Wegen trockenem Sommer 

Schlosspark Rumpenheim verliert noch mehr Bäume als erwartet 

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Kleiner Lichtblick: Der Rundweg im Rumpenheimer Schlosspark wird voraussichtlich am kommenden Wochenende wieder geöffnet. 

Die Nachricht ließ im September viele Rumpenheimer sprachlos zurück: In diesem Jahr verliert der Schlosspark rund 300 seiner 1500 Bäume als Folge von Trockenheit und Pilzbefall. Mittlerweile ist klar, dass selbst diese Zahl nicht zu halten ist. 

Rumpenheim - Es müssen wohl bis zu 500 Bäume gefällt werden. Welche Bäume trifft es nach den beiden heißen Sommern? Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach sagt: „Unter den zu fällenden Bäumen sind vor allem Ahorne, die besonders häufig im Schlosspark vorkommen.“ Auffallend sei, dass von dem kleinen Bestand an Buchen die meisten abgängig sind und nun gefällt werden müssen. 

Die Buche habe die extremen Witterungsbedingungen sehr schlecht vertragen. Es ist beileibe kein lokales Phänomen. Aus Rückmeldungen von Kollegen im gesamten Bundesgebiet weiß Hollerbach: „Negative Erfahrungen gab es aufgrund der Trockenheit bei nahezu allen Bäumen, besonders jedoch mit Bergahorn, Eschen, Birken, Buchen und Kiefern.“

Aber helfen denn die gefühlt ausgiebigen November-Regen nicht beim Erhalt? Offenbar nicht. Der Zustand der Bäume verschlechtert sich laut Johannes Irgel, zuständiger Abteilungsleiter des Stadtservice, ungeachtet der aktuellen Regenfälle weiter. Immerhin kann der seit August zum größten Teil gesperrte Park den Bürgern voraussichtlich ab dem zweiten Adventwochenende (7./8. Dezember) wieder mehr zugänglich gemacht werden. Während der Arbeiten an den Bäumen bleibt die bisher geltende Sperrung zur Verkehrssicherheit bestehen, abends und am Wochenende soll aber die Durchgangsachse an der Mauer entlang bis zum Ausgang an der Anlage des Kleingartenvereins Rumpenheim geöffnet werden. Auch der Weg zur Zarenlinde ist dann begehbar.

Offenbach-Rumpenheim: Rund 500 Bäume müssen gefällt werden 

Als Bruno Persichilli, Vorsitzender der Bürgerinitiative Rumpenheim (BIR) von diesen Zahlen erfährt, zieht er den einzig richtigen Schluss: „Der Park wird auf alle Fälle ein trauriges Bild abgeben.“ Als umso wichtiger erachtet er es, dass für die notwendigen Baum-Pflanzungen der Bau eines Bewässerungssystems vorgesehen wird. „Sonst haben die jungen Bäume keine Chance, wenn es wieder einen trockenen Sommer geben sollte.“

Mit der bisherigen Vorgehensweise ist der Wassermangel offenbar nicht auszugleichen. „Da braucht es ein neues Konzept“, hatte Johannes Irgel unlängst bei einem Ortstermin in Rumpenheim betont. Er denkt dabei vor allem an die Neuanpflanzungen, die anfangs – das wisse jeder Gartenbesitzer – regelmäßig und viel Wasser benötigen. Auch das könnte im Schlosspark ebenso Berücksichtigung finden wie eine angestrebte neue Artenvielfalt bei den Nachpflanzungen.

Wenn der Hauptweg im Schlosspark 2020 saniert wird (so die bisherigen Planungen), empfiehlt es sich, eine Wasserleitung mit zu verlegen. Mit diesem Ringsystem könnte der Stadtservice auf den bislang obligatorischen Tankwagen verzichten, um die Bäume mit ausreichend Nass zu versorgen.

Bleibt die kniffelige Frage, was im denkmalgeschützten Park nachgepflanzt wird. Bei der anstehenden Deichsanierung entlang der Mainstraße, wo ebenfalls kräftig abgeholzt werden muss, wählt man folgende Formulierung: „Baumarten, die für den Standort geeignet sind und nach heutigen Erkenntnissen am besten an die veränderten Klimabedingungen angepasst sind.“   Von Martin Kuhn 

Auch in Langen haben die Bäume unter dem Hitze-Sommer gelitten. 

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