Festival startet nächste Woche

Interview mit Open-Flair-Chef Alexander Feiertag über das Treffen der Nasen

Ausnahmezustand: In der kommenden Woche beginnt das Open Flair. Für Eschwege bedeutet das fünf Tage Ausnahmezustand. Geschäftsführer Alexander Feiertag sagt im Interview, worüber beim Nasentreffen geredet wird. Foto: Archiv

Im Interview sagt Open-Flair-Chef Alexander Feiertag, worüber beim Nasentreffen geredet wird und spricht vom Festival, das in der nächsten Woche beginnt.

Am Mittwoch kommender Woche beginnt in Eschwege das Open Flair. An fünf Tagen sind auf den Bühnen auf dem Werdchen, im Schlossgarten, rund um das E-Werk und am Werratalsee weit mehr als einhundert Shows zu sehen. 20 000 Zuschauer werden zu dem Festival in der Kreisstadt erwartet. Am Wochenende kamen die Crewleiter zum sogenannten Nasentreffen zusammen und besprachen sich.

Wie viele Nasen hat das Open Flair?

Beim traditionellen Nasentreffen handelt es sich um das Treffen der Crewleiter. Für die Organisation des Festivals gibt es in diesem Jahr 72 verschiedene ehrenamtliche Crews, die für den reibungslosen Ablauf des Festivals sorgen: Die Einlass-Crew, die Müll-Crew, mehrere Backstage-Crews, die „Flair-Schönerungs-Crew“, die Mitarbeiter-Verpflegungs-Crew, die Aufbau-Crew, die Camp-Crew – wie gesagt 72, alle ehrenamtlich. Insgesamt addieren sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter auf über 1700 Leute, die meisten sind über mehrere Jahre dabei.

Am vorletzten Wochenende vor dem Festival bittet der Arbeitskreis Open Flair traditionell zu diesem sogenannten Nasentreffen. Warum heißt das Nasentreffen eigentlich Nasentreffen?

Nasentreffen heißt es – der Name ist mindestens 30 Jahre alt – damit sich die Nasen vor dem Festival mal alle sehen und sich untereinander vernetzen beziehungsweise absprechen und abstimmen können.

Was wird bei der Zusammenkunft der Crewleiter besprochen?

Die meisten sind schon länger dabei, dennoch geht es auch ums Kennenlernen. Besprochen und vorgestellt werden dann die wesentlichen Abläufe des Festivals wie die Running-Order und die jeweiligen organisatorischen Neuerungen, wie in diesem Jahr zum Beispiel die Regelungen im Anreiseverkehr oder zeitweise Sperrung der Brückenstraße. Anschließend haben die Teamleiter Zeit, mit den anderen Teamleitern Detailfragen wie Strom- und Wasseranschlüsse, Zufahrt-Pass-Fragen, Essenszeiten und anderes zu besprechen. Natürlich bleibt anschließend auch Zeit für ein Bier.

Worauf dürfen sich die Besucher ganz besonders freuen? Verraten Sie uns Ihre ganz persönlichen Geheimtipps?

Beim diesjährigen Open Flair gibt es ganz viele Geheimtipps. Es lohnt sich auf alle Fälle, sich vorher mal mit dem Programm zu beschäftigen und in verschiedene Songs reinzuhören – man kann sicher nicht alles sehen und hören, aber jeder kann sich sein individuelles Programm zusammenstellen. Ich persönlich freue mich sehr darüber, dass Madsen in der letzten Minute noch dazugestoßen ist.

Mit den Toten Hosen hat der Arbeitskreis eine Band verpflichtet, die üblicherweise ja nur deutlich größere Festivals bespielt. Wie ist das gelungen?

Wir arbeiten mit Agentur und Management schon lang zusammen, man kennt sich. Die Band, wie auch das Management mögen das Open Flair ... Aber es muss auch passen.

Neben dem Musikprogramm gibt es allerhand andere Dinge zu entdecken. Worauf sollten die Besucher achten?

Neben viel Musik gibt es Kinderprogramm, Kleinkunst, einen Poetry-Slam, den Elektrogarten, die Hofbühne und natürlich Walkacts. Ich denke, neben dem Besuch von Auftritten ist es auch schön, sich im Festivalgeschehen treiben zu lassen und sich von Walkacts, den Illuminationen der Fassaden in Eschwege oder den „Flair-Schönerungs-Objekten“ inspirieren zu lassen.

Die Bemühungen um Müllvermeidung wurden noch mal verstärkt. Wie kommt das bei den Campern an? Wird Greencamping besser als in der Vergangenheit gebucht?

Ja, das Greencamp wächst und wird jedes Jahr größer. Wichtig ist uns aber, mit den Besuchern und Campern zum Thema Müll und Nachhaltigkeit ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam immer besser zu werden. Der erhobene Zeigefinger nutzt nichts. Es geht darum, gemeinsam mit Besuchern Strategien zu entwickeln. Dafür machen wir Angebote. Eines ist zum Beispiel unsere Scavenger Hunt (Schnitzeljagd) die mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit in der Hauptsache ums Camp stattfindet, aber auch unsere Sammel- und Sharing-Angebote gehören dazu.

Sicherheit ist bei Großveranstaltungen dieser Art von zunehmender Bedeutung. Worauf müssen sich die Festivalbesucher einstellen?

Wir sitzen während des Festivals täglich mit allen entsprechenden Behörden und Diensten zum Thema Sicherheit am Tisch. Geplant sind bislang keine Neuerungen, aber es bleibt beim Rucksackverbot auf dem Festivalgelände.

Alexander Feiertag (55) ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Der Geschäftsführer des Arbeitskreises Open Flair gehört von der ersten Stunde an zu den Machern und war maßgeblich an der Entwicklung und am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Neben dem fünftägigen Festival im August veranstaltet der Arbeitskreis während des Jahres Kultur im E-Werk und betreibt die Stadthalle. Feiertag engagiert sich darüber hinaus kommunalpolitisch. Der bekennende Bratwurstfan und Rotwein-Trinker ist Fraktionsvorsitzender der SPD in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung, Vorsitzender der Partei in Eschwege und stellvertretender Vorsitzender im Werra-Meißner-Kreis.

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