Auto fuhr in Juweliergeschäft in Innenstadt

Versuchter Raubüberfall in Kassel: Fahndung nach Tätern mit Hubschrauber

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In der Kasseler Innenstadt fuhr ein Auto in einen Laden.

Einen Überfall gab es am Dienstagnachmittag in der Kasseler Innenstadt. Ein Auto fuhr dabei in ein Juweliergeschäft. Die Täter sind auf der Flucht. 

Aktualisiert um 18.55 Uhr. Spektakulärer Raubüberfall am Dienstag auf ein Juweliergeschäft in der Kasseler Innenstadt: Mit einem dunklen Mercedes haben mehrere maskierte Männer am Nachmittag gegen 14.15 Uhr versucht, die Schaufensterscheibe des Ladens an der Oberen Königsstraße zu durchbrechen. Als das Vorhaben wegen des dicken Panzerglases scheiterte, flüchteten die Täter unverrichteter Dinge mit hohem Tempo über den Königsplatz in Richtung Oberste Gasse.

Das mutmaßliche Tatfahrzeug ohne Insassen.

Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Die Polizei wertet derzeit die Aussagen von Zeugen aus. Von weiteren konkreten Gefahren sei laut der Beamten nicht auszugehen. In der Innenstadt befinden sich aktuell zahlreiche Einsatzkräfte. 

Viele Innenstadtbesucher gerieten durch den Knall und wegen des durch die Fußgängerzone rasenden Autos in Panik und flüchteten sich in die Geschäfte. Verletzt wurde nach Angaben von Rettungskräften am Tatort niemand. Ein Großaufgebot von Streifen- und Zivilfahrzeugen der Polizei, unterstützt auch durch Hubschrauber, nahm anschließend die Fahndung nach den Tätern auf, die den beschädigten Mercedes nahe dem Zwehrenturm zurückgelassen hatten.

Schäden an geparkten Autos

Auf dem Weg vom Tatort dorthin haben die Täter laut Polizei Schäden an Baustelleneinrichtungen und geparkten Autos verursacht. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um drei, vielleicht auch vier Männer gehandelt hat. Ihr Mercedes-Kombi der C-Klasse trug ein Saisonkennzeichen vom thüringischen Landkreis Eichsfeld (EIC).

An der Karl-Bernhardi-Straße hinter dem Fridericianum sollen mehrere Männer laut Zeugenaussagen in einen schwarzen VW Golf gesprungen sein, der dann eine rote Ampel überfahren habe und über Steinweg oder Frankfurter Straße in unbekannte Richtung verschwunden sei.

Hierzu bitten die Ermittler um Hinweise von Zeugen, die den weiteren Fahrtweg des Golfs beobachtet haben. Interessant sind für die Polizei außerdem Beobachtungen, an welcher Stelle die Männer vor der Tat mit dem dunklen Mercedes in die Fußgängerzone gefahren sind. Hinweise unter: Tel. 05619100

Zeugen riefen die Polizei

Nach dem dumpfen Knall auf der Königsstraße ging alles ganz schnell. „Wir haben nur gehört, wie Reifen quietschen und Leute schreien“, sagte eine Mitarbeiterin des benachbarten Schuhgeschäfts. Markus Horn aber ist den skrupellosen Männern, die ihr Auto am helllichten Tag ins Schaufenster des Juweliergeschäfts Hermann Schmidt gesteuert haben, ganz nahe gekommen. Der 44-Jährige war in der Fußgängerzone in Richtung Friedrichsplatz unterwegs, als sich neben ihm plötzlich langsam ein dunkler Mercedes-Kombi näherte und stoppte. 

Der Wagen war offenbar vom Königsplatz her gekommen – derzeit wegen Bauarbeiten die einzig mögliche Zufahrt in diesen Bereich. Die Seitenscheiben seien teilweise heruntergelassen gewesen, sagte Horn. So habe er sehen können, dass vorn zwei Männer saßen und hinten „mindestens noch ein weiterer“. Als sich der Passant noch wunderte, was dieses Auto in der Fußgängerzone will, begannen die Insassen wie auf Kommando, sich Sturmhauben über die Gesichter zu ziehen. Dann heulte der Motor auf, und der Mecedes machte einen Satz in das Juwelier-Schaufenster – das starke Panzerglas riss ein und wurde eingedrückt, hielt aber dem Auto-Aufprall stand. 

Das alles dauerte nur Sekundenbruchteile. „Aber es kam mir vor wie eine Ewigkeit“, schilderte Markus Horn. Als er sah, wie die Männer sich vermummten, sei ihm klar geworden, dass hier ein Überfall im Gange ist. Sofort sei er weitergegangen, habe nach seinem Handy gegriffen und die Polizei verständigt. „Meine große Sorge war, dass die jetzt gleich mit Waffen aus dem Fahrzeug stürmen.“ Aber nichts dergleichen. Die Täter erkannten wohl sofort, dass ihr brachialer Einbruchsversuch gescheitert war. Ohne auszusteigen setzten sie zurück und rasten in halsbrecherischer Fahrt über den Königsplatz in Richtung Oberste Gasse.

Helen Ormann saß in dem Café über der Thalia-Filiale, die schräg gegenüber des Juwelier-Geschäftes ist. Hinter ihr hätte jemand gesagt, dass da ein Auto in die Schaufensterscheibe gefahren sei. Da habe sie sich umgedreht und zum Handy gegriffen, ein Video gedreht. "Ich wollte nur das Kennzeichen festhalten", sagt Ormann. Das und die Beschreibung des Autos hat sie dann an die Polizei weitergegeben. Wenige Minuten nach dem Vorfall steht die Baunatalerin noch immer unter dem Eindruck der Geschehnisse in der Innenstadt. 

Erst seien alle weggesprungen und hätten den Notruf gewählt. Dann seien viele Einsatzkräfte gekommen. Auch Krankenwagen standen am Nachmittag in der Innenstadt. Jemand habe gesagt, dass der Beifahrer des Autos maskiert gewesen sein soll.

Versuchter Raubüberfall in Kassel: Auto fuhr in Juweliergeschäft 

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