Sketche und Tanzdarbietungen im DGH

30 Jahre deutsche Wende: Grenzenlose Narretei in Oberhaun

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Einmal mischen, bitte: Die Wendehälse verwandelten die Bühne in eine Baustelle.

„Die Narren feiern ohne Ende, 30 Jahre deutsche Wende“ lautete das Motto beim Fasching in Oberhaun. Sketche, Tanz und Musik wurden dem Publikum geboten.

Bei nur 100 Sitzplätzen ist der Faschingssaal im DGH Oberhaun schnell gefüllt. Wenn dann noch ein Betonmischer dazukommt und die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland im Saal wieder aufgebaut wird, muss eine Patrouille einschreiten, um die Ordnung wiederherzustellen.

Gut, dass die Wendehälse zur Stelle waren, um dem Spuk gemäß ihrem Motto „Die Narren feiern ohne Ende, 30 Jahre deutsche Wende!“ ein Ende zu bereiten. Im Gleichschritt tanzten die Oberhauner mit Gewehren aus Holz und brachten die Mauer zum Einsturz. Durch die geöffneten Grenzen hindurch kamen auch gleich exotische Besucher über den Großen Teich. Die „Sparkling Dance Crew“ aus Rotensee traten in glitzernden Wildwest-Kostümen auf und stellten Szenen aus Bully Herbigs Film „Der Schuh des Manitu“ nach. Mit Kaffeemühle und Cowboyhut bewaffnet tanzte sich die Gruppe in die Welt von Abahachi und Ranger.

Auch das Männerballett und die Showtanzgruppe rissen die Zuschauer aus ihren Gedanken. Mit schnellem Hüftschwung und guter Laune sorgten die Tänzer für ausgelassene Stimmung beim Publikum. Und nicht nur die Gruppen brachten den Saal zum Brodeln, auch das erste Sorgaer Funkenmariechen, Luisa Heinrich, glänzte mit einem akrobatischen Auftritt. Sehr ernst und wenig ausgelassen wurde es zunächst, als „Fanta plus“ die Bühne betraten. Schüsse ertönten und Bankangestellte mussten Geld in eine Tüte packen, um ihr Leben zu retten. Allerdings standen die Räuber dann unüberwindlichen Problemen gegenüber. Die Ausgeraubten stellten sich als Umweltschützer heraus und ließen die Gangster nicht mit einer umweltschädlichen Plastiktüte fliehen.

Viel Heiterkeit lösten auch die Sketche von „Eulalia“ alias Petra Schuster und dem ewig zankenden Ehepaar Hilde (Claudia Hofmann) und Schorsch (Timo Lübeck) aus. Die Wendehälse ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, einen aufwendigen Sketch vorzuführen. Für ihren Auftritt hatten sich die Oberhauner extra eine Betonmischmaschine besorgt und verwandelten die kleine Bühne kurzerhand in eine Baustelle. Doch der begrenzte Platz wurde bald zum Problem und so fiel Arbeiter René Kempf in eine Baugrube. Danach landete der Hilfsarbeiter noch im Betonmischer. Nach solch einem stressigen Arbeitstag rät Anett Jeppe zum Besuch ihrer Imbissbude. Ihr Gemüse sei Bio, so die Gastronomin, denn es werde ja direkt neben der Kläranlage angebaut, versicherte Anett.

Weniger zugänglich gab sich dagegen Gerhard in der Bütt. Er hätte gar nicht gewusst, wo Oberhaun liege und seine Kneipe in Höhnebach sei ungeklärter Weise immer leer, verkündete er. Trinkfest waren auch die „Dollen Dorfdohlen“, Heike Opfer, Lydia Kersch und Andrea Christen. Allerdings trieb das Trio ganz andere Fragen um. So empfahl die kleine Runde stets bei Rewe zu arbeiten, am besten in der Milchwarenabteilung, weil durch die Kühlung der Alterungsprozess verlangsamt werde. Und die Dohlen hatten noch mehr Ratschläge parat: Falls es doch wieder eine innerdeutsche Grenze geben sollte, könnte man die Mauer ja neben den neuen Rewe stellen, „da können wir die Bananen gleich rüberwerfen.“ Für ein geteiltes Deutschland fand sich an diesem Abend in Oberhaun aber keine Mehrheit. Stattdessen gaben die Moccachinos noch einige Lieder zum Besten und der Elferrat erklärte sich dazu bereit, am 11. November eine einstündige Kassierer-Karriere im Rewe anzutreten. (kh)

Die Bilder vom Fasching des TSV Oberhaun

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