Bei Ausflug auf Bauernhof

Kinderfeuerwehr verhindert Brandkatastrophe und rettet 50 Kühe vor dem Feuertod

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Der Traktor hatte Feuer gefangen: Die Mitarbeiter des Bauernhof und Eigentümer Hartmut Rautenkranz hatten die Maschine aus dem Kuhstall geschleppt.

Schemmern. Die Kinderfeuerwehr Heyerode verhinderte am Samstag eine mögliche Brandkatastrophe auf einem Milchvieh-Bauernhof im Waldkappeler Stadtteil Schemmern.

Ihrer Sensibilität für das Thema Feuer ist es zu verdanken, dass die Mitglieder der Kinderfeuerwehr Heyerode einen Brand auf einem Milchvieh-Bauernhof im Waldkappeler Stadtteil Schemmern (Werra-Meißner-Kreis) entdeckt haben und eine Katastrophe verhinderten.

Am Samstagnachmittag hatte die Kinderfeuerwehr einen Ausflug auf den Hof von Milchbauer Hartmut Rautenkranz geplant. Dort sollten sie erfahren, woher die Milch kommt und wie gesunde Feuerwehrleute leben können. Die Kinder durften auch einem frischgeborenen Kälbchen einen Namen geben. Der idyllische Ausflug sollte sich anders entwickeln.

Als die Kinder den offiziellen Teil abgeschlossen hatten, durften sie auf dem Hof spielen. Plötzlich kamen mehrere Kinder angerannt und verkündete den Betreuern: „Im Stall brennt es.“

Hilfskette eingerichtet

Zu den sieben mitgereisten Betreuern zählten vier aktive Einsatzkräfte. Neben der Kinderfeuerwehrwartin Tanja Sinemus war auch der Heyeröder Wehrführer Fabian Jung dabei. Als sie erkannten, dass tatsächlich Rauch aus einem der Gebäude quoll, riefen sie blitzschnell eine Hilfskette ins Leben.

Entzündet hatte sich ein Traktor, der für die Silage-Fütterung der knapp 90 Kühe im Stall zuständig ist. Mit Feuerlöschern versuchten Hofbesitzer Rautenkranz und die Feuerwehrleute zunächst, den Flammen Herr zu werden. Gleichzeitig wurde ein Notruf an die Leitstelle abgegeben. „Die Kinder waren hautnah dabei und konnten so real miterleben, was sie schon so oft im Trockenen geübt hatten“, sagt Kinderfeuerwehrwartin Tanja Sinemus.

Trächtige Kuh evakuiert

Weil der Brand des Traktors und der Silage nicht kontrollierbar war, räumten Helfer den Stall. In erster Linie wurden das Neugeborene und seine Mutter sowie eine weitere trächtige Kuh evakuiert. „Außerdem haben wir die Gatter geöffnet, sodass 40 bis 50 weitere Tiere den Stall verlassen konnten.“ Gleichzeitig hatte der Hofbesitzer den brennenden Trecker mit einem Schlepper aus dem Stall gezogen.

Als die Feuerwehr an der Unglücksstelle eintraf, löschte sie den 30 Jahre alten Traktor mit Schaum ab. Neben den Einsatzkräften aus Schemmern, Hetzerode und Waldkappel war auch ein neues Tanklöschfahrzeug aus Sontra im Einsatz, das 3500 Liter Wasser mitbrachte. „Weil der Hof so abgelegen liegt, war die Wasserversorgung nicht ganz einfach“, sagt Sinemus.

Nach ersten Ermittlungen habe sich Heu durch Funkenflug entzündet und sei auf den Trecker übergesprungen.

Hoher Schaden

Der Schaden wird laut Eschweger Polizei auf 40- bis 50.000 Euro geschätzt. Hofeigentümer Rautenkranz bedankte sich bei den Kindern und Betreuern. Der Brand hätte sich zu einer Katastrophe entwickeln können, wenn das Feuer später entdeckt worden wäre.

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