Gemeindevertrater bringen Umlegungsverfahren auf den Weg

Großes Interesse an geplantem Neubaugebiet in Sieglos

son0820 Rohbau eines Hauses Foto:panthermedia.net / Andreas Schulze
+
Symbolbild Neubau

Noch befindet es sich in der Planungsphase, doch schon jetzt ist das Interesse am Neubaugebiet „An der Finstersee“ im Haunecker Ortsteil Sieglos offenbar groß.

Um die vorgesehene Erschließung voranzutreiben, haben die Haunecker Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung einmütig dafür gestimmt, ein sogenanntes Umlegungsverfahren anzuordnen. Dessen Durchführung wird an das Amt für Bodenmanagement in Homberg-Efze übertragen.

Bei den für das Neubaugebiet benötigten Grundstücken handelt es sich laut Bürgermeister Harald Preßmann um landwirtschaftliche Flächen beziehungsweise Grünflächen. Betroffen sind laut Bürgermeister etwa eine Handvoll Grundstücksbesitzer, von denen alle bis auf einen auch ohne Umlegungsverfahren bereit gewesen wären, zu verkaufen. Nun werde aber eben ein solches Verfahren nötig. Eine Informationsveranstaltung dazu soll in Kürze stattfinden, kündigte der Verwaltungschef an.

Die Grundstücksbesitzer hätten drei Möglichkeiten, erläuterte er: Sie können ihre Grundstücke verkaufen, tauschen oder behalten und die Erschließungskosten übernehmen. Bei einem Verkauf oder Tausch würden die Grundstücke dann entweder an die Gemeinde oder direkt an den Bauträger übergehen.

Pläne für ein Neubaugebiet an dieser Stelle gab es schon vor 20 Jahren. Der deshalb bereits vorhandene Bebauungsplan soll nun in Kraft gesetzt werden. Das „An der Finstersee“ genannte Gebiet befindet sich quasi oberhalb der Oberhauner Straße in Richtung Wald.

Schon jetzt gebe es über zehn Interessenten, berichtete Preßmann, die auf der Homepage der Gemeinde und im Hauneck-Boten auf das geplante Neubaugebiet aufmerksam geworden seien und ihr Interesse auch bereits schriftlich bekundet hätten. Dass es sich dabei um Haunecker und in erster Linie junge Leute handelt, freut den Bürgermeister besonders. Etwa 22 bis 25 Grundstücke sollen in dem Neubaugebiet entstehen. Vergeben werden sollen diese dann anhand der Prioritätenliste nach Eingang der Interessensbekundungen.

Preßmann hofft, noch Ende dieses Jahres in die Vermarktung gehen zu können, einen Bauträger zu finden und im Frühjahr 2021 dann mit der Erschließung beginnen zu können. (nm)   

Hintergrund: Umlegung

Bei der Umlegung handelt es sich um ein öffentlich-rechtliches Grundstückstauschverfahren und ein klassisches Instrument der Bodenordnung. Das Verfahren ist im Baugesetzbuch (BauGB) geregelt. Ziel eines Umlegungsverfahrens ist es, im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes oder innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile die Grundstücke so neu zu ordnen, dass für die bauliche und sonstige Nutzung nach Lage, Form und Größe geeignete Grundstücke entstehen. Die notwendigen öffentlichen Verkehrsflächen und sonstige öffentliche Flächen zum Beispiel für Grünanlagen oder Spielplätze werden im Rahmen der Umlegung von allen beteiligten Grundstückseigentümern anteilig aufgebracht. Alle beteiligten Eigentümer haben an Stelle ihres betroffenen Grundstücks Anspruch auf Zuteilung eines neuen Grundstücks, nach Möglichkeit in gleicher oder gleichwertiger Lage. (Quelle: Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare