Schäferhund in ganz Deutschland im Einsatz

Er findet jeden Geldschein: Homberger Polizeihund erschnüffelt Banknoten

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Sie sind ein eingespieltes Team: Polizist und Hundeführer Harald Schneider mit seinem sechsjährigen Schäferhund Billy. Der Hund kann Geldscheine aufspüren. 

Heroin, Kokain, Amphetamine - Polizeihunde, die Rauschgift anzeigen können, gibt es viele. Was Schäferhund Billy aus Homberg kann, können aber nur wenige: Er erschnüffelt Geld. 

„Er will nur spielen.“ Dieser Satz trifft wohl auf kaum einen anderen Hund so gut zu wie auf Billy. Das ist nämlich die Grundvoraussetzung dafür, dass ein Welpe mal so gut in seinem Job wird, wie der sechsjährige Schäferhund. Billy ist Spürhund bei der Polizei in Homberg – und als einer von nur ganz wenigen Hunden in Hessen ein richtiger Profi darin, wenn es um das Erschnüffeln von Bargeld geht.

Billy rennt über die Wiese der Polizeistation, spielt mit seinem Herrchen Harald Schneider und jagt hinter seinem liebsten Spielzeug her, einem kleinen Gummiball. Für diesen Gummiball würde der Schäferhund alles tun. Auch Rauschgift und Banknoten erschnüffeln. Darin ist Billy ausgebildet. 

Für den sechsjährigen Schäferhund ist der Einsatz bei der Polizei keine Arbeit, sondern jede Menge Spaß. Und das, sagt Hundeführer Harald Schneider, ist das wichtigste für einen Polizeihund. „Der Hund muss die Arbeit machen wollen. Wenn er keinen Spaß hat, sucht er auch nicht.“

Schäferhund Billy ist sechs Jahre alt. Klicken Sie oben rechts auf das Kreuz, um das gesamte Foto zu sehen. 

Elf verschiedene Rauschgiftarten wie Haschisch, Heroin und Kokain kann er anzeigen – oder eben Banknoten. Gelernt hat Billy das bereits als Welpe. In der Grundausbildung werden Duftstoffe wie Amphetamine und Heroin zu dem Spielzeug des Hundes gegeben. Jedes Mal, wenn er etwas findet, erhält er zur Belohnung sein Spielzeug. „Im Prinzip sucht der Hund nach seinem Spielzeug“, erklärt Schneider. Dann muss ihm antrainiert werden, wie er den Beamten kenntlich macht, wenn er etwas gefunden hat.

Billy hat einmal 100.000 Euro gefunden 

Und Billy findet eine Menge: Es vergeht keine Woche, in der die beiden Spürhunde der Polizeidirektion Schwalm-Eder nicht im Einsatz sind, sagt Dienststellenleiter Michael Stuhlmann. 

100.000 Euro konnte der Schäferhund einmal bei einem Einsatz finden. Versteckt war das Schwarzgeld unter einem Kleiderschrank. Das zeigt, dass Kriminelle immer einfallsreicher werden. Die Beamten finden Geld, das in Flüssigkeiten versteckt, in Autos eingebaut und in allen möglichen Leerräume verstaut wird, berichtet Schneider.

Weil es so wenige Hunde gibt, die Geldscheine finden können, haben Harald Schneider und Billy Einsätze in ganz Hessen, in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Dabei funktioniert das suchen nach Geld genau so, wie das nach Sprengstoff und Rauschgift. 

„Banknoten haben gewisse Geruchsbilder"

Die Hunde trainieren mit entwerteten Geldscheinen der Deutschen Bundesbank, mit ganz neuen und solchen, die schon in Gebrauch waren. „Banknoten haben gewisse Geruchsbilder. Die Hunde können sie Filtern“, sagt Schneider. Zwölf Wochen dauert die Grundausbildung, zwei Mal wöchentlich trainiert das eingespielte Team, damit Billy die Gerüche nicht vergisst.

Der Hund lebt in der Familie von Harald Schneider, der neben den Einsätzen normal Streife fährt. Billy ist dabei immer an seiner Seite. 1000 Überstunden hat der 58-Jährige inzwischen angehäuft. Gerade einmal eine Stunde Pflegezeit für seinen Hund wird dem Beamten auf die Arbeitszeit angerechnet. „Da steckt viel Idealismus dahinter“, sagt Schneider, der seit 31 Jahren Hundeführer ist. Billy ist sein sechster Spürhund, in zwei Jahren wird er wohl mit seinem Herrchen in den Ruhestand gehen.

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