Modelvertrag winkt als Gewinn 

Schön im XXL-Format: Kasseler im Finale von "Mister Big"

Will am 1. September in Mönchengladbach den Titel des „Mister Big“ erringen: Daniel Garcia Montero aus Kassel. 

Kassel. Kurven liegen im Trend. Beim Schönheitswettbewerb "Mister Big" stehen zur Abwechslung mal füllige Männer im Fokus, auch ein Kasseler steht am 1. September im Finale. 

Schlank war gestern. Dass die Modeindustrie und die Programmchefs privater Fernsehsender Kurven für sich entdeckt haben, ist keine Neuigkeit. TV-Formate wie „Curvy Supermodel“ haben ihren Sendeplatz neben „Germany’s Next Topmodel“ längst gefunden und gefestigt. Mit Ashley Graham schaffte es im vergangenen Jahr zum ersten Mal ein Plus-Size-Model auf das Cover der renommierten Modezeitschrift Vogue. Beim deutschlandweiten Schönheitswettbewerb „Mister Big“ zeigen nun füllige Männer, was sie zu bieten haben. Mit Daniel Garcia Montero steht am 1. September im Finale in Mönchengladbach auch ein Kasseler auf dem Laufsteg.

Der 35-Jährige, der als Disponent bei GEL Express Logistik arbeitet, hat sich als einer von vier Finalisten gegen große Konkurrenz durchgesetzt. Über 2300 Bewerbungen aus ganz Deutschland gingen laut Angaben des Veranstalters ein. Darin enthalten sind allerdings auch die Bewerbungen für den Partnerwettbewerb Fräulein Kurvig, bei dem Frauen ab Konfektionsgröße 42 antreten. Bei Männern liegt die Untergrenze bei 54. Welche Größe Montero trägt, weiß er gar nicht so genau. Aber bei 120 Kilogramm auf 1,76 Meter greife er im Klamottenladen in der Regel zu XXL.

Bewerbung war spontan 

Wie der gebürtige Kasseler mit spanischen Wurzeln auf die Idee kam, sich für Mister Big zu bewerben? „Das war eher zufällig“, sagt der verheiratete Vater zweier Kinder. Über Facebook habe er eine ehemalige Gewinnerin des Fräulein-Kurvig-Wettbewerbs kennengelernt. Nachdem sie im Chat Ernährungstipps ausgetauscht hätten, habe das Model Montero auf den Wettbewerb für Männer im XXL-Format aufmerksam gemacht. „Als meine Frau dann auch direkt sagte, dass ich es probieren soll, habe ich mich ganz spontan beworben.“ Angaben zur Person, Maße, Gewicht, ein paar Fotos – mehr war erst mal nicht nötig für die Bewerbung. Danach verging allerdings eine halbe Ewigkeit, bis vor knapp sechs Wochen die Einladung zum Halbfinale in Düsseldorf in Monteros Mailpostfach aufpoppte.

Nach der ersten Freude machte sich beim Blick auf den Termin jedoch schnell Ernüchterung breit: der 15. Juli – Geburtstag des Vaters, Hochzeitstag der Eltern, WM-Finale. „Und meine Frau war zu dieser Zeit hochschwanger.“ Also sagte Montero den Termin ab. Doch die Veranstalter ließen nicht locker und boten ihm an, zu einer beliebigen Uhrzeit zum Casting kommen zu können. Montero sagte zu, fuhr nach Düsseldorf, ließ sich Fotografieren, Vermessen, lief einmal über den Catwalk und fuhr wieder heim. „Ich war da vielleicht 20 Minuten.“ Schon ganz Profi eben.

Finale in Mönchengladbach 

Tags darauf dann der Anruf: Montero hatte es ins Finale geschafft. Dem Gewinner winkt ein Modelvertrag bei der Plussize-Agentur MOS. Doch bevor Montero in seinen Kalender zukünftig Termine für Werbefilme und Fotoshootings eintragen kann, muss er die Jury am 1. September erneut von seinem Talent auf dem Laufsteg überzeugen. Außerdem müssen die Kandidaten eine Choreografie auf den Titelsong der Show, „Gefällt dir, was du siehst?“ von der Kasselerin Sora, einstudieren. Montero ist optimistisch: „Wenn man schon im Finale ist, will man auch gewinnen.“

Mit sich und seinem Körper ist Montero im Reinen. „Klar, an manchen Tagen ärgerst du dich, wenn dir das Shirt nicht mehr passt, aber ich bin zufrieden mit mir.“ Montero hofft, dass Formate wie Mister Big noch mehr Beachtung finden. „Bisher sprechen die TV-Shows und Wettbewerbe noch überwiegend Frauen an“, sagt er. „Aber es gibt eben auch viele attraktive, dicke Männer.“

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