Keine Angst vor Verwaltung

Bürgermeisterwahl in Hauneck: Stephan Bolender kandidiert

Bürgermeisterkandidat Stephan Bolender (SPD) auf dem Balkon seines Hauses im Haunecker Ortsteil Rotensee.
+
Blickt der Wahl mit Spannung entgegen: Bürgermeisterkandidat Stephan Bolender (SPD) auf dem Balkon seines Hauses im Haunecker Ortsteil Rotensee.

Am Sonntag, 16. Januar, wird in der Gemeinde Hauneck ein neuer Bürgermeister gewählt. Einer von zwei Kandidaten ist Stephan Bolender aus Rotensee.

Hauneck - Amtsinhaber Harald Preßmann kandidiert nicht erneut. Seine Amtszeit endet am 30. April 2022. Zur Wahl stehen Stephan Bolender (SPD) und Thomas Kranz (unabhängig). Wir stellen beide vor – heute Stephan Bolender.

Fingerspitzengefühl und Geduld sind beim Anfertigen von Brücken, Kronen, Implantaten und Schienen gefragt. Beides könnte Stephan Bolender aber auch als Bürgermeister zugutekommen. Der selbstständige Zahntechnikermeister aus Rotensee möchte in seiner Heimatgemeinde die Nachfolge von Harald Preßmann antreten.

Für seine Firma hat er eine interne Lösung gefunden, sollte er tatsächlich gewählt werden. Er würde dann vom Geschäftsführer zum Gesellschafter. Die Kandidatur war somit nicht unüberlegt. „Ich habe sie erst mit meiner Familie und dann mit meinen Mitarbeitern abgesprochen“, erklärt der 52-Jährige. Dass er dann vermutlich noch einige Wochenend- und Abendtermine mehr haben wird, stört seine Frau nicht. „Er ist ja schon jetzt oft weg“, verrät sie mit einem Augenzwinkern. Beide waren übrigens schon gemeinsam im Kindergarten, zueinandergefunden haben sie aber erst viele Jahre später über den Rotenseer Schützenverein.

Eines betont Bolender mit Blick auf seine Motivation aber ebenso: „Woanders als in der Heimat hätte ich nicht Bürgermeister werden wollen.“ Dort sei er verwurzelt und mit den Gegebenheiten vertraut. Zudem herrsche in Hauneck ein gutes politisches Klima beziehungsweise Miteinander. „Das passt einfach und ist ein rundes Ding.“

Seit 1998 gehört der Rotenseer der Gemeindevertretung an, seit 2011 hat er den Vorsitz inne. Vom SPD-Gemeindeverband ist Bolender Anfang November als Bürgermeisterkandidat nominiert worden. Parteimitglied ist er erst seit wenigen Jahren. Auf die Frage, was ihn einst zur Kommunalpolitik geführt habe, sagt er lachend: „Die Frage ist eher: Wer!“ Der ehemalige Bürgermeister Ernst Hebig nämlich sei es gewesen, der ihn beim Frühschoppen am Kirmessonntag angesprochen habe. „Die suchten damals junge Leute.“ Auch im Ortsbeirat war Bolender zeitweise engagiert.

Acht Mitarbeiter hat der selbstständige Handwerksmeister aktuell, also fast genauso viele, wie in der Haunecker Verwaltung beschäftigt sind. Sollte es mit dem Einzug ins Rathaus klappen, will der 52-Jährige zunächst „fertigstellen, was im Bau ist“ – sprich das neue Verwaltungsgebäude und die Kita-Erweiterung – und natürlich das Großprojekt Anima Care Resort weiter begleiten. „Das ist ein dicker Brocken“, weiß Bolender aus den Erfahrungen der vergangenen Monate.

Auf die Verwaltungstätigkeit will er sich gezielt vorbereiten. „Davor habe ich keine Angst“, sagt er und weiter: „Verwaltungswissen gehört dazu, ist aber nicht alles.“ Wie ein Bürgermeister aber unbedingt sein sollte? „Offen, bürgernah und mit allen ehrlich im Umgang.“

Dass er bei der Wahl einen ihm unbekannten Konkurrenten hat, findet der Rotenseer durchaus spannend. Trotz Corona-Pandemie, Ferien, Weihnachten und Silvester hofft er auf eine hohe Wahlbeteiligung – ob per Brief oder persönlich. (Nadine Meier-Maaz)

Zur Person

Stephan Bolender ist 52 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Söhnen, die 18 und 21 Jahre alt sind. Nach dem Realschulabschluss begann er mit 16 Jahren eine Ausbildung zum Zahntechniker, mit Ende 20 schloss er noch eine Meisterausbildung an. 1999 machte er sich gemeinsam mit einem Partner zunächst in Eisenach selbstständig, bevor er das Dentallabor im Jahr 2010 in sein Elternhaus in Rotensee verlegte. Fortan war der Weg zur Arbeit besonders kurz, denn in der Wohnung darüber lebt Bolender mit seiner Familie. Im Januar 2021 zog das Labor dann allerdings erneut um – an den Neumarkt nach Bad Hersfeld. Stephan Bolender hat neben seinem kommunalpolitischen Engagement diverse weitere Ehrenämter inne. Er ist 1. Vorsitzender des Jagdhornbläsercorps Rotensee, 2. Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Rotensee, Gründungsmitglied des Fördervereins Mehrgenerationenplatz Rotensee, Mitglied im Schützenverein Rotensee sowie im Männergesangverein Rotensee und Beisitzer im VdK. Außerdem ist der 52-jährige passionierter Jäger, sein Revier befindet sich am Wehneberg in Bad Hersfeld. (nm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare