Suche nach neuer Herausforderung

Thomas Kranz (58) will Bürgermeister in Hauneck werden

 Bürgermeisterkandidat Thomas Kranz kam zum Gespräch nach Bad Hersfeld.
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Sucht eine neue Herausforderung: Bürgermeisterkandidat Thomas Kranz, der aktuell noch in der Nähe von Hamburg lebt und zum Gespräch nach Bad Hersfeld kam.

Am Sonntag, 16. Januar, wird in der Gemeinde Hauneck ein neuer Bürgermeister gewählt. Zur Wahl stehen Stephan Bolender (SPD) und Thomas Kranz (unabhängig).

Hauneck – Amtsinhaber Harald Preßmann kandidiert nicht erneut. Seine Amtszeit endet am 30. April 2022. Zur Wahl stehen Stephan Bolender (SPD) und Thomas Kranz (unabhängig). Wir stellen beide vor – heute Thomas Kranz.

Thomas Kranz sucht eine neue Herausforderung: Der „Exil-Haunecker“, der seit vielen Jahren in der Nähe von Hamburg lebt, bewirbt sich deshalb für das Bürgermeisteramt in seiner einstigen Heimatgemeinde. Und schon der Wahlkampf ist in Pandemie-Zeiten eine Herausforderung, gerade für einen vielen Wählern noch unbekannten Kandidaten, wie er freimütig einräumt.

Der IT-Fachmann will nun einen Blog eröffnen, also eine Art Online-Tagebuch, in dem er Informationen über sich und das Amt als solches teilt. Vor Ort möchte er sich aber auch sehen lassen. „Ich nehme das Läppchen in die Hand und gehe Klinken putzen“, erklärt er lachend und zuckt mit den Achseln. Nach 35 Jahren, in denen er für verschiedene Firmen gearbeitet habe, wolle er nun noch mal etwas anderes tun, begründet er seine Motivation. Zudem habe ihn die Vielschichtigkeit des Jobs gereizt.

Auf die Wahl sei er in einer Whatsapp-Gruppe aufmerksam geworden. Anschließend habe er sich dann eingehend mit den Anforderungen und Aufgaben auseinandergesetzt. Dass das Bürgermeisteramt mit wenig Freizeit verbunden ist und man plötzlich im Mittelpunkt steht, sei ihm bewusst. Auch eine gewisse Stressresistenz sollte man mitbringen.

Aber: „Ich habe gerne Kontakt mit Leuten“, betont Kranz, der zuhören und erfahren möchte, was die Bürger wollen. Dass es nur zwei Kandidaten gibt, habe ihn überrascht und sei im Sinne der Demokratie schade. Kommunalpolitisch aktiv war der 58-Jährige bisher nicht, und die fehlende Verwaltungserfahrung ist für ihn kein Ausschlusskriterium, schließlich müsse er sich auch in seinem jetzigen Beruf immer wieder in neue Themen einarbeiten und man lerne im Leben ständig dazu. Mitglied in einer Partei ist Kranz nicht – „ich will unbefangen sein“.

Ein Thema, das dem IT-Fachmann als Bürgermeister wichtig wäre, ist das schnelle Internet auch auf dem Dorf. „Es muss doch Wege geben, die Digitalisierung voranzutreiben“, sagt er. Für die Internetseite der Gemeinde hätte er ebenfalls schon Ideen, mit einem regelmäßigen Newsletter könne man die Bürger zum Beispiel auf Neuigkeiten aufmerksam machen. Weitere Themen, die Kranz umtreiben, sind die Flächennutzung und der demografische Wandel. Er würde in diesem Sinne lieber alles daran setzen, eine Lösung für das Rewe-Gebäude an der alten B 27 zu finden, bevor andernorts neue Flächen versiegelt würden. Das bereits in der Planung befindliche Anima Care Resort findet Kranz grundsätzlich gut, etwas Bauchschmerzen bereite ihm jedoch auch dort die Dimension. Leerstehende Wohnhäuser im Ortskern seien in Hauneck zwar noch kein so großes Problem, wie in anderen Kommunen, ein entsprechendes Konzept für die Zukunft hält er dennoch für sinnvoll. Mit dem Thema Photovoltaik befasse er sich ebenfalls gern.

Auf das Wahlergebnis blickt er entspannt: „Ich kann nur gewinnen, auch wenn ich verliere.“ (Nadine Meier-Maaz)

Zur Person

Thomas Kranz ist 58 Jahre alt, verheiratet und Vater eines zehnjährigen Sohnes. Er wurde in Rotenburg geboren und wuchs zunächst in Bebra auf, bevor die Familie nach Hauneck zog, wo schon die Großeltern lebten. Kranz’ Eltern leben immer noch in Oberhaun. Auch seine Frau kommt aus Hersfeld-Rotenburg. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum technischen Zeichner im Stahlbau, tendierte dann aber schnell in Richtung Informationstechnik (IT) und schloss eine zweite Ausbildung zum EDV-Kaufmann an. Nach zehn Jahren beim gleichen Arbeitgeber zog er berufsbedingt erst nach Frankfurt und 2001 schließlich in den Norden. Er ist bei der Edeka-Zentrale in Hamburg beschäftigt und im Bereich Projekt- und Produktmanagement tätig. Die Familie lebt in der Gemeinde Henstedt-Ulzburg. Der 58-Jährige war 25 Jahre lang aktives Mitglied bei der Feuerwehr, er ist im Schützenverein, fährt gerne Rad und hat ein weiteres eher ungewöhnliches Hobby: Wurst machen und räuchern. Dazu gekommen ist er über einen Kurs, den ihm seine Frau geschenkt hatte, weil er in der neuen Heimat keine vernünftige Wurst gefunden habe. (nm)

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