der Fund des toten Vogels nicht dazu führen wird, dass die Windräder nun abgestellt werden. Dennoch möchte er mahnend den Finger erheben. „Bei der Planung von Windkraftanlagen sollte dem Artenschutz künftig doch mehr Rechnung getragen werden.“

Noch vor drei Jahren seien viele Rotmilane in der Region um Fischbach und Bodes zu sehen gewesen. „Nach der ersten Mahd im Mai hat immer ein Rotmilanpärchen mit seinem Nachwuchs auf den Wiesen nach Futter gesucht. Ein Bild, das es so nicht mehr gibt“, berichtet Hofmann. Das führt der Bodeser nicht zuletzt auf die beiden Windräder auf dem Hauberg zurück.

Ob dies aber tatsächlich der Fall ist wird jetzt wohl geprüft. Denn nach ihrem Fund von gestern Morgen waren Hofmann und Birkel auch gleich bei der Unteren Naturschutzbehörde, um ihren Fund zu melden. Das bestätigte auf Nachfrage auch Landkreis-Pressesprecher Pelle Faust. „Wir haben Kenntnis von dem Vorfall, mehr aber noch nicht.“

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