Nach plötzlichem Tod des Regierungspräsidenten: Sein Heimatort Istha trauert um Dr. Walter Lübcke

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In Istha sind die Menschen betroffen.

In Istha ist es ruhig am Tag nach der schlimmen Nachricht, dass Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (65) tot aufgefunden wurde und die Todesursache noch nicht geklärt ist.

Ruhig ist es aber eher deshalb, weil die meisten Menschen wie üblich an der Arbeit sind. Es gibt keine Schockstarre, wie einige Medienvertreter dem Ortsvorsteher Wolfgang Hensel in den Mund legen wollten. „Wir sind hier alle betroffen. Dr. Lübcke war im Ort sehr beliebt und die ganze Region hat durch sein Wirken profitiert“, sagte Hensel.

Auch für ihn ist es nicht einfach, über die Situation zu reden. Die Familie Hensel trauert um den erst vor wenigen Wochen verstorbenen Sohn. Das aber scheint vielen egal zu sein, Wolfgang Hensels Telefon steht nicht still. Doch er antwortet ruhig und bedächtig. An Spekulationen beteiligt er sich nicht. Gerüchte kennt er nicht und er hofft auf Klärung durch die Ermittler.

Vor dem Anwesen der Familie des Regierungspräsidenten stehen noch immer Polizisten. Flatterband deutet auf den Tatort hin. Polizeisprecher Torsten Werner bittet einen ganzen Pulk von Presseleuten um Geduld. Neue Erkenntnisse gab es am Montagmorgen nicht. Aber das Versprechen, dass die Staatsanwaltschaft zur Pressekonferenz einladen wird.

Teilt die Betroffenheit seines Ortes: Ortsvorsteher Wolfgang Hensel nach dem Tod von Dr. Walter Lübcke.

Der Tross an Journalisten setzt sich in Bewegung. Hier ist jetzt nichts mehr zu erwarten, die Pressekonferenz wird sehr wahrscheinlich nicht in Istha, sondern in Kassel stattfinden. Um die Ecke am Dorfplatz in Istha wird gerade das Kirmeszelt abgebaut. Bis zum Samstagabend wurde hier ordentlich gefeiert. Auch Dr. Lübcke und seine beiden Söhne waren Gäste bei der Kirmes. „Das ist wirklich schrecklich“, sagt eine ältere Dame und huscht schnell weiter. Ihren Namen will sie nicht nennen. Und auch sonst nichts weiter sagen.

Der Kasseler Regierungspräsident wurde am frühen Sonntagmorgen leblos in seinem Garten aufgefunden. Nach sicheren HNA-Informationen wies Lübcke am Kopf eine Schusswunde auf.

Offiziell hatte die Dienstzeit des 65-Jährigen am 31. März geendet. Auf Wunsch von Ministerpräsident Volker Bouffier ging Lübcke in die Verlängerung. Er verkörperte die Region wie kaum ein anderer.

Regierungspräsident Walter Lübcke: Trauer in der Region

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