Madline Fischer aus Sontra spielt mit

Auf den Spuren Harry Potters: Training der Quidditch-Nationalmannschaft in Sontra

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Treffer: Die „Jäger“ haben die Aufgabe, einen Volleyball durch die Torringe zu werfen. Die Ringe werden von einem „Hüter“ verteidigt. Der Aufpasser hat hier gegenüber den Angreifern das Nachsehen. Der Ball landet im Ziel.

Als Joanne Rowling ihre Harry-Potter-Romane schrieb, hätte sie wohl nicht gedacht, dass die ihre erfundene Sportart Quidditch von Muggels (normalen Menschen) gespielt würde. 

Am vergangenen Wochenende trainierte die Quidditch-Nationalmannschaft in Sontra.

Vor rund 13 Jahren hat Quidditch den Sprung aus der Fiktion in die Realität geschafft. „Betrunkene Studenten des Middlebury Colleges in Vermont (USA) dachten 2005 das müsste man mal ausprobieren“, erzählte Nationalmannschaft-Trainerin Nadine Cyrannek (26, Darmstadt). Der Stein kam ins Rollen. Im Jahr 2014 gründete sich dann die deutsche Quidditchszene. Aus vier offiziellen Teams wurden 34. Das Nationalteam erreichte bei der Europameisterschaft im letzten Jahr Platz fünf.

Sontraerin Madline Fischer ist eine von 50 Quidditch-Spielerinnen in Deutschland

Am Wochenende gastierte die Quidditch-Nationalmannschaft zu einem zweitägigen Trainingslager im Sontraer Heinrich-Schneider-Stadion. „Wir wollen als Team zusammenwachsen“, sagte Cyrannek, die mit ihrer Mannschaft im Dorfgemeinschaftshaus im Stadtteil Weißenborn nächtigte und sich bei Nino Ruch aus Sontra für die „besten Rahmenbedingungen“ bedankte. Seit Ende 2016 zählt Ruchs Tochter, Madline Fischer, zum erlesenen Kreis der besten 50 Quidditch-Spielerinnen in Deutschland.

Eine der bundesweit 50 Quidditch-Spielerinnen: Madline Fischer aus Sontra.

Madline Fischer (23) zog es nach dem Abitur an der Adam-von-Trott Schule im Jahr 2014 nach Darmstadt zum Studium. Die angehende Biologie-Lehrerin entschied sich im Oktober 2016 für die Sportart Quidditch. Die ersten Erfolge feierte sie für ihr Heimatteam Darmstadt Athenas: Rhein-Main-Ligameister (2017, 2018), Teilnahme am European Quidditch-Cup (9. Platz 2017, 11. Platz 2018). In diesem Jahr holte sich Fischer mit ihrem Team die Deutsche Meisterschaft.

Quidditch - eine interessante Mischung aus Rugby und Handball

„Ich habe mir das umfassende Sportangebot der Technischen Universität Darmstadt angeschaut. Auf der Suche nach einem neuen Hobby wollte ich unbedingt Quidditch ausprobieren“, so die Athletin, „und seit dem ersten Training bin ich Feuer und Flamme für diesen Sport.“ 

Kontaktsport: Quidditch ist so etwas wie eine Mischung aus Rugby und Handball.

Bei der Kontaktsportart, die sich am besten als eine Mischung aus Rugby und Handball beschreiben lässt, wird in gemischten Teams von sieben Spielern gespielt: „Das macht das Spiel erst richtig interessant.“ Dabei hat Fischer, wie alle Akteure, immer einen Besen zwischen den Beinen. Die umtriebige Fischer versucht, den Spielfluss der gegnerischen Mannschaft zu zerstören, indem sie mit Hilfe von Klatschern die gegnerischen Spieler kurzfristig ausknockt.

Quidditch-Europameisterschaft im Sommer 2019 fest im Blick

Der getroffene Spieler darf erst wieder ins Spiel zurück, wenn er die Ringe des eigenen Teams berührt hat. „Im taktischen Bereich ist Madline sehr weit“, lobte Cyrannek die 23-Jährige. Unterdessen versuchen drei „Jäger“ einen Volleyball durch die Torringe zu werfen. Die Ringe werden von einem „Hüter“ verteidigt. Jedes Team hat außerdem einen „Sucher“. 

Diese beiden versuchen den „Schnatz“ zu fangen. Wer den Schnatz fängt, bekommt 30 Punkte für sein Team und beendet das Spiel. Beendet ist das Kapitel Quidditch für Madline Fischer noch lange nicht. Bei der Europameisterschaft im Sommer 2019 will sie mit ihrem Team auftrumpfen, im Gepäck den „Geist von Sontra“. 

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Von Marvin Heinz

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