Einsparungen auch in Baunatal möglich

Sparprogramm bei Volkswagen: 4000 Verwaltungs-Stellen in Gefahr

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Hier arbeiten 17.100 Menschen: Das VW-Werk Kassel in Baunatal.

Bis zu 4000 Arbeitsplätze – vorrangig in der Verwaltung – könnten bei Volkswagen Pkw und der Komponente, zu der auch das VW-Werk Kassel in Baunatal gehört, wegfallen.

Das gab der Konzern am Mittwoch in Wolfsburg bekannt. Gleichzeitig sollen im Bereich Digitalisierung 2000 neue Jobs geschaffen werden. Wie sich das „Roadmap Digitale Transformation“ genannte Sparprogramm mit Stellenstreichungen auf das VW-Werk Kassel in Baunatal mit seinen 17.100 Beschäftigten auswirken wird, ist indes noch unklar. 

„Die Gespräche dazu gehen jetzt los“, sagte Baunatals Betriebsratschef Carsten Bätzold auf Anfrage. „Dazu können wir abschließend noch nichts sagen.“ Bätzold rechnet mit Ergebnissen aber noch vor der Sommerpause. 

Das Sparprogramm werde jetzt erst auf die im Konzern eigenständige Marke „Komponente“ heruntergebrochen. Erst dann werde über die einzelnen Standorte gesprochen. Bätzold, der mit dem VW-Gesamtbetriebsrat an den Verhandlungen mit dem Vorstand beteiligt war, setzt sich besonders dafür ein, Zukunftsprodukte – wie die Fertigung des E-Antriebes – hier in Nordhessen zu halten.

Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender

„Beschäftigungssicherung und Wettbewerbsfähigkeit bleiben als gleichrangige Ziele erhalten. Wichtig dafür ist, Zukunftsprodukte, mit denen Geld verdient wird, an den Standorten zu halten, weiter auszubauen und dazuzugewinnen“, sagt er. Die Standorte müssten nach ihren technischen Kapazitäten und nicht allein nach Personalbestandskurven ausgelastet werden. „Wir brauchen die Arbeitsplätze in der Region“, so der Betriebsratschef.

Der Arbeitnehmervertreter räumt allerdings ein, dass digitale Prozesse, etwa der Einsatz von spezieller Software zum Bündeln von E-Mails, auch Jobs im sogenannten indirekten Bereich (Verwaltung) in Baunatal kosten könnten. „Wir haben aber einen Blick darauf, wie sich das auswirken kann.“ Im indirekten Bereich arbeiten im Werk Kassel rund 1500 Frauen und Männer.

Thomas Schmall, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen-Komponente sagt laut VW-Pressemitteilung von gestern: „Für unsere Komponentenwerke ist die „Roadmap Digitale Transformation“ der Beschleuniger für unsere Transformation in die E-Mobilität.“

Und: „Wir übernehmen künftig Verantwortung von Batteriezelle und Batteriesystem über E-Antrieb bis zu Ladeinfrastruktur und Recycling – und brauchen dafür eine Digitalisierung unserer Prozesse, eine höhere Software-Kompetenz und eine schlanke und agile Steuerung der weltweiten Komponentenaktivitäten.“  

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