Wolfsmanagement im Einsatz

War es ein Wolf? Nandu auf Weide gerissen

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Ein toter Nandu wurde auf einem Geflügelhof entdeckt. Wurde es von einem Wolf gerissen?

Auf einem eingezäunten Grundstück im osthessischen Landkreis Fulda wurde am Donnerstag ein toter Nandu entdeckt. Zwei Wolfsrissgutachter waren im Einsatz.

Auf einem eingezäunten Wiesengrundstück des Geflügelhofs Zintl am Ortsrand des Eiterfelder Ortsteils Leibolz hat am Donnerstag gegen 7 Uhr Hofbesitzer Thomas Zintl einen toten Nandu entdeckt.

Der Körper des Vogels war aufgerissen und die Innereien gefressen worden. In einigem Abstand zu dem Kadaver lagen die Gedärme des toten Tieres. Wie der südamerikanische Laufvogel zu Tode gekommen ist, wird nun untersucht. 

Landwirt ist sich sicher: das kann nur ein Wolf gewesen sein

Landwirt Zintl ist sich sicher, dass nur ein Wolf den Nandu gerissen haben kann. „Der Vogel wiegt 35 Kilo und ist auf der Wiese über 15 Meter herumgeschleift worden. Das kriegt doch außer einem großen Wolf kein Tier hin“, ist sich Zintl sicher.

Das  Nandu wurde in einem eingezäunten Grundstück des Geflügelhofes angegriffen.

Die Wiese selbst ist von einem 1,50 Meter hohen Drahtzaun umgeben. Und im oberen Bereich elektrisch abgesichert. Der Zaun ist demnach „wolfssicherer“, als es in Hessen gefordert ist.

Der Geflügelzüchter meldete den Fund des toten Nandus umgehend an das „Wolfsmanagement“ beim Regierungspräsidium in Kassel.

Toter Nandu: Wolfsrissgutachter im Einsatz

Von der zuständigen Stelle beim RP in Kassel wurden dann gegen Mittag zwei Wolfsrissgutachter nach Leibolz geschickt, um an dem toten Vogel nach DNA-Spuren zu suchen. Reinhard Rust vom „Wolfsmanagement“ der Kasseler Behörde bestätigte dies auf Nachfrage.

Die Auswertung der genommenen DNA-Spuren gibt nun das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden beim Labor für Wildtiergenetik in Gelnhausen in Auftrag.

Die Analyse würde sich laut Rust als sehr zeitintensiv darstellen und könnte sich über mehrere Wochen hinziehen. Der Nandu-Kadaver selbst wurde zurückgelassen. Dieser muss nun von dem Geflügelzüchter selbst entsorgt werden.

Landwirt hofft, dass es ein Einzelfall bleibt

Zintl hofft nun, dass es zu keinen weiteren Vorkommnissen dieser Art auf seinem Anwesen kommen wird. Denn dort sind kurz vor dem beginnenden Weihnachtsgeschäft unzählige Gänse tagsüber auf den Wiesen unterwegs und nachts in großen Zelten untergebracht. „Die Zelte sind zwar am Boden ringsherum mit Strom gesichert, der den Fuchs vertreibt, wenn er sich einen Tunnel graben will. Gegen einen Wolf, der von oben angreift, hilft der Strom aber überhaupt nicht“, erklärt Zintl.

Im Landkreis Fulda waren am 19. Oktober drei Schafe bei Poppenhausen-Abtsroda von einem Wolf gerissen worden. Zudem hat es in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg in jüngster Vergangenheit weitere Wolfsichtungen und Risse durch Wölfe* gegeben.

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