Küken-Killer, Kätzchen und Rehbock Bambi: Das sind die tierischen Stars 2018

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Rehkitz Bambi, als es noch in Groß-Zimmern lebte.

Das Sommerloch war 2018 gefüllt - mit einem Riesen-Wels, der in einem Offenbacher Teich sein Unwesen trieb oder dem Rehbock Bambi. Diese und mehr tierische Geschichten gibt es hier.

Nicht nur Politiker, Sportler und andere Personen der Zeitgeschichte sorgten 2018 in Hessen für Aufsehen. Schlagzeilen produzierte auch so manches Tier. Ein Rückblick mit ausgewählten Geschichten:

"Küken-Killer": Das Hauptaugenmerk fällt im diesjährigen Sommerloch zweifelsohne auf einen Riesen-Wels in Offenbach (lesen Sie dazu auch: Tagelange Jagd nach Killer-Wels im Dreieichpark - Fischer macht Fund). Doch sein Schicksal bleibt wohl ungeklärt: Ein angeblich mehr als 1,50 großer Wels, der im Juli in einem Teich artgeschützte Entenküken gefressen haben soll, taucht auch bei einer erneuten Fang-Aktion im September nicht auf. Berufsfischer ziehen bei mehrtägigen Versuchen nur ein etwa 70 Zentimeter großes Exemplar aus dem Wasser.

Von einem Kahn aus verlegten Fischer im sommer ein Netz zum Fang von "Problemwels Walli".

Dass es den großen - berühmt-berüchtigten - Fisch gab, steht für die Stadt außer Frage. Denn bei einer Elektrobefischung im vergangenen Jahr wurde ein 1,30 Meter großes Exemplar entdeckt, das dann sicher noch weiter gewachsen sei. Wo dieses Tier geblieben ist, weiß niemand. Rätselhaft. "Wenn er gestorben wäre, hätte er an der Oberfläche treiben müssen", gab eine Stadt-Sprecherin zu bedenken. Über weitere Möglichkeiten, etwa dass er heimlich herausgefischt worden sei, könne man nur spekulieren. Für die Stadt ist der Fall nun abgeschlossen.

"Bambi": Die Geschichte eines fast verhungerten Rehkitzes sorgt für Rührung bei Tierfreunden in Hessen. Eine Altenpflegerin aus dem südhessischen Groß-Zimmern findet das fast verhungerte Tier im Sommer 2017 und päppelt es über fast ein Jahr zusammen mit ihrem Freund - einem Forstwirt - Zuhause auf. Als "Bambi" geschlechtsreif wird, zieht es im Mai in einen Bergwildpark Meißner bei Germerode im Werra-Meißner-Kreis um. Doch da kommt es zu Auseinandersetzungen mit einem anderen Rehbock. Ein halbes Jahr danach herrscht nun Ungewissheit, ob das Tier dort bleiben kann. Es ist fraglich wie es weitergeht, sagt die Altenpflegerin auf dpa-Anfrage. Möglich sei, dass Bambi in einen anderen Tierpark umgesiedelt werde. Oder das Paar nehme ihn wieder zu sich aufs heimische Grundstück. "Das wollen wir 2019 entscheiden", sagt sie.

Lebt seit einem halben Jahr im Bergwildpark: Bambi. Nun soll der Rehbock wieder weg.

Katzenjammer: Die schwierige Rettung zweier Kätzchen findet im Oktober in Rüsselsheim ein Happy End. Die etwa sechs Wochen alten Tiere hatten sich im Motorraum eines Autos verkrochen, konnten aber erst nach Tagen aus ihrem gefährlichen Unterschlupf gelockt werden. Anwohner hatten sich gemeldet, da lauter Katzenjammer aus einer Garage drang. Der Besitzer war im Urlaub, gab für die Rettungsaktion aber seine Zustimmung. Zunächst gelang es weder Polizei noch Feuerwehr die Tiere aus dem Motorraum zu holen. Erst Mitarbeiter des Tierheims konnten die Kätzchen mit Lebendfallen aus ihrem Versteck locken. Das Tierheim nahm sie in ihre Obhut.

Wildschwein: Ein Wildschwein sorgt Anfang Dezember in der Innenstadt des südhessischen Bensheim für Aufregung. Es durchquert zunächst ein Parkhaus, rennt dann durch die Glastür einer Schule und läuft in einen Friseursalon. Auf dem weiteren Weg in ein Wohngebiet verfängt es sich an einem Zaun und wird von einem Förster erlegt. Das Wildschwein war wahrscheinlich durch eine Jagd aufgescheucht worden und in die Innenstadt geflohen, sagte ein Polizei-Sprecher.

Schwein gehabt: Glimpflicher als in Bensheim endet der abenteuerliche Ausflug eines Frischlings in Mühlheim (Kreis Offenbach). Das Tier war von seiner Mutter ausgerissen und hatte sich auf den Weg in Richtung Rathaus gemacht. An einer Hauptstraße wird die Erkundungstour gestoppt. Eine aufmerksame Polizeistreife fängt den Frischling ein. In der Polizeistation wird das Tier erstmal mit frischem Wasser versorgt und mit Hilfe eines Jagdpächters in einen Wildpark in Lich vermittelt.

Spätes Glück: Über drei Jahren nach seinem Verschwinden ist ein Kater aus Gießen wieder bei seiner Besitzerin angekommen. Das Tier mit dem Namen Romeo wurde im Januar verletzt an einer Bushaltestelle gefunden. Es war nicht das erste Mal, dass er dort saß. Der Kater wurde ins Tierheim gebracht. Die Tierschützer suchten nach der Besitzerin und wurden fündig: Die Frau war weggezogen, aber über soziale Netzwerke zu erreichen. Laut seiner Besitzerin hatte "Romeo" sie bis Oktober 2014 jeden Abend von einer Bushaltestelle abgeholt. Eines Tages war er dann verschwunden. "Wie viele Bushaltestellen er Nacht für Nacht nach seinem Frauchen absuchte, werden wir nie erfahren", sagte eine Sprecherin des Tierheims.

Fehlalarm: Ein Stofftier löst im September in Offenbach einen Polizeieinsatz aus. Ein besorgter Mann meldet sich per Notruf, weil er einen großen, regungslos vor einer Turnhalle liegenden Hund gesehen haben will - möglicherweise ein Kampfhund. Die alarmierte Streife rückt aus, deckt das Missverständnis aber rasch auf und meldet schließlich: "übergroßer Stoffpanther überwältigt". Sie machen die flauschige Raubkatze einstweilen zum Reviermaskottchen.