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Mainz bejubelt ersten Auswärtssieg nach sechs Monaten

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Hertha BSC - FSV Mainz 05
Herthas Marc Oliver Kempf (l) gegen Mainz Jonathan Burkardt. © Soeren Stache/dpa

Seit Ende Oktober wartete Mainz 05 vergeblich auf einen Sieg in der Fremde. Im letzten Auswärtsspiel der Saison endet die Negativserie. Die Freude darüber ist groß.

Berlin - Den ersten Auswärtssieg in der Fußball-Bundesliga nach einem halben Jahr bejubelten Profis und Fans des FSV Mainz 05 fast wie einen Titelgewinn. Freudestrahlend posierten die Spieler nach dem verdienten 2:1 (1:1) bei Hertha BSC vor dem rot-weißen Fanblock im Berliner Olympiastadion. „Unsere Mannschaft hat ein Riesenspiel abgeliefert“, lobte Sportvorstand Christian Heidel den Auftritt der Rheinhessen am Samstag. „Hier durfte nur eine Mannschaft gewinnen und das war Mainz 05. Wir waren Hertha in allen Belangen überlegen und nur die letzten fünf Minuten ein wenig unter Druck.“

Letztmals hatten die Mainzer am 30. Oktober 2021 bei Arminia Bielefeld (2:1) einen Sieg in der Fremde feiern können. Ausgerechnet im letzten Auswärtsspiel der Saison endete die Negativserie. „Nach dem Abpfiff hat man gesehen, wie wichtig dieser Sieg für die Mannschaft und die Fans war. Es war einfach wieder an der Zeit, auswärts zu gewinnen, weil die Leistung oft nicht so schlecht war, wie sie anhand der Ergebnisse gemacht wurde“, sagte Stefan Bell.

Der Abwehrspieler traf in der 81. Minute mit seinem zweiten Saisontor zum 2:1. „Dass ich getroffen habe, war wichtig und hat mir auch gutgetan“, frohlockte Bell.

Zuvor hatte Hertha-Stürmer Davie Selke (45.+5) mit einem umstrittenen Foulelfmeter die Mainzer Führung durch Silvan Widmer (25.) ausgeglichen. Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte beim Videostudium erkannt, dass Moussa Niakhaté dem Berliner Dedryck Boyata in die Hacke getreten war. 05-Trainer Bo Svensson brachte die Entscheidung derart auf die Palme, dass er wegen Meckerns seine siebte Gelbe Karte in dieser Saison sah. „Ich weiß nicht, ob ich als Trainer emotionaler bin denn als Spieler, keine Ahnung. Die Szene hat mich aufgeregt, ich war nicht ganz damit zufrieden“, sagte der Däne.

Zum Ärger der Mainzer wurde ein Strafraumfoul an Bell trotz Videostudiums dagegen nicht geahndet. „Es ist mir ein völliges Rätsel wie der Schiri keinen Elfmeter geben kann, obwohl er an den Bildschirm geschickt wird und ganz deutlich sieht, dass Bell den Ellenbogen ins Gesicht gerammt bekommt. Das war erneut eine glasklare Fehlentscheidung“, schimpfte Heidel. Am Ende spielte das alles aber keine Rolle mehr.

Mit 45 Punkten sind die Mainzer weiter Neunter und haben einen einstelligen Tabellenplatz unabhängig vom Ausgang des Rhein-Main-Derbys gegen Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag sicher. „Ich denke, dass wir zuhause ein bisschen über dem Niveau und auswärts etwas darunter gepunktet haben. Unter dem Strich stehen wir mit unseren Punkten gut in der Tabelle“, resümierte Bell. dpa

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