NVV testet Kamerasysteme an 20 Bussen

Sicherheit im toten Winkel: NVV testet Abbiegeassistenten in Bussen

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Der Nordhessische Verkehrsverbund testet Abbiegeassistenzsysteme an 20 von insgesamt 700 Bussen. 

 Rund 50. 000 Euro investiert der Nordhessische Verkehrsverbund NVV in den Test von zwei Abbiegeassistenzsystemen in 20 seiner insgesamt 700 Busse.

Das System „Magic Eye“ vom Hamburger Hersteller Luis Technology wurde der Öffentlichkeit gestern bei einer Testfahrt auf dem Königsberg in Bad Arolsern (Waldeck-Frankenberg) vorgestellt.

Das Nachrüstsystem besteht aus einer Kamera, die den toten Winkel vorne rechts am Bus überwacht und einem Bildschirm am Armaturenbrett des Fahrers. Ein kluger Algorithmus ermittelt ab einer Geschwindigkeit von unter 30 Stundenkilometern, ob sich im Nahbereich des Busses ein Objekt annähert oder entfernt. 

Sobald ein Radfahrer oder ein Fußgänger dem Gefahrenbereich des Busses zu nahe kommt, wechselt der Bildschirmrahmen von Grün auf Rot. Wenn der Busfahrer dann auch noch den Blinker betätigt hat, ertönt ein Warnton, der zum erneuten Blick in den Rückspiegel ermahnt.

Bei der Testfahrt auf dem Bad Arolser Königsberg zeigt Olaf Rohde, zuständig für Fahrzeugtechnik, das dritte Auge, das den Busfahrer unterstützt.

„Wir haben unser System so ausgelegt, dass es den Fahrer nicht mit unnötigen Informationen überfrachtet“, stellte Bastian Dorsch von der Hamburger Firma Luis Technology bei der Testfahrt auf dem Bad Arolser Königsberg fest. Schließlich müssten die Fahrer in einem voll besetzten Bus mit hohem Geräuschpegel viele Dinge im Auge haben.

Zum Jahreswechsel hatte das Bundesverkehrsministerium Zuschüsse für den nachträglichen Einbau von Abbiegeassistenzsystemen ausgeschrieben. „Kaum war die Veröffentlichung raus, da war das Programm schon überzeichnet“, berichtet Landrat Dr. Reinhard Kubat in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des Nordhessischen Verkehrsverbunds. 

Busfahrer Klaus Eckel ist dankbar für mehr Sicherheit beim Rechtsabbiegen.

Waldeck-Frankenbergs Landrat Dr. Reinhard Kubat erinnerte bei der Testfahrt an den tragischen Unfall, bei dem Ende Januar eine Schülerin am Bad Arolser Bahnhof von einem abbiegenden Bus erfasst und getötet wurde, wie unsere Partnerzeitung wlz-online.de* berichtete. „Wir wollten den Busfahrern, die eine hohe Verantwortung im Straßenverkehr tragen, eine Hilfestellung geben, solche Unfälle künftig zu vermeiden", sagte Kubat.

*wlz-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerkes.

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