Teuer wohnen

Wohnungspreise in Frankfurt legen kräftig zu

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Der Grand Tower wird der höchste Wohnturm in Deutschland. Wohnungen in den oberen Stockwerken sind richtig teuer.

5300 Euro pro Quadratmeter hat 2019 eine Eigentumswohnung in Frankfurt im Schnitt gekostet. Ganz oben in den Wohntürmen wird teils sogar das Vierfache gezahlt.

Eigentumswohnungen sind im vergangenen Jahr in Frankfurt im Durchschnitt für 5300 Euro pro Quadratmeter verkauft worden. Das ist ein Anstieg von mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders kräftig haben sich dabei Neubauwohnungen verteuert. Diese wurden nach Zahlen des Gutachterausschusses für Immobilienwerte, der alle Kaufverträge auswertet, im vergangenen Jahr für 6950 Euro pro Quadratmeter gehandelt. Das ist ein Plus von 14,1 Prozent im Vergleich zum Wert von 2018. Noch 2014 wechselten neue Eigentumswohnungen im Durchschnitt für nicht mal 4000 Euro pro Quadratmeter die Eigentümer. Inzwischen fließen selbst für neue Eigentumswohnungen in Stadtteilen abseits des Zentrums wie Niederrad, Rödelheim oder Höchst im Durchschnitt mehr als 6500 Euro pro Quadratmeter.

Fast genauso teuer wie Neubauten sind Altbauwohnungen. Im Durchschnitt werden für diese inzwischen 6870 Euro pro Quadratmeter gezahlt, ein Plus von 12,6 Prozent. Dabei legten Käufer für Eigentumswohnungen der Baujahre bis 1919 im Stadtteil Westend im Durchschnitt sogar als 10.500 Euro pro Quadratmeter hin. Allgemein scheinen Käufer inzwischen bereit, Preise zu zahlen, die vor wenigen Jahren undenkbar schienen. 152 Wohnungen wurden für mehr als 10.000 Euro pro Quadratmeter verkauft. In den obersten Geschossen der Wohnhochhäuser liegen die Preise sogar bei fast 20.000 Euro. 355 Eigentumswohnungen wurden 2019 für Preise zwischen 7500 und 9999 Euro pro Quadratmeter verkauft. Die Zahl der Wohnungen, die für Preise unter 3500 Euro pro Quadratmeter die Eigentümer wechselten, sank dagegen um fast 300.

Der Wohnungsmarkt

Wohnimmobilien im Wert von mehr als 3,3 Milliarden sind im vergangenen Jahr in Frankfurt gekauft worden. Das ist ein neuer Rekordwert.

Die relativ teuerste Wohnung wechselte für rund 25 600 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer. Höchster Kaufbetrag war 5,4 Millionen Euro für eine Eigentumswohnung.

Am günstigsten waren drei Wohnungen, die für jeweils unter 1000 Euro pro Quadratmeter verkauft wurden. 

Auch die Preise für Eigenheime sind in der Summe erneut gestiegen. Für ein neues Reihenmittelhaus nennt der Gutachterausschuss inzwischen einen Kaufpreis von durchschnittlich 930.000 Euro. Für einzelne Baujahresklassen gab es allerdings leichte Rückgänge.

Der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Michael Debus, ging am Donnerstag davon aus, dass sich die Preissteigerungen zumindest abschwächen werden. Noch seien die Anlagealternativen angesichts der sehr niedrigen Zinsen aber rar und die Nachfrage nach Wohnimmobilien entsprechend hoch.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) warb dafür, rasch das Angebot zu erhöhen und zusätzliches Bauland auszuweisen. Das werde durch die Klimadebatte nicht einfacher, sei aber dringend nötig, sagte er. Mit dem vom Magistrat auf den Weg gebrachten Baulandbeschluss werde die Stadt zudem zu einer Dämpfung der Bodenpreise beitragen, die schon jetzt immerhin weniger stark als zuletzt stiegen. Dabei will die Stadt Investoren in Gebieten mit neuen oder geänderten Bebauungsplänen deutlich schärfere Vorgaben machen. Diese müssen künftig unter anderen auch freifinanzierte Mietwohnungen und preisgedämpfte Eigentumswohnungen bauen. Diese sollen, wie Josef sagte, etwa 5000 Euro pro Quadratmeter kosten. Er warb in diesem Zusammenhang dafür, dass Selbstnutzer statt sechs Prozent nur ein Prozent Grunderwerbssteuer zahlen sollten.

Eigentumswohnungen in Frankfurt werden immer teurer. Derzeit entstehen gleich sieben Projekte mit Durchschnittspreisen über 10.000 Euro pro Quadratmeter.

Die Stadt Frankfurt hat in großem Stil als Hotels missbrauchte Wohnungen zurückgewonnen, die etwa als „Residenzapartments“ beworben werden. Ihr gelingt damit ein bisher einmaliger Erfolg.

Nicht nur für die Häuser in der Stadt geht es hoch hinaus, auch Kaufpreise und Mieten ziehen mit.

Von Christoph Manus

In welchem Stadtteil würden Frankfurter am liebsten eine Immobilie zum Wohnen kaufen*? Eine Studie verrät das jetzt.

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