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100 Milliarden für die Bundeswehr - Rheinmetall-Aktie steigt auf Rekordwert

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Von: Sandra Kathe

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Der russische Angriff auf die Ukraine hat zahlreiche Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Profiteure gibt es derzeit vor allem im Bereich der Rüstungshersteller.

Frankfurt/Berlin - Nach der Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD*), ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitzustellen, sind die Aktien mehrerer Rüstungsunternehmen steil nach oben geschossen. Steigende Kurse schreiben neben den deutschen Firmen Rheinmetall, Hensoldt und Thyssenkrupp derzeit auch der britische Rüstungskonzern BAE Systems, das französische Unternehmen Thales sowie der größte europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus, dessen Rüstungssparte ihn zum zweitgrößten Rüstungskonzern Europas macht.

Hintergrund der Ankündigung, die die Kurse so stark beeinflusst hat, ist der Angriff des russischen Militärs auf die Ukraine, der den Aktienmärkten insgesamt seit Tagen massiv schadet. Die geplante Aufrüstung der Bundeswehr mit zusätzlichen Ausgaben von geschätzt 33,5 Milliarden Euro pro Jahr, könnte laut Analysten die Ausgaben für Ausrüstung für die deutschen Streitkräfte vervierfachen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Für die Ausrüstung der Bundeswehr hat Bundeskanzler Olaf Scholz ein Sonderbudget in Höhe von 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Für die Ausrüstung der Bundeswehr hat Bundeskanzler Olaf Scholz ein Sonderbudget in Höhe von 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Davon profitieren wohl auch Rüstungskonzerne wie Rheinmetall. (Archivfoto) © Philipp Schulze/dpa

Nach Angriff auf die Ukraine: Rheinmetall-Aktie steigt um rund ein Viertel

Besonders deutlich zeigt sich der Wertgewinn der Aktie bei dem größten Lieferant von Hauptwaffensystemen der Bundesrepublik, dem Düsseldorfer Unternehmen Rheinmetall. Diese lag bei Börsenschluss am Freitag (25.02.2022) noch bei 107 Euro, am Montagvormittag erreichte sie dann in der Spitze einen Wert von 142,05 und damit einen Anstieg von rund einem Viertel sowie den höchsten Aktienwert des Unternehmens in über zehn Jahren.

Die Aktie des Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt stieg von 15,30 Euro am Freitag auf den Spitzenwert von 23,80 Euro, die Thyssenkrupp-Aktie steigt bereits seit Donnerstag leicht an. Bei der Airbus-Aktie, die sich nach der Corona-Krise* gerade wieder auf Erholungskurs befand, könnten sich die aktuellen Ankündigungen von Bundeskanzler Scholz in den kommenden Tagen noch stärker auswirken. Die Airbus-Aktie stieg in den vergangenen fünf Tagen bislang nur leicht.

Wirtschaftliche Folgen von Ukraine-Angriff: Bislang keine Spur von Panik

Ähnlich verhält sich die Entwicklung aktuell an anderen europäischen Börsen. So stieg etwa die Aktie des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems in London um knapp 14 Prozent, die Aktie der französischen Thales Group stieg in Paris ebenfalls um gut 13 Prozent.

Insgesamt haben die übers Wochenende verschärften Sanktionen gegenüber Russland die Finanzmärkte laut Agenturberichten weiter geschwächt. Die Marktreaktionen auf den von Russland* entfachten Krieg in der Ukraine* seien bisher jedoch überschaubar. Von Panik sei keine Spur, auch wenn die Schwankungen groß bleiben dürften, betonen Analysten. Anlagen, die als sichere Häfen gelten, dürften gefragt bleiben. (ska mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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