Im Jahr zuvor noch 30 Millionen Euro Gewinn gemacht

SMA macht 176 Millionen Euro Verlust - 100 Stellen fallen in Nordhessen weg

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Jetzt wird es ernst: SMA hat verkündet, dass der Verlust bei 176 Euro liegt. Insgesamt sollen in Kassel 100 Stellen gestrichen werden.

Der Preisdruck durch Konkurrenz aus Asien hat dem Solartechnikhersteller SMA einen hohen Verlust eingebrockt. Daher werden Stellen gestrichen - davon 100 in Kassel und Niestetal.

Der Verlust war erwartet und beim kürzlichen Kapitalmarkttag angekündigt worden. Wie der Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, lag der Absatz zwar auf Vorjahresniveau. SMA verkaufte 2018 Wechselrichter mit einer zusammengerechneten Leistung von rund 8,5 Gigawatt.

Allerdings ging der Umsatz von 891 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 760,9 Millonen Euro im vergangenen Jahr zurück. Das Unternehmen machte 2018 einen Verlust von fast 176 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte es noch einen Gewinn von gut 30 Millionen Euro eingefahren.

Der Umsatzrückgang sei im Wesentlichen auf den abrupten Rückgang des Photovoltaik-Markts in China zurückführen, teilte SMA mit. Der weltweit größte Solarmarkt in China war im vergangenen Jahr eingebrochen, nachdem die chinesische Regierung drastische Kürzungen der Vergütungen und eine Kappung des Photovoltaik-Ausbaus angekündigt hatte. 

Die chinesischen Produzenten wurden von diesen Änderungen überrascht. Um nicht auf ihren Modulen sitzen zu bleiben, überschwemmten sie den restlichen Weltmarkt mit Produkten zu Billigpreisen und verschärften so den ohnehin harten Preiskampf auf dem Solarmarkt.

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SMA: 100 Stellen fallen in und um Kassel weg

In der Folge des Umsatzeinbruchs hatte SMA kürzlich angekündigt, weltweit 425 seiner 3300 Vollzeitstellen abzubauen. Davon entfallen 100 auf den nordhessischen Standort. "2018 war ein herausforderndes Jahr für SMA", erklärte SMA Vorstandssprecher Jürgen Reinert. „Wir haben frühzeitig reagiert und Maßnahmen zur Kostensenkung und Umsatzsteigerung implementiert, um SMA schnell wieder in die Profitabilität zurückzuführen. Der Verkauf unserer chinesischen Tochtergesellschaften ist abgeschlossen. Den leider unumgänglichen Personalabbau in Deutschland konnten wir durch ein Freiwilligenprogramm sozialverträglich gestalten.“

SMA beschäftigt weltweit rund 3300 Mitarbeiter, davon 2800 in Niestetal und Kassel.

Für das laufende Jahr ist das Unternehmen aber optimistischer: "Seit Beginn des Jahres verzeichnet SMA einen hohen Auftragseingang und einen positiven Geschäftsverlauf", sagte SMA-Vorstandssprecher Jürgen Reinert. Die Prognose sieht einen Umsatz von 800 Millionen bis 880 Millionen Euro vor. (mit dpa)

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