Seit fünf Jahren gibt es das Angebot "Ein Tag für mich" in Hauneck

Betreuungsgruppe: Mit Unterstützung von Mäusen ins Gespräch kommen

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Gesprächsrunde vor dem gemeinsamen Kaffeetrinken: In der Wohnanlage für betreutes Wohnen an der Georg-Gerbig-Straße in Unterhaun wird seit fünf Jahren die Betreuungsgruppe „Ein Tag für mich“ angeboten. Die kleinen Stoff-Mäuse (im Vordergrund zu sehen) werden in die Gesprächsrunde eingebunden.

Seit fünf Jahren  wird in der Gemeinde Hauneck eine Gruppe für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz angeboten. Sie bietet auch Entlastung für Angehörige.

Der Tisch ist zum Thema Frühling aufwendig gedeckt, Kaffee und Kuchen stehen schon bereit. Bevor es jedoch an das gemeinsame Kaffeetrinken geht, berichtet jeder von den Erlebnissen der vergangenen Woche – zwei Stoff-Mäuse erleichtern dabei die Kommunikation. Kleine Bewegungsspiele stehen ebenfalls regelmäßig auf dem Programm.

Ihr fünfjähriges Bestehen feierte jetzt die Betreuungsgruppe „Ein Tag für mich“ für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Seit März 2014 gibt es das Angebot in der Wohnanlage für Seniorinnen und Senioren Am Wendebach in Unterhaun. Immer dienstags von 15 bis 18 Uhr trifft sich die Gruppe, etwa zehn Personen nehmen regelmäßig an den Treffen teil.

Den „Hut auf“ hat als „Dachgesellschaft“ laut Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann die Seniorenbetreuung Diakonisches Werk Hersfeld-Rotenburg e.V.. Finanziert wird das Angebot unter anderem vom Landkreis, der Gemeinde und der Pflegeversicherung. Die Genehmigung muss jedes Jahr beim Landkreis neu beantragt werden, erläuterte Preßmann. Für die zu Betreuenden entstehen keine Kosten.

Ehrenamtlich im Einsatz: Die Helferinnen mit Leiterin Heidi Fischer-Preßmann (hinten links), Stellvertreterin Larissa Rösslik (Zweite von rechts) und Bürgermeister Harald Preßmann. Neben Rosen gab es für die gesamte Gruppe vom Bürgermeister auch noch ein „Flachgeschenk“ zum fünften Geburtstag,

Betreut werden die Männer und Frauen von acht ehrenamtlichen, speziell geschulten Helferinnen, von denen einige von Anfang an dabei sind. Monika Löffler, Ilona Döring, Doris Queen, Renate Göbel, Angelika Karpenstein und Elke Hüller-Heil engagieren sich in Unterhaun, unterstützt werden sie von Heidi Fischer-Preßmann als Leiterin und examinierter Alten- und Krankenpflegerin sowie ihrer Stellvertreterin Larissa Rösslik.

„Der Titel ‘Ein Tag für mich’ ist eindeutig zweideutig“, so Preßmann. So soll das Betreuungsangebot in erster Linie pflegende Angehörige wie Ehepartner oder Kinder für einen Nachmittag entlasten, gleichzeitig sollen die zu Betreuenden gemeinsam eine schöne Zeit verbringen und gefördert werden. Jedes Treffen steht unter einem bestimmten zur Jahreszeit passenden Motto, für jeden Nachmittag gibt es ein schriftliches Konzept, so Fischer-Preßmann. Basteln, Bewegungsspiele mit Luftballons oder andere Aktivitäten, die die Sinne aktivieren oder die Konzentration fördern stehen auf dem Programm.

Die Idee sei 2013 entstanden und von Anfang an sei das Angebot gut angenommen worden. Und: „Man merkt, dass die Leute gerne zu uns kommen“, freut sich Fischer-Preßmann.

Weiße Rosen gab es bei der Geburtstagsfeier für die Helferinnen – das wohl schönste Lob aber gab es von einem 90-jährigen Besucher, der sich herzlich bedankte, verbunden mit der Hoffnung auf noch viele weitere gemeinsame Treffen. Immerhin 47 Termine gab es im vergangenen Jahr, nur um Weihnachten und Anfang Januar sei die Gruppe ausgefallen.

VON NADINE MAAZ

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