Gesamtkosten betragen 6,5 Millionen Euro

Nach fast 90 Jahren: Bad Karlshafen hat wieder einen Hafen und feiert das Tor zur Weser

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Wiederbelebung des Hafens: Boote auf dem Wasser und Menschen an den Hafenmauern sollen wieder mehr Leben in die Karlshafener Innenstadt bringen.

Zuletzt hatten die Bad Karlshafener um ihren neuen Hafen gebangt, doch nun wurde er doch feierlich eröffnet. Damit wurde das Herz der Stadt wiederbelebt, wie es hieß.

 „Wir sind offen“, sagte Bad Karlshafens Bürgermeister Marcus Dittrich, nachdem er am Samstag per Boot Schleusenkanal und Schleuse passiert hatte und in den Hafen eingefahren war. Viele Hundert Schaulustige wollten bei der Schleusung der ersten Boote in den Innenstadthafen nach fast 90 Jahren dabei sein. Trotz des anhaltenden Regens bildeten sie ein dichtes Spalier am Schleusenkanal und rund um die Hafenmauern. Eine Kulisse, die auch die Ehrengäste auf dem ersten Boot durchaus beeindruckte.

„Das Herz der Stadt wurde wiederbelebt. Jetzt muss es weiter schlagen“, sagte Dittrich und dankte den zahlreichen Institutionen und Menschen, die das Vorhaben der Hafenöffnung in nur drei Jahren Planungs- und Bauzeit möglich gemacht haben. Darauf spielte auch Marco Wanderwitz, parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium an, als er die Karlshafener bat, doch mal ein paar Tipps für fristgerechte Bauprojekte nach Berlin zu schicken. „Ich bin begeistert, wie in so kurzer Zeit etwas so Tolles entstehen konnte“, so Wanderwitz.

Für das Land Hessen, das als Besitzerin des Hafens in den vergangenen Jahren Millionenbeträge in die Sanierung der Hafenmauern investiert hat, waren Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Reinhard Kraus, stellvertretender Direktor Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, an Bord des Polizeibootes, das unter dem Applaus der Zuschauer vor dem Anlegen eine Ehrenrunde im Hafen drehte. Ebenfalls bei der ersten Schleusung dabei war ein Boot der Karlshafener Feuerwehr mit einem Kamerateam und dem ehemaligen Bürgermeister Ullrich Otto. Weitere Schiffe fuhren noch während der Grußworte in den Hafen ein.

Die Wiederanbindung des Hafens an die Weser mit dem Neubau von Schleuse und Betriebsgebäude wurde mit 5,5 Millionen Euro von der Bundesrepublik Deutschland als „Nationales Projekt des Städtebaus“ gefördert. Die Gesamtkosten sind mit 6,5 Mio. Euro veranschlagt. Boote mit einer Länge bis zu 12 Metern finden im Hafen 17 Dauerliegeplätze und 15 Anlegeplätze für Tagesgäste.

Nachdem die Schleuse in nur 16 Monaten Bauzeit ohne größere Probleme oder Verzögerungen fertiggestellt und seitdem im Probebetrieb gefahren wurde, war es wenige Tage vor der Eröffnung doch noch einmal spannend geworden: Durch Unterspülung der Sohle hatten sich im Schleusenkanal Betonbrocken gelöst und die Einfahrt von Booten gefährdet. Nur durch den schnellen Einsatz schweren Geräts und mit vielen helfenden Händen von Baufirmen, Bauhof und Feuerwehren konnte die Schleuse für die Eröffnung repariert werden.

Von Markus Löschner

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