Zum 725-jährigen Bestehen des Ortsteils von Hauneck

Hans Heenes legt lesenswerte Chronik von Rotensee vor

Das Bild zeigt die Präsentation der neuen Ortschronik von Hans Heenes  „Geschichte und Geschichten der Dorfschaft Rotensee“. Stehend von links im Bild Alfons Retting von der Sparkasse, Kurt Modenbach, Klaus Eichler, Ortsvorsteher Heiko Kroker, Bürgermeister Harald Preßmann, Chronist Hans Heenes und Felix Tögel von der VR-Bank Nordrhön.
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Freude im Froschdorf: Die bei der Präsentation der neuen Ortschronik anwesenden Rotenseeer waren dankbar, dass sich Hans Heenes vier Jahre lang mit „Geschichte und Geschichten der Dorfschaft Rotensee“ befasst und ein ausgesprochen lesenswertes Buch vorgelegt hat. Stehend von links im Bild Alfons Retting von der Sparkasse, Kurt Modenbach, Klaus Eichler, Ortsvorsteher Heiko Kroker, Bürgermeister Harald Preßmann, Chronist Hans Heenes und Felix Tögel von der VR-Bank Nordrhön.

Vier Jahre nach der 725-Jahrfeier des Ortsteils von Hauneck hat der Lehrer Hans Heenes über seine Heimatgemeinde Rotensee eine Chronik verfasst.

Rotensee - Monate- beziehungsweise jahrelang hat er „Geschichte und Geschichten zur Dorfschaft Rotensee“ erforscht, zusammengetragen, niedergeschrieben, in Form gebracht und mit vielen Bildern versehen. Am Sonntagvormittag wurde das 324 Seiten starke, mit Hilfe von Sponsoren grundsolide finanzierte Buch vorgestellt.

Stark ist das Werk in jeder Hinsicht, nicht nur, was die Größe des Buches und den Umfang anbelangt. Auch inhaltlich fördert der 72-jährige Pensionär Einblicke in das Werden und Blühen, das Immer-wieder-Bedrohtsein und das Sich-trotz-allem-immer-wieder-Neu-und-Weiterentwickeln des Dorfes und der in ihm lebenden Menschen zu Tage, die so genau und so interessant nur selten gegeben werden. Das sah auch Bürgermeister Harald Preßmann so, der ganz Rotensee, Vertreter des öffentlichen Lebens und die Sponsoren des Projekts zur Buchpräsentation auf den Generationenplatz eingeladen hatte. „Was Hans Heenes geleistet hat, ist aller Ehren wert, beispielhaft für alle, die ehrenamtlich unterwegs sind“, stellte der Rathauschef fest. Der Chronist selbst nahm das Publikum dann mit an so manchen Tisch, an dem er bei Kaffee, Tee oder auch Rotwein mit Zeitzeugen Gespräche geführt und Informationen erhalten hat.

Alles, was er gehört und gelesen hat, ist eingeflossen in die verschiedenen Kapitel des Buches, in dem er nach dem Besonderen von Rotensee sucht. Sicher nicht ganz zu Unrecht zitiert er einen vor 45 Jahren im Froschdorf heimisch gewordenen Mann aus dem Ruhrpott: „Das Besondere sind die Menschen, die mit ihrer Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft, Treue, Freundschaft und Humor beeindrucken. Wenn du nach Rotensee kommst, empfängt dich ein Wohlgefühl.“

Zum Start seiner Reise durch die Geschichte präsentiert Heenes „das Wertvollste, das je in den gut 240 Hektar Boden der Gemarkung zu finden war: ein Bronzearmreif aus der Hügelgräberzeit vor etwa 3000 Jahren“. Auf dem Dachboden des Museums der Stadt Bad Hersfeld schlummert er vor sich hin – die Hügelgräberlandschaft, in der das Schmuckstück 1939 bei Grabungen entdeckt wurde, ist nicht mehr zu erkennen. Weitere Kapitel der Ortschronik befassen sich mit der Grenzlage und den Herren der Ortschaft Rotensee, die es ihren armen Untertanen nicht unbedingt einfach machten, sodass sich im 18. Jahrhundert so manche als Soldaten in Amerika verdingten oder später dorthin auswanderten. Persönliche Schicksale, auch aus den Jahren vor und nach den beiden Weltkriegen, verdeutlichen Zeiten und Zustände, Familien- und Hofgeschichten berühren den Leser. Etwa wenn dargestellt wird, wie die Obrigkeit wegen Bettelns sowohl gegen einen Zehnjährigen als auch gegen einen 77-Jährigen vorgegangen ist, oder wie sich die Liebe des reichen, aus der Nähe von Magdeburg stammenden Bauernsohnes Christoph zur Rotenseeer Hoferbin Kunigunde zu einer tragischen Abfolge von Ereignissen entwickelte.

Gleichwohl kommen auch die lustigen Begebenheiten nicht zu kurz. Etwa wenn erzählt wird, wie sich die Gastwirtschaften entwickelten, unter ihnen das „Haus Sonnenblick“, das zu Festspielzeiten Größen wie Johannes Heesters, Mario Adorf, Götz George und auch Walter Giller beherbergte, der nach reichlich Biergenuss bei einem in die freie Natur verlegten Toilettengang in einen Graben fiel.

Die bei der Buchpremiere anwesenden Gästen klatschten bei Getränken und Grillwüstchen begeistert Beifall, als sich Ortsvorsteher Heiko Kroker und Bürgermeister Preßmann mit Dokumentenmappe und Badetuch („Zum Abwischen des Schweißes der letzten vier Jahre!“) bei Hans Heenes bedankten. „Wenn sich alle so einbringen würden wie Hans Heenes, bräuchten wir keine Angst um unsere Gesellschaft zu haben!“, so Preßmann. (Wilfried Apel)

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