Auf verschlungenen Wegen

Gestohlenes Gemälde nach über 45 Jahren in Wiesbaden aufgetaucht

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Das gesuchte Bild. Daneben stehen Polizeivizepräsidentin Roswitha Briel, die Kriminalkommissare Möhring und Karfeld (re.) und Bürgermeister Olivier Thomas.

Das Bild war aus einer französischen Kirche verschwunden: Nun entdeckte ein Wiesbadener es auf seinem Dachboden. 

Wiesbaden - Nach mehr als 45 Jahren ist ein aus der Kirche St.-Marie-Madeleine im französischen Marcoussis gestohlenes Gemälde in einem Wiesbadener Auktionshaus wieder aufgetaucht. 

Ein Restaurator aus Frankreich habe das Kunstwerk "Jesus bei Martha und Maria" des Malers Théodore Chasseriau im Internet entdeckt, teilte die Polizei in Wiesbaden mit. Nach einem Hinweis des französischen Kultusministeriums im Mai habe das Bundeskriminalamt angeregt, das Gemälde wegen des Verdachts der Hehlerei sicherzustellen. 

Erbstück auf dem Dachboden wiedergefunden

Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Der Besitzer des Kunstwerks gab demnach an, das Gemälde geerbt zu haben. Seinen Angaben zufolge wurde das Bild 1974 auf dem Pariser Kunstmarkt erworben. Erst in diesem Jahr habe er es auf dem Dachboden wiedergefunden und sich für einen Verkauf entschieden. 

Nachdem der Besitzer von der Vorgeschichte erfahren hatte, und davon, dass es sich bei dem Gemälde um ein registriertes, nationales französisches Kulturgut handelt, erklärte er sich freiwillig zur Rückgabe an die Gemeinde Marcoussis bereit.

Bild ist etwa 10 000 Euro wert

Der Wert des Gemäldes kann den Angaben zufolge nicht genau beziffert werden. Das Bild sei aus dem Rahmen herausgetrennt worden und weise deshalb leichte Beschädigungen auf. Zudem fehle eine Signatur. Auf dem Kunstmarkt werden andere Gemälde des Künstlers demnach aber ab 10 000 Euro gehandelt.

Bürgermeister Olivier Thomas erzählte während der Übergabe, dass er sich noch gut an das Gemälde erinnere, weil es zum Zeitpunkt seiner Kommunion im Jahr 1971 noch in der Kirche hing und er die Hoffnung nie aufgegeben habe, es irgendwann zurückholen zu können. Das ist nun gelungen.

dpa/tom

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