Grund- und Gewerbesteuern in Hauneck steigen jedoch

Hauneck schafft Straßenbeiträge ab

Wenn gebaut wird, fallen in der Regel hohe Kosten an: Das Bild entstand 2018 in der Hauptstraße im Ortsteil Unterhaun, wo umfangreiche Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenbaumaßnahmen vorgenommen wurden.
+
Wenn gebaut wird, fallen in der Regel hohe Kosten an: Das Bild entstand 2018 auf der Hauptstraße im Ortsteil Unterhaun, wo umfangreiche Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenbaumaßnahmen vorgenommen wurden.

Auch in der Gemeinde Hauneck werden die Straßenbeiträge wieder abgeschafft. Dafür steigen die Grund- und Gewerbesteuern.

Unterhaun – Die entsprechenden Beschlüsse fassten die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Mittwochabend.

17 von 18 anwesenden Gemeindevertretern stimmten für die Abschaffung rückwirkend ab 1. Januar 2019, einer enthielt sich bei der Entscheidung, der bereits ausführliche interfraktionelle Diskussionen vorausgegangen waren. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber gewissenhaft und konstruktiv zusammengearbeitet und das Für und Wider abgewogen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Loeffler. Dem hatte keiner etwas hinzuzufügen.

Die Straßenbeitragssatzung war in Hauneck 2007 neu beschlossen worden, in drei Fällen wurden seitdem und bis 2017 einmalige Ausbaubeiträge erhoben. Kommunen in Hessen können Anlieger am Umbau und Ausbau von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen beteiligen, die über die Unterhaltung und Instandsetzung hinausgehen.

In Hauneck hätten nun zwei weitere Fälle angestanden, und zwar für die Hauptstraße in Unterhaun und den Bereich Eiterfelder Straße/Rhönstraße in Sieglos und Eitra. Die Bürger dort wären laut Bürgermeister Harald Preßmann nun allerdings quasi doppelt belastet gewesen, da seit 2017 die Gebühren für Abwasser- und Wasseranschlüsse bereits ab dem Sammler und nicht mehr erst ab der Grundstücksgrenze gezahlt werden müssen, was für den Einzelnen höhere Kosten verursache. Mit Blick auf die ausbleibenden Straßenausbaubeiträge sprach Preßmann von einer „fairen Lösung“, die alle Bürger etwa gleich stelle.

In anderen Kommunen des Landkreises hat das Thema Straßenbeiträge in den vergangenen Jahren bereits für erhebliche Dikussionen und Streitigkeiten bis hin zur Spaltung geführt. Hauneck ist laut Preßmann die zehnte Kommunen im Kreis, die die Beiträge wieder abschafft.

Um den Einnahmeverlust von rund 50 000 bis 53 000 Euro auszugleichen, haben die Haunecker Gemeindevertreter mit Blick auf den erforderlichen Haushaltsausgleich indes eine Erhöhung der Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuern zum 1. Januar 2022 beschlossen.

Die Grundsteuer A steigt demnach von 332 auf 395 Prozent, die Grundsteuer B von 365 auf 425 – bisher habe man die niedrigsten im gesamten Kreis gehabt, und bleibe immer noch im unteren Drittel, so Preßmann.

Die Gewerbesteuer, an der lange „nichts gemacht“ worden sei, wird von 380 auf 395 von Hundert erhöht. (Nadine Meier-Maaz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare