„Keine Schippenmännchen“

Ausbildungszertifikat für Lebensmittelmarkt und Baufirma

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Auf der Baustelle ausgezeichnet: Geschäftsführer Jörg Gnauert (rechts) freut sich über die Auszeichnung, überreicht von Carmen Issleib-Timm und Waldemar Dombrowski von der Arbeitsagentur (Vierte und Fünfter von links). Dabei sind Beate Becker, Kerstin Schulze und Rüdiger Gümpel (von links) sowie die Azubis Marian-Benedikt Mohr und Eid Salem Al Shmari (auf dem Bagger von links).

Der Lebensmittelmarkt Jens Fürstenberg in Neukirchen und das Bauunternehmen Himmel und Papesch wurden von der Arbeitsagentur mit Ausbildungszertifikaten ausgezeichnet. 

Der Lebensmittelmarkt Jens Fürstenberg und das Bauunternehmen Himmel und Papesch dürfen sich freuen: Die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda verleiht beiden Unternehmen in diesem Jahr ein Ausbildungszertifikat. Jährlich werden zwei Unternehmen, die sich im Bereich Ausbildung besonders engagieren, mit einer solchen Ehrung bedacht.

Der Lebensmittelmarkt Jens Fürstenberg in Haunetal-Neukirchen erhielt die Auszeichnung für das persönliche Engagement des Geschäftsinhabers, wie es in der Begründung der Arbeitsagentur heißt. So passe der Chef die Öffnungszeiten des Geschäfts den Zug-Fahrplänen an, um seinen Azubis den Arbeitsweg zu erleichtern. „Uns ist wichtig, dass sich unser Nachwuchs wohlfühlt“, erklärte Fürstenberg, und fügte hinzu: „Ausbilden kostet zwar Zeit und Geld, aber es lohnt sich.“

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Bauunternehmen Himmel und Papesch in Bebra. Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur für die Region Bad Hersfeld-Fulda, lobte ausdrücklich die Bereitschaft des Unternehmens, zum Anwerben von neuen Auszubildenden auf Praktika und Azubitage zu setzen, um über die im Unternehmen angebotenen Ausbildungsberufe zu informieren. Darüber hinaus hob er die Bereitschaft des Unternehmens hervor, auch junge Menschen mit Fluchthintergrund einzustellen. Momentan sind zwei der insgesamt 18 Auszubildenden Flüchtlinge aus Syrien und Kuwait.

Geschäftsleiter Jörg Gnauert zeigte sich erfreut über die Auszeichnung, die mit dem 95-jähriges Firmenbestehen zusammenfällt. Zum Leitbild der Ausbildung sagte er: „Wir brauchen Spezialisten, die wissen, was sie tun. Die Zeit der einfachen Schippenmännchen ist vorbei.“ Seine Bereitschaft, auch Flüchtlingen eine Chance zu geben, sieht Gnauert als Selbstverständlichkeit an: „Mir ist egal, ob es Deutsche oder Flüchtlinge sind - da habe ich keine Berührungsängste.“

Trotz der intensiven Bemühungen um neue Auszubildende und einer Bezahlung über dem festgelegten Tariflohn, fällt es Himmel und Papesch, genauso wie vielen anderen Handwerks- und Baubetrieben im Kreis, immer schwerer, ihre freien Ausbildungsplätze zu besetzen. Laut Agenturchef Dombrowski kämen in der Region auf einen Bewerber im Baubereich zwei Ausbildungsplätze.

Den Grund dafür sieht Rüdiger Gümpel, Prokurist und Ausbildungsleiter des Unternehmens, in der Einstellung gegenüber dem Baugewerbe: „Der Bau hat ganz klar ein Image-Problem.“ Daneben seien viele potenzielle Kandidaten abgeschreckt von der Idee, die ganze Woche fern der Heimat auf Montage zu sein. Trotz des zurückgegangenen Interesses junger Menschen sei es jedoch bisher immer gelungen, alle Ausbildungsplätze zu besetzen, versichert Gnauert. mmx

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