Mieterhöhung 

Wohnung gesucht? Mieten in Offenbach werden immer höher

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Wer in Offenbach eine Wohnung sucht, muss für die Miete immer tiefer in den Geldbeutel greifen. Laut Mietspiegel sind die Mieten erneut gestiegen. 

In Offenbach werden am Ende des Jahres rund 140.000 Menschen leben. Der Zuzug hält an, die Miete wird laut dem neuen Mietspiegel immer teurer - wenn auch moderater als zuvor. 

Offenbach - Der Zuzug der Menschen in das Rhein-Main-Gebiet hält unvermindert an, auch wenn in den Großstädten die Bauplätze knapp werden. Nach Schätzungen der Stadt werden rund 140 000 Menschen Ende des Jahres in Offenbach leben. In den vergangenen Jahren schlug sich der Zuzug auch deutlich auf den Wohnungsmarkt nieder, die Offenbacher Mieten stiegen.

Der am Mittwoch vorgestellte Mietspiegel 2020 belegt, dass dieser Trend anhält, allerdings längst nicht so dramatisch wie in anderen Städten. „Die durchschnittliche Mietsteigerung gegenüber 2018 liegt bei vier Prozent“, sagt die für das Wohnungsamt zuständige Stadträtin Sabine Groß (Grüne). Die Steigerung betreffe alle Baualtersklassen und Wohnlagen. „Besondere Ausreißer in einer Kategorie gibt es aber nicht“, sagt sie.

Damit falle die Verteuerung des Wohnraums moderater aus als noch vor zwei Jahren, wie Lars Uhlig, Leiter des Wohnungsamtes betont. Im Mietspiegel 2018 lag der Anstieg je nach Wohnlage und Baualter noch zwischen 20 und 90 Cent pro Quadratmeter. „Laut aktuellem Mietspiegel liegt die Steigerung zwischen 15 und 40 Cent pro Quadratmeter“, sagt er.

Offenbach: Miete wird wohl noch teurer

Der Mietspiegel wird alle zwei Jahre von der Stadt, der Eigentümer-Vereinigung Haus&Grund und dem Mieterbund erstellt und der aktuellen Rechtslage angepasst. Sei ist etwa eingearbeitet, dass in Offenbach Modernisierungsmaßnahmen nur noch zu acht statt zu elf Prozent auf Mieter umgelegt werden dürfen oder dass eine abgesenkte Kappungsgrenze von 15 statt 20 Prozent für Mieterhöhungen innerhalb von drei Jahren gilt.

Wie in den Jahren zuvor fällt der Offenbacher Mietspiegel übersichtlich aus: Die Wohnlage wird in drei Kategorien (einfach, mittel, gut) unterteilt, fünf Kategorien gibt es für das Baualter der Wohnungen. Mit dieser im Vergleich zur wesentlich komplexeren Tabelle der Stadt Frankfurt sei man in der Vergangenheit gut gefahren, betonen alle Beteiligten. „Der Frankfurter Mietspiegel weist sehr viele Zu- und Abschlagswerte auf, was oft zu Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern führt“, sagt Detlev Dieckhöfer vom Mieterbund. Die Offenbacher Tabelle sei dagegen leicht verständlich, „das trägt sehr zur Befriedung der Parteien bei“, sagt Manfred Kind, stellvertretender Vorsitzender von Haus&Grund Offenbach.

Offenbach: Erhöhung der Miete fällt moderater aus 

Prozesse wegen Mieterhöhung gebe es im Gegensatz zu Frankfurt so gut wie keine in Offenbach, sagt Kind. Wenn es zu Streitigkeiten käme, dann eher der Einschätzung der Wohnungslage wegen. Die wird nach verschiedenen Faktoren individuell festgelegt: So kann es durchaus vorkommen, dass Wohnungen in einer Straße in gänzlich unterschiedliche Kategorien fallen, sagt Dieckhöfer. Ein Beispiel dafür sei etwa die Geleitsstraße: Während Wohnungen nahe des Dreieichparks unter die Kategorie „gut“ fallen, können Wohnungen weiter östlich auch unter „einfach“ zu finden sein.

Faktoren für die Wohnlage seien etwa aufgelockerte Bebauung, das Vorhandensein oder Fehlen von Grünflächen oder Beeinträchtigung durch Lärm und Geruch. Fluglärm sei jedoch kein Kriterium für die Wohnlage. „Der ist überall in Offenbach, davon ist jeder betroffen“, sagt Uhlig. Wie viele Wohnungen welcher Wohnlage zuzuordnen seien, dazu gebe es ebenso wenig Zahlen, wie dazu, wie viele Menschen in der Stadt zu Miete wohnen. „Geschätzt würde ich sagen, dass das Gros der Wohnungen in der mittleren Lage eingeordnet werden kann“, sagt Uhlig.   Von Frank Sommer

Der Mietspiegel

Die Aufstellung kann ab Ende Dezember beim Mieterverein, Haus&Grund und dem Wohnungsamt bezogen werden. Anfang Januar ist sie unter www.offenbach.de abrufbar.

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