Haunetals Bürgermeister ist nach rund 100 Tagen in „seiner“ Gemeinde angekommen

Endlich zu Fuß zur Arbeit

Stefan Euler ist seit rund 100 Tagen Bürgermeister von Haunetal. Auf seinem Schreibtisch stapelt sich im wahrsten Sinne des Wortes die Arbeit – in der Gemeinde gibt es für den 35-Jährigen genug zu tun. Foto: Maaz

Haunetal. Seit etwas mehr als 100 Tagen ist Haunetals „neuer“ Bürgermeister Stefan Euler nun im Amt. Eine Visitenkarte, die ihn als neuen Verwaltungschef ausweist, hat der 35-Jährige zwar noch nicht, aber zumindest eingerichtet hat er sich in „seiner“ Gemeinde schon – in persönlicher Hinsicht ebenso wie in beruflicher.

„Zum ersten Mal kann ich zur Arbeit laufen’“, berichtet Euler, der mit seiner Lebensgefährtin eine Doppelhaushälfte im Neubaugebiet in Neukirchen bezogen hat. In der Region habe er sich gut eingelebt und er sei positiv überrascht gewesen, wie interessiert die Bürger seien. Auf der Straße oder im Supermarkt gegenüber des Haunetaler Rathauses würde er mittlerweile erkannt und angesprochen, einige Leute hätten ihn sogar an seinem Arbeitsplatz besucht, um ihn kennenzulernen. „Das ist ein schöner Umgang hier“, freut sich Euler, der noch der jüngste Bürgermeister im Kreis ist. Er sei sozusagen als unbeschriebenes Blatt ohne „Vorbelastungen“ in die Gemeinde gekommen, an deren Spitze er nun steht und in der er sich jetzt bewähren müsse.

Genug zu tun dürfte Euler in seinen ersten 100 Tagen jedenfalls gehabt haben und auch die kommenden Wochen und Monate werden arbeitsreiche. Auf der To-Do-Liste ganz oben standen in den vergangenen Wochen die Themen Entwässerung, Dorferneuerung in Rhina und Windkraft. Einen leichten Job hat der Diplom-Verwaltungswirt mit einem Faible für Zahlen sicher nicht.

Sparmöglichkeiten suchen

Bevor Euler nach Haunetal kam, war er beim Rechnungsprüfungsamt des Wartburgkreises tätig. Auf die Zahlen schaut der 35-Jährige natürlich auch jetzt ganz genau. Finanziell steht die Gemeinde nicht besonders gut da, hat ihr Bürgermeister festgestellt, die Zahlen sähen bedenklich aus. Es müsse deshalb über neue Einnahmequellen nachgedacht werden, zum Beispiel durch Windkraft. Zudem sei zu überlegen, ob Personal- oder Sachkosten eingespart werden könnten. An Gebührenerhöhungen denkt Euler derzeit nicht. „Vom Kreis oder vom Land sind keine Hilfen zu erwarten“, ist sich Euler jednefalls sicher. „Wir sind auf uns allein gestellt.“ Die Gemeinde sei darüber hinaus zu sehr von Kassenkrediten abhängig, für Investitionen fehlten die Gewinne. Ein Mittelweg zwischen Sparen und Investieren sei gefragt.

Den Haushalt will der Bürgermeister noch im Februar einbringen, um ihn möglichst schnell beschließen und genehmigen lassen zu können. Der Haushalt für 2013 soll möglichst auch noch in diesem Jahr, im November eingebracht werden. Derzeit arbeitet Euler zudem an der Eröffnungsbilanz. TEXT UNTEN

Von Nadine Maaz

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