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Dörfer und ihre Spitznamen: Die Unterhauner sind die Wölfe

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Kennt die Unterhauner Geschichte: Gemeindearchivar Gerhard Kraft
Kennt die Unterhauner Geschichte: Gemeindearchivar Gerhard Kraft informierte zum Jubiläum der Gemeinde Hauneck über die Unterhauner Wölfe. © Wilfried Apel

Fast jeder Ort hat einen Uznamen. Meist vergeben von benachbarten Dörfern, sind die Spitznamen voller Spott, Neid und Überheblichkeit. Aber wie sind diese Namen entstanden?

Unterhaun – Weil ein dunkler Hund einst den Menschen in Unterhaun einen gehörigen Schrecken eingejagt haben soll, haben die Bewohner noch heute einen ungewöhnlichen Spitznamen.

Die Geschichte rund um die Unterhauner Wölfe hatte Gemeindearchivar Gerhard Kraft zum 50. Geburtstag im Juni recherchiert. „Ich habe die Älteren aus dem Ort gefragt, aber auch die kannten den Hintergrund der Wölfe nicht“, sagt Kraft. Erst als er sich im Archiv auf die Suche machte, stieß der Archivar auf die Geschichte. Ein Auszug aus der Unterhauner Verwaltungsakte erzählt die Sage eines Wolfs, der den Dorfbewohnern ihre Geldbeutel abnahm. „In dem Buch ‘Sagen und Schwänke aus dem Kreis Hersfeld’ ist mir noch eine längere Geschichte begegnet“, erklärt Kraft.

So sei der große schwarze Hund, am Anfang des 18. Jahrhunderts – immer zur Gruselstunde – unterwegs gewesen. Dabei zeigte das Tier jedoch ein seltsames Verhalten. Denn der Wolfshund erschreckte seine Opfer nicht nur, er beklaute sie auch und ließ sich von ihnen tragen. In der Sage heißt es: „Er sprang dem, der zu fliehen versuchte, auf den Rücken und ließ sich bis an einen Baum mitschleppen.“

Doch das Treiben des geldgierigen Tieres endete abrupt, als ein Handwerker dem Spukgespenst eine Falle stellte.

Dafür ließ sich der Mann zur Mitternachtsstunde von dem Tier anspringen. Der Handwerker schubste den Hund jedoch auf eine Reihe zuvor bereitgelegter Nägel – und das Tier schrie ganz menschlich laut auf. Damit war der Spuk vorbei und der Dieb im Hundepelz entlarvt. Aber die Unterhauner sind seitdem die „Wölfe“ geblieben. kh

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