Geschäft schon zu, Strafe zur Bewährung

Verdorbene Lebensmittel im Sortiment: Korbacherin zu Freiheitsstrafe verurteilt

+
Unappetitlich: Verschimmelte Lebensmittel fanden sich im Sortiment eines Korbacher Geschäfts (Symbolfoto).

Korbach. Schimmlige Wurst in der Theke, Schlimmeres darunter: Eine Korbacher Lebensmittelhändlerin musste sich vor dem Richter verantworten.

Butter, die das Mindesthaltbarkeitsdatum seit einem Dreivierteljahr überschritten hat, mit grünem Schimmel überzogener Schinkenspeck, eine gelbliche, schleimige und übelriechende Flüssigkeit, die einmal ein Molkereiprodukt war: Weil das Sortiment ihres Korbacher Lebensmittelmarkts verdorbene Waren enthielt, ist eine 47-Jährige aus der Hansestadt am Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Nur ein Teil der betroffenen Lebensmittel war den Kunden des seit Juni geschlossenen Markts zugänglich: Ein Lebensmittelkontrolleur entdecke im Januar in der Kühltheke vertrocknete Fleischwaren und eine schimmlige Leberwurst. Den Großteil der schlechten Waren lagerte die Frau in gekühlten Fächern darunter. Durch die Umluftkühlung könnten durch dieses Vorgehen etwa Sporen auf die frische Ware übertragen werden, so der Kontrolleur. Anderes lagerte sie in einer Garage.

Händlerin: War total überfordert mit dem Laden

„Ich war so überfordert mit dem Laden“, erklärte die 47-Jährige: Seit langem stritt sie heftig mit ihrem Vermieter; ärztlich attestiert wurde ihr zudem eine seelische Erkrankung. Er habe ihr auch verboten, die Mülltonne zu benutzen – in der Zeit, bis die eigene kam, habe sie die Waren im Laden gelagert, aber nicht verkauft. Die schimmlige Leberwurst habe sie übersehen.

Sie habe die Waren entsorgen müssen und können, befand Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling. Beim Urteil folgte er dem Antrag der Staatsanwaltschaft: Angesichts kleinerer Vorstrafen wegen Betrugs und Steuerhinterziehung hielt diese eine Freiheitsstrafe für nötig. Als Bewährungsauflage muss sie 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, ein Jahr wird ihr die Arbeit im Lebensmittelhandel verboten. „Mit der Selbstständigkeit habe ich abgeschlossen“, erklärte sie selbst, das Urteil ist rechtskräftig.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion