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SPD Hessen blamiert sich mit missratenem Jom-Kippur-Gruß: „Null Kompetenz am Werk“

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Von: Florian Dörr

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Ein Gruß zu Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, bringt der SPD in Hessen heftige Kritik ein. Die Partei erklärt, dass etwas „unterirdisch Dummes“ passiert sei.

Wiesbaden - Grober Fauxpas der SPD in Hessen: Am Dienstagabend (4. Oktober) hat die Landtagsfraktion auf Instagram und Facebook der Jüdischen Gemeinde zum Beginn von Jom Kippur gratuliert. Der höchste Feiertag der Juden begann in diesem Jahr am Abend des 4. Oktober und endet am Mittwochabend. Doch was als freundlicher Gruß der Sozialdemokraten gedacht war, brachte ihnen schnell viel Häme in den Sozialen Netzwerken ein.

Denn: Hinterlegt waren die Beiträge, die auf den beiden Plattformen geteilt wurden, mit dem Foto eines Gebäudes, das zwar religiös bedeutsam ist – allerdings nicht für die jüdische Gemeinde. Das Foto, mit dem die SPD Hessen ihren Jom-Kippur-Gruß optisch hinterlegte, zeigte den Felsendom in Jerusalem. Eines der islamischen Hauptheiligtümer also. Die Bedeutung für den Islam ist enorm, früher richteten sich die Gläubigen aus diesem Grund sogar nicht gen Mekka, sondern nach Jerusalem aus.

SPD in Hessen entschuldigt sich für Fehler bei Jom-Kippur-Beitrag

Für rund zwölf Stunden blieb der Fehler bei der SPD in Hessen offenbar unbemerkt. Erst dann wurden die Beiträge auf Instagram und Facebook gelöscht. Zu lange freilich, um hämischen Kommentaren zuvorzukommen: „Das Bild zu diesem Text zeigt wieder einmal nur, dass hier null Kompetenz am Werk ist“, schrieb etwa ein Nutzer, dem der Fauxpas aufgefallen war. Ein anderer kommentierte: „Einer der höchsten jüdischen Feiertage, und ihr illustriert es mit der islamischen Ikonografie des Triumphs über das Judentum.“ Hintergrund: Der Felsendom, so sagen einige Wissenschaftler, wurde einst errichtet, um den Triumph des Islam über das Judentum und das Christentum zu zeigen.

Wie konnte der Fehler passieren? Auf Twitter hat sich Christoph Gehring, Leiter der Pressestelle der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag und Pressesprecher der SPD Hessen, entschuldigt und ausführlich geäußert. Demnach hätten die „Prüf- und Kontrollmechanismen“ versagt. Verantwortlich sei einzig die Pressestelle, kein Abgeordneter und kein Mitglied der SPD-Führungsriege habe die Posts vorab gesehen. „Gewiss ist nur: Uns ist etwas unterirdisch Dummes passiert, für das wir zu Recht hart kritisiert werden.“ (Florian Dörr)

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