Funkkontakt zu Passagiermaschine war abgebrochen

Kampfjet-Einsatz lässt in Mittelhessen Fensterscheiben klirren

Gießen. Ein Einsatz von Bundeswehr-Kampfjets mit Überschallgeschwindigkeit hat in Mittelhessen Fensterscheiben klirren lassen. Viele Anwohner riefen daraufhin bei der Polizei an.

Die donnernden Geräusche der Flugzeuge ließen am Donnerstag zahlreiche Anwohner im Wetteraukreis, Lahn-Dill-Kreis und im Landkreis Gießen zum Telefon greifen und den Notruf zu wählen.

Die Polizei konnte schon kurze Zeit später Entwarnung geben: Die Bundeswehr-Kampfflugzeuge waren in Bayern aufgestiegen, nachdem der Funkkontakt zu einer Passagiermaschine abgebrochen war. Angesichts der Dringlichkeit flogen sie schneller als auf Trainingsflügen und durchbrachen die Schallgrenze. Da die Flugzeuge nach Angaben eines Luftwaffensprechers den Überschallknall "über die ganze Flugstrecke quasi vor sich her schieben", war er bis nach Mittelhessen zu hören.

Bereits kurze Zeit später sei das Flugzeug, das auf dem Weg von Rumänien nach Brüssel war, allerdings wieder via Funk erreicht worden, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. "Eine gute Viertelstunde nach dem Start der Eurofighter bestand wieder Kontakt zu dieser zivilen Maschine. Der Pilot hat also seinen Fehler bemerkt und die richtige Frequenz eingestellt."

Dass Funkkontakte von Flugzeugen zum Boden abreißen, kommt der Luftwaffe zufolge in Deutschland jährlich 15 bis 20 Mal vor. Dass ein Notfall vorliege, sei die Ausnahme. In der Regel sei ein Bedienfehler der Besatzung Grund für die Funkstille. (lhe)

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