Kunstwerk von Olu Oguibe

Obelisk kommt in Kasseler Treppenstraße gut an - doch McDonald's stört die Sicht

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Ein roter Schirm stört die freie Sicht auf den Obelisken in der Treppenstraße. 

Der Obelisk hat ein neues Zuhause in der Kasseler Treppenstraße. Die Reaktionen auf den neuen Standort des documenta-Kunstwerks sind positiv. Wenn nicht McDonald's stören würde.

Wie schön ist das denn? Es herrscht wieder Weltkunstschau-Flair in Kassels Innenstadt. Dabei sind es doch noch drei Jahre bis zur documenta 15. 

Schaulustige, Interessierte, Kunstfreunde, Neugierige, Menschen aus Kassel und von auswärts strömen herbei, um den am Gründonnerstag auf der Treppenstraße zwischen Stadthotel und dem Haus für Sozialwirtschaft errichteten Obelisken persönlich in Augenschein zu nehmen.

Obelisk in Kassel: Der neue Standort kommt gut an

Er wird bestaunt und ohne Unterlass – mit und ohne Selfie-Stick – fotografiert. Viele äußern ihre Meinung zum neuen Standort, kommen schnell ins Gespräch mit anderen. Schon in den ersten Tagen am neuen Standort stellt die 60-Tonnen-Stele mit dem Bibel-Zitat „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“ als goldene Inschrift ihre kommunikative Wirkung unter Beweis.

„Die meisten finden den neuen Standort klasse“, sagt, Wolfgang Wicker, Filialleiter des anliegenden Geschäfts Brotgarten. Er muss es wissen, denn von seinem Laden aus gibt es einen ungestörten Panorama-Blick auf das Kunstwerk und die Mehrheit der Kunden äußern dazu in diesen Tagen ihre Meinung.

Obelisk steht jetzt in der Treppenstraße - doch die Sicht ist gestört

Doch dieser attraktive Blick ist nicht von überall ungestört: Mitten auf der Treppenstraßen-Achse zwischen Oberer Königsstraße und Ständeplatz trübt ein großer roter Sonnenschirm der McDonalds-Filiale die Sicht. Der Sockel des Obelisken mit seiner Inschrift ist verdeckt.

Waren beim Aufbau dabei und sorgen auch dafür, dass der Obelisk ein gutes Umfeld bekommt: Die Fachmänner (von links) Joachim Schneider (Firma Klei), Matthias Kolodziejczak (Hochbauamt), Alexander Hägele (Firma Richter), Thomas Hofmann (Firm Becker) und Volker Lange (Umwelt- und Gartenamt) vor Ort.

Die Stadt Kassel hat diesbezüglich schon Kontakt zum Betreiber der McDonalds-Filiale aufgenommen. Intention sei es, dass die Sichtachse nicht durch den Schirm gestört werde. Auf eine HNA-Anfrage gab es vom Filialleiter dazu keine Reaktion.

Platz um Kasseler Obelisk wird neu gestaltet

Derweil sind Mitarbeiter von städtischen Hochbauamt, Garten- und Umweltamt sowie Fachmänner von Baufirmen damit beschäftigt, auch das Umfeld des Obelisken schön zu machen. Damit man direkt zum Obelisken gehen und sich auch auf den jetzt noch geräumiger gestalteten Rand – er wird 38 Zentimeter hoch und breiter als auf dem Königsplatz sein – setzen kann. Es werden sieben Felsenbirnen gepflanzt, später kommen Sitzbänke hinzu. Ende nächster Woche soll der kleine Platz, auf dem in den vergangenen Jahren ein Blühfeld eingesät worden war, betretbar sein.

Das documenta-Kunstwerk des Künstlers Olu Oguibe war nach der d 14 vom Königsplatz abgebaut worden und nach zum Teil kontrovers geführten Diskussionen und Auseinandersetzungen jetzt auf der Treppenstraße wieder aufgebaut worden.

Obelisk kehrt zurück in die Innenstadt: Aufbau an der Treppenstraße

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