Umfahrung soll über Wirtschaftweg führen

Sanierung der Ortsdurchfahrt Eitra hat erhebliche Auswirkungen

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Weil die Ortsdurchfahrt nicht nur Schäden aufweist, sondern auch die Gehwege – sofern überhaupt vorhanden – an mancher Stelle Gefahren bergen, stehen in Eitra umfangreiche Bauarbeiten an.

Lange haben die Bürger auf die Sanierung ihrer Ortsdurchfahrt gewartet. Nun steht der grundhafte Ausbau der Landesstraße 3170 in Sieglos und Eitra tatsächlich bevor.

Und eines ist schon jetzt klar: Die umfangreichen Bauarbeiten werden erhebliche Auswirkungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer haben. Um weiteren Vermutungen und Halbwahrheiten vorzubeugen, so Bürgermeister Harald Preßmann, stellten die Beteiligten von Hessen Mobil, dem Ingenieurbüro Falkenhahn sowie der Gemeinde den Stand der Dinge jetzt bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung im DGH in Eitra vor. 

Das Wichtigste in Kürze:

Der Stand der Dinge

Die für das Straßen- und Verkehrsmanagement zuständige Landesbehörde Hessen Mobil beabsichtigt die teils stark beschädigte Fahrbahn in der Ortsdurchfahrt von Sieglos und Eitra grundhaft auszubauen. So viel ist klar. Betroffen sind die Eiterfelder Straße und die Rhönstraße. Gleichzeitig sollen in diesem Zusammenhang auch Teile der Kanalisation und der Trinkwasserleitung sowie die Gehwege und Nebenanlagen ebenfalls grundhaft erneuert werden. Die groben Pläne stehen bereits fest. An verschiedenen Details werde jedoch noch gearbeitet, betonte der Bürgermeister, etwa was die gewünschte kleinräumige Umfahrung betrifft. Mit fortschreitender Planung sollen die betroffenen Anwohner dann erneut und auch individuell informiert werden. Aufgrund der besonderen Lage Eitras wird eine Vollsperrung aber eben auch weiträumige Umleitungen für sonstige Verkehrsteilnehmer in Richtung Eiterfeld oder Bad Hersfeld zur Folge haben.

Der Zeitraum

Begonnen werden soll mit den Bauarbeiten, wenn möglich, nach den Sommerferien. Diese enden am 14. August. Ob das klappt, hängt ebenfalls vom weiteren Verlauf der Planungen und den notwendigen Abstimmungsgesprächen sowie den Ausschreibungen ab. Laut Preßmann ist „sehr, sehr viel Vorarbeit“ notwendig. „Wir hätten auch gerne schon eher begonnen.“ Zur Dauer könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässliche Auskunft geben. Je nach Wetter rechne man grob mit einem Jahr pro Bauabschnitt.

Einige Schäden sind nicht zu übersehen.

Die Bauabschnitte

Die Sanierung soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Der erste beginnt in Sieglos und endet am Sandweg. Der zweite beginnt ebenda und endet vor Bodes. Von einer „Riesenbaustelle“ war bei der Infoveranstaltung die Rede. Teilweise müssen im Zuge der Sanierung auch Stützmauern erneuert werden. Die Linienführung soll beibehalten werden, um nicht auf benachbarte Grundstücke zu gelangen.

Die Umfahrung

Wo möglich, soll es großräumige Umleitungen geben, zum Beispiel von Eiterfeld auf die B 27 schon bei Steinbach. Von Fischbach aus könnte die empfohlene Umleitung über Wippershain führen. Für eine nahräumige und von der Gemeinde favorisierte Umleitung böte sich der vorhandene Wirtschaftsweg an, der in der Gemarkung Sieglos auf die B 27 trifft. Dieser müsste asphaltiert, mit einer neuen Anbindung nach Bodes, „Begegnungsbuchten“ und Ampeln für Einbahnstraßenverkehr versehen werden. Allerdings liegt diese Strecke nicht nur im Wasserschutzgebiet, das Gebiet ist auch Naturschutzgebiet und Biberhabitat. Die Genehmigung ist deshalb noch fraglich. Die Einfädelung auf die Bundesstraße wäre aus Kosten- und Gründen der Sicherheit nur zum rechts abbiegen Richtung Bad Hersfeld möglich.

Der Busverkehr

Busverkehr könne es auf der Umleitungsstrecke nicht geben. Man sei aber schon jetzt mit dem NVV im Gespräch, um Lösungen zu finden. Eventuell sei zumindest für die Schulkinder ein Shuttle möglich, so Preßmann. Auch hier stehe die Sicherheit für die Kinder im Vordergrund.

Die Kosten

Was die Kosten betrifft, halten sich alle Beteiligten wegen zu vieler Unabwägbarkeiten noch bedeckt. Für die Sanierung der Straße kommt das Land auf, die Gemeinde ist für die Gehweganlagen zuständig. Über die Straßenbeitragssatzung werden vermutlich aber auch die Bürger beteiligt. Zudem seien teils neue Hausanschlüsse für Wasser/Abwasser nötig. Weiterhin werden die Gas-, Strom- und Telefonleitungen auf den Stand der Dinge gebracht. Vom Gas-Konzessionsgeber wird jeder Haushalt auf seinen Bedarf angesprochen. Die Nachfrage sei im Vorfeld bereits sehr groß, teilt der Bürgermeister mit. (nm)

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