Zirkusmanager: "Zufriedener kann man nicht sein"

Rekord: 64.000 sahen das Flic-Flac-Zirkusfestival - Motorradfahrer gewinnen

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Am Sonntagabend ist mit der Siegerehrung im schwarz-gelben Flic-Flac-Zelt auf dem Friedrichsplatz in Kassel das zehnte „Festival der Artisten“ zu Ende gegangen.

Gewonnen haben die zehn tollkühnen Motorradfahrer von „The Globe of Speed“, die mit ihrer rasanten Fahrt in der Stahlkugel das Publikum zum Schwitzen brachten. Das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro hat der Ticketanbieter Reservix gesponsert. Auf dem zweiten Platz landeten ebenfalls Motorradfahrer: Die Jungs der Mad Flying Bikes, die mit ihren Maschinen durch die Manege flogen. Das Autohaus Glinicke hat das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro beigesteuert. Auf den dritten Platz wurde das Duo A&A gewählt. Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro für die beiden Akrobaten hat die HNA zur Verfügung gestellt.

Wir sprachen mit Flic-Flac-Manager Martin Krockauer über das zehnte Festival in der Stadt, bei dem nur Preisträger aus den ersten neun Jahren in der Manege gestanden haben.

Zufriedener kann man mit einer Show nicht sein: Flic-Flac-Manager Martin Krockauer. 

Hat das „Festival der Artisten“ in diesem Jahr wieder einen Besucherrekord erreicht?

Ja. Unsere Show haben 64.000 Menschen seit der Premiere am 20. Dezember besucht. Das sind noch mal mehr als im Vorjahr, als wir auch einen Rekord erreicht hatten. Vor einem Jahr hatten wir bereits das Gastspiel um eine Woche verlängert. Das war in diesem Jahr auch wieder so.

Nichtsdestotrotz war es schwer, Karten für die Vorstellungen zu bekommen.

Das stimmt, besonders am Anfang und zwischen den Jahren. In der letzten Woche hatten wir in den Nachmittagsvorstellungen noch vereinzelt Plätze frei.

Rollstuhlfahrer haben sich beschwert, dass es nur so wenige Plätze für sie gab.

Aus Sicherheitsgründen können wir in diesem Zelt nur zwei Plätze für schwere Rollstühle und Begleitpersonen zur Verfügung stellen. Das liegt daran, dass wir für jeden Rollstuhlfahrer zwei Mitarbeiter bereitstellen müssen. Die müssen im Notfall, sollte Panik ausbrechen, die Rollstuhlfahrer in Sicherheit bringen.

Zweiter Platz: Die Jungs der Mad Flying Bikes.

Die Resonanz auf die Jubiläumsshow war sehr gut. Sind Sie damit zufrieden?

Zufriedener kann man nicht sein. Das hat aber nicht nur etwas mit der sehr guten Resonanz aus dem Publikum zu tun. Wir hatten ein unheimlich tolles Team. Viele kannten sich vorher noch nicht, aber es gab keine Disharmonien. Auch die Artisten waren sehr loyal untereinander und haben sich gegenseitig geholfen. Die Jungs der Mad Flying Bikes und die Motorradfahrer aus der Kugel haben zum Beispiel Ersatzteile ausgetauscht. Die verschiedenen Artisten haben sich beim Aufwärmen gegenseitig unterstützt. Eine Konkurrenzsituation unter den Künstlern war dieses Jahr nicht spürbar.

Und dabei war es doch bei der Wahl zu den ersten drei Preisträgern, die das Publikum bestimmt hat, noch nie so eng wie in diesem Jahr?

Das stimmt. Ich habe das nach jeder Vorstellung an dem Counter gemerkt, wo jeweils zehn Zuschauer abstimmen konnten. Viele haben gesagt, dass sie sich nicht entscheiden können, weil ihnen alle Nummern so gut gefallen haben. Dass das Rennen sehr eng war, sieht man auch daran, dass es bis zur Vorstellung am Sonntagnachmittag gedauert hat, bis die ersten drei Preisträger gewählt waren.

Dritter Platz: Das Duo A&A

Nach Kritik an der Vorstellung im vergangenen Jahr haben Sie das Publikum in diesem Jahr mit einer sensationellen Show begeistert. Die Messlatte liegt jetzt wieder sehr hoch. Haben Sie schon eine Idee für das elfte Festival in Kassel?

Wir werden den Charakter des Festivals auf keinen Fall in irgendeine Richtung verschieben. Aber wir haben bereits Ideen. Wenn man sich international umschaut, dann gibt es genügend Möglichkeiten, das Programm auf diesem Niveau beim nächsten Festival fortzusetzen.

Es hat sich auch ausgezahlt, Rebecca Siemoneit-Barum als Moderatorin zu engagieren.

Das stimmt. Wir haben noch nie so viel Resonanz auf die Moderation bekommen. Sie hat einen wichtigen Teil in der Show eingenommen. Rebecca Siemoneit-Barum hat das sehr gut und dezent gemacht, weil sie sich nicht selbst durch irgendwelche Witze in den Vordergrund gespielt hat.

Als Alejandro Vanegas bei der Vorstellung am Neujahrsabend vom Todesrad gestürzt ist, war das sicherlich der schlimmste Augenblick des Festivals für Sie?

Die ersten Sekunden nach so einem Unfall sind schlimm. Wir wissen ja alle, dass so etwas wehtut. Aber wir können nicht gleich sagen, ob so ein Sturz harmlos ist. Einen Milzriss sieht man ja zum Beispiel nicht. Also leisten wir Erste Hilfe und warten auf den Notarzt, der schnell vor Ort ist. Das Schwierigste ist aber für uns, wie man in so einer Situation mit dem Publikum umgeht.

Un d dann gab es ja noch den Dieb, der mit mehreren tausend Euro aus Ihrem Büro geflüchtet ist. Sie haben ihn verfolgt und wurden verletzt. Haben Sie das gut verkraftet?

Ja, aber nur, weil der Täter geschnappt worden ist. Ich hätte mich sehr geärgert, wenn dieser Mann mit dem Geld aus dem Eintrittskartenverkauf davon gekommen wäre. Aber ich wäre auch wegen 20 Euro hinter ihm hergelaufen.

Gab es noch etwas Besonderes?

Am Samstagabend hat ein Zuschauer seiner Freundin einen Heiratsantrag in der Show gemacht. Der Mann hatte uns angeschrieben, ob man das in die Vorstellung integrieren könnte. Er hatte seiner Freundin wohl versprochen, ihr irgendwann mal einen ganz verrückten Antrag zu machen. Bauchredner Willer Nicolodi hat die beiden dann für seine Mitmachnummer auf die Bühne geholt. Zum Schluss durfte der Mann dann nach Aufforderung von Nicolodi noch etwas fragen, mit seiner eigenen Stimme. Zum Glück hat die Frau „Ja“ gesagt.

Flic Flac und Kassel Marketing haben erst kürzlich einen neuen Vertrag abgeschlossen.

Die nächsten fünf Jahre sind sicher, der Vertrag läuft bis 2023. Kassel ist auch die einzige Stadt, wo wir solch ein Festival veranstalten. Die Beziehung zwischen Kassel und uns ist einfach gewachsen. Wir wollen dieses Festival auch nicht einfach in eine andere Stadt kopieren, wo es vielleicht auch laufen könnte.

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