Tag der offenen Tür am Samstag

Bahn frei für die Modellbauer in Unterhaun

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Öffnen ihre Türen: Carsten-Rainer Warninghoff, Erster Vorsitzender der Eisenbahnfreunde Bad Hersfeld, zwischen den unzähligen Modellbahnen der Eisenbahnfreunde. Am Samstag geben die Modellbauer in ihrem Vereinsheim in Unterhaun Einblick in ihre Miniatur-Welten.

Ob Wildwest-Landschaft oder Schweizer Bergidylle - im Vereinsheim der Eisenbahnfreunde Bad Hersfeld in Unterhaun gibt es einiges zu sehen.

Es hupt, rattert und blinkt, dann fährt die kleine Straßenbahn mit dem Aufdruck „NVV“ los. „Genau diese Tram ist auch auf dem Kasseler Straßenbahnnetz unterwegs“, erklärt Carsten-Rainer Warninghoff. Der erste Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Bad Hersfeld sitzt an einem Computer und regelt den Verkehr des Miniatur-Kopfbahnhofes „Herstal“.

In dem kleineren der beiden Räume des Vereinsheimes in Unterhaun fahren die Züge und Trams im Maßstab 1:87 über die Schienen der Normgröße H 0. Warninghoff lässt die Modellbahnen der Hersteller Märklin und Roco an Wäldern vorbei und über Brücken und Bahnübergänge fahren. Dabei wird jeder Zentimeter des Raumes ausgenutzt, um die Bahnstrecke so weit wie möglich ausbauen zu können.

In einem Eckschrank stapeln sich die Steuergeräte der komplexen Bahnanlage, unter dem Modell selbst verlaufen Kabel und Knöpfe zur Weichenstellung und inmitten des Raumes steht ein kleiner Computer, an dem Warninghoff das Miniaturbahnsystem auch digital steuern kann. „Wir haben momentan insgesamt 200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung und trotzdem reicht der Platz nicht aus“, erläutert der erste Vorsitzende. Die unverbauten Module, auf denen Bahngleise, Wiesen und Kleingärten montiert sind, stapeln sich in einem Lagerraum, gleich neben der vereinseigenen Werkstatt. „Hier entstehen viele Modelle für unsere Bahnstrecken“, erzählt Warninghoff.

Weil Einzelanfertigungen auf Bestellung kostspielig oder gar nicht verfügbar sind, werden die Modellbaufans selbst tätig. So fertigen die Vereinsmitglieder kleine Wagen selbst an, widmen sich dem Häuserbau oder vernetzen das Bahnsystem neu. Dabei ergreifen die Bastler der Eisenbahnfreunde Bad Hersfeld und ihres deutschlandweiten Partnervereins Spur II manchmal ungewöhnliche Maßnahmen. So leuchtet auf einer Brückenmauer des Verkehrsnetzes ein blaues Graffiti, das die Modellbaubegeisterten mit Hilfe der Bahnpolizei einer real existierenden Wandbemalung nachempfunden haben. Die detailgetreu nachgebauten Bahnmodelle werden dann einmal im Jahr für Besucher auf dem Treffen der Interessengemeinschaft Spur II in Schenklengsfeld ausgestellt. Das ganze Jahr über arbeiten die Modellbauer an ihren Miniatur-Welten.

Auch im Vereinsheim der Eisenbahnfreunde in Unterhaun wird jede Woche an den Modellen gebaut. „Bei uns spezialisiert sich jeder auf eine bestimmte Spurweite und gestaltet eine passende Landschaft dazu“, erklärt Warninghoff. So reihen sich Wildwest-Landschaft, Schweizer Bergidylle und Moorlandschaft im Maßstab 1:22,5 aneinander.

Für die 29 Mitglieder des Hersfelder Vereins ist der Modellbau seit 1973 eine Herzensangelegenheit, in die sie viel Zeit und Mühe investieren. Auch deshalb ist dem ersten Vorsitzenden das Weiterbestehen des Vereins ein Anliegen. „Wir freuen uns über jeden, der bei uns mitmachen möchte, egal ob Jugendlicher oder Senior, alle sind herzlich eingeladen, Teil der Eisenbahnfreunde zu werden“, bekräftigt Carsten-Rainer Warninghoff. Für alle interessierten Modellbauer und Besucher öffnet der Verein seine Pforten am Samstag, 16. November, von 10 bis 18 Uhr im Vereinsheim Am Sportplatz 6 in Unterhaun. Bei Kuchen und Kaffee geben die Eisenbahnfreunde einen Einblick in die Welt der Miniatur-Bahnen und Nachwuchs-Lokführer können das Rangieren üben oder mit dem Smartphone das Verkehrssystem steuern.

Von Kim Hornickel

Bad Hersfelder Eisenbahn-Modellbauer zeigen in Unterhaun ihre Miniatur-Welten 

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