Marode Piste zwischen Bodes und Fischbach

Haunecker hoffen weiter auf Sanierung der Landesstraße

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Hoffen auf Sanierung: Horst Reinhard und Armin Eisenbach vom Ortsbeirat Fischbach, Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann und Ortsvorsteherin Anke Kraft (von links). Um 14 Zentimeter hat sich die Straße an dieser Stelle abgesenkt.

Die Landesstraße zwischen Bodes und Fischbach in Hauneck ist in einem desolaten Zustand. Aber eine Sanierung hat Hessenmobil vorerst nicht geplant. Die Haunecker hoffen weiter.

Fischbach – Achtung, Straßenschäden: Wer auf der Landesstraße 3341 zwischen den beiden Haunecker Ortsteilen Bodes und Fischbach unterwegs ist, sollte das Lenkrad fest in beiden Händen halten. Denn die Straße weist an den Rändern nicht nur offensichtliche Schäden wie Löcher und Risse auf, sie senkt sich auch ab – mitunter fast bis zu 20 Zentimetern.

„Wer hier sein Auto nicht unter Kontrolle hat, landet im Graben oder es geht den Hang hinab“, meint Horst Reinhard vom Ortsbeirat Fischbach. An einigen Stellen lasse zudem die Griffigkeit der Fahrbahn zu wünschen übrig, vor allem, wenn es nass ist. All das bemängelt auch Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann, der das Ausmaß der Absenkungen mit einer Wasserwaage des Bauhofs verdeutlicht.

Seit 2011 versuche man beim Land beziehungsweise beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen sowie Hessen Mobil eine Sanierung der aus Gemeindesicht maroden Straße zu erreichen, bisher jedoch ohne Erfolg. Im Sanierungsprogramm bis 2022 ist die Strecke nicht enthalten – es bleibt die Hoffnung, beim nächsten Mal aufgenommen zu werden.

„Ein schlechter Straßenzustand führt nicht automatisch zu einer hohen Dringlichkeit“, erklärt Joachim Schmidt, Pressesprecher bei Hessen Mobil. So habe für die L 3341 zuletzt keine ausreichende Dringlichkeit festgestellt werden können, sodass eine Erneuerung erst nach 2022 vorgesehen sei. Die Sanierungsoffensive befinde sich zur Zeit in der Fortschreibung. Mit Ergebnissen sei aber nicht vor Ende des Jahres zu rechnen.

Dabei haben der Bürgermeister und die Vertreter des Ortsbeirats nicht nur die motorisierten Verkehrsteilnehmer im Blick, sondern auch Radfahrer. Auch diesen könnten die Absenkungen, Risse und glatten Stellen gefährlich werden. Zudem führen sowohl Rad- als auch Auto-, Lkw- und Traktorfahrer wegen der Absenkungen oft weit in der Mitte der rund 5,60 Meter breiten Straße, was vor allem im Begegnungsverkehr gefährlich sei.

Die Einheimischen, die die Strecke regelmäßig fahren, seien mit den Straßenverhältnissen vertraut, Ortsfremde hingegen würden die Gefahr nicht kennen und unterschätzen. Wie viele Fahrzeuge die Straße täglich passieren, ist nicht bekannt, gerade am frühen Morgen und abends, wenn der Berufsverkehr rollt, sind es laut Ortsvorsteherin Anke Kraft aber einige. Zudem würde die L 3341 als Ausweichstrecke genutzt, wenn die A 4 oder B 62 dicht seien.

Auch beim Fototermin am Nachmittag düsen einige Autos vorbei, eine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt nur in Teilbereichen. „Die L 3341 zwischen Bodes und Fischbach ist nach der L 3170 in Eitra, die zum Glück bald saniert wird, die mit Abstand schlechteste Straße im Gemeindegebiet“, betont der Bürgermeister. Auch weiterhin will er sich deshalb für eine Sanierung einsetzen. Schwere Unfälle seien zwar noch nicht passiert, aber so weit müsse es ja nicht erst kommen, sind sich alle einig.

Das sagt Hessenmobil:

„Sanierungsbedarf besteht leider nicht nur an diesem Streckenabschnitt, vielmehr ist das Landesstraßennetz hessenweit in einem teilweise sehr schlechten Zustand. Da nicht alle Strecken gleichzeitig saniert werden können, hat die Landesregierung die zur Verfügung stehenden Mittel gebündelt und will bis 2022 rund 385 Millionen Euro in rund 540 Einzelbaumaßnahmen investieren. 

Um das zur Verfügung stehende Geld dorthin zu leiten, wo es am dringendsten benötigt wird, wurden alle Streckenabschnitte, bei denen aus fachlicher Sicht Handlungsbedarf besteht, in einem Verfahren objektiv bewertet. Das Ergebnis dieser Dringlichkeitsbewertung ist die Sanierungsoffensive 2016-2022. 

Zu den maßgeblichen Kriterien zählen die Verkehrssicherheit, die Verkehrsbedeutung der Strecken, die Verkehrsqualität und Umfeldsituation sowie der Straßenzustand.“

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