Feier im Zeichen der Symbolfigur

725-Jahrfeier in Rotensee: Festkommers mit Froschhappen

Das Maskottchen wird geschlachtet: Ortsvorsteher Heiko Kroker (von links), Manfred Mayer und Ingeburg Henning schneiden und verteilen den Kirmesfrosch mundgerechte Happen. Fotos: Apel

Rotensee. Fast alles beim Festkommers anlässlich der urkundlichen Ersterwähnung von Rotensee vor 725 Jahren drehte sich um den Frosch.

 Den Spitznamengeber der Rotenseer, den Patron der Kirmes und natürlich auch die Symbolfigur der Jahrhundertfeier.

Schelmisch schmunzelnd verfolgte „er“ am Freitagabend bei „Froschwetter“ auf dem grasgrünen Werbebanner über der Tanzfläche, wie das Bläsercorps Freischütz Rotensee den dritten Teil der Jubiläumsveranstaltungen feierlich eröffnete, wie Ortsvorsteher Heiko Kroker das Publikum im voll besetzten Kirmeszelt begrüßte und vielfachen Dank aussprach. Und wie der Kinderchor Wippershain ein erstes musikalisches Ausrufezeichen setzte und „Seeräuberopa Fabian“ hochleben ließ. Die zwölf Jungen und Mädchen ernteten viel Applaus, obwohl die von Simon Göbel geschwenkte Piratenflagge wahrscheinlich nie über Rotensee oder dem 1923 zugeschütteten Dorfteich wehte.

3000 Jahre altes Armband

Jedenfalls wenn man sich auf den Rotenseer Heimathistoriker Hans Heenes verlässt, der Einzelschicksale und wichtige Dorfdaten Revue passieren ließ und dabei auf so manche Kuriosität einging. Etwa die, dass 1923 auf dem Dorfteichgelände das 20 Mio. Mark teure, von den Bürgern selbst finanzierte Weltkriegsmahnmal errichtet worden ist, und dass im Bad Hersfelder Museum ein in der Rotenseer Gemarkung gefundenes, etwa 3000 Jahre altes Bronzearmband vor sich hinschlummert.

Schirmherr Bürgermeister Harald Preßmann („Ich freue mich wie ein Frosch!“) gratulierte für die Gemeindegremien. Er lobte den ausgeprägten Gemeinschaftssinn der Rotenseer, und bat um Unterstützung beim anstehenden Bau des Multifunktionsplatzes. Staatsminister Michael Roth („Roth gehört nach Rotensee!“) wünschte der Festgemeinde angesichts der Ereignisse in Barcelona vor allem Frieden und dass man immer miteinander und nicht übereinander reden möge. Für den Landkreis grüßte Landrat Dr. Michael Koch. Er überreichte ein 500 Euro schweres „Flachgeschenk“ und fügte hinzu: „Wenn ich gewusst hätte, dass Rotensee 577 Einwohner hat, hätte ich noch 77 Euro draufgelegt!“. Weitere Gratulanten waren Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke, Bundestagskandidat Timo Lübeck, Schenklengsfelds Bürgermeister Stefan Gensler für die Nachbargemeinden, Bad Hersfelds Stadtrat Hans-Georg Vierheller und Pfarrer Andreas Staus.

Für gute Unterhaltung sorgten der Männergesangverein Rotensee/Wippershain („Meine Heimat ist Rotensee“) und der Frauenchor Rotensee („Unser Dörfchen“). Die neue, aus zwölf jungen Damen bestehende „Sparkling Dance Crew“ des Sportclubs verzückte mit einem maritimen Programm („Schiff ahoi!“), und als ganz großer Knaller entpuppte sich das Singspiel „Die Froschsage“, in dem eine eigens gegründete Laienschauspielertruppe mit viel Liebe zum Detail darstellte, wie in grauer Vorzeit alljährlich ein Frosch im Rotenseer Dorfteich gemästet, vor der Kirmes gefangen, geschlachtet und verspeist wurde. Herrliche Kostüme, lustige Ideen und schmackhafte „Probierhappen“ begeisterten das Publikum. Schön, dass Conferencier Stephan Bolender auch noch alle Vereine vorstellte, ehe die beiden Chöre „Dankeschön!“ sagten und das Bläsercorps zum Kirmesprogramm überleitete. Für Bier sorgte erstmals Landrat Dr. Koch, der das Kunststück fertigbrachte, das obligatorische Fass mit nur einem einzigen Schlag „oazuzapfen“. (apl) 

Festkommers: 725 Jahre Rotensee

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