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Wegen Trockenheit und Waldbränden: Hessen verstärkt Bemühungen für Klimaschutz

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Von: Constantin Hoppe

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Die Waldbrände der vergangenen Wochen in Hessen zeigen die Auswirkungen des Klimawandels vor unserer Haustür. Das Umweltministerium will die Kommunen nun stärker unterstützen.

Hessen – Die anhaltende Trockenheit und Hitze haben in den vergangenen Wochen zu zahlreichen Waldbränden geführt. Alleine in Hessen mussten nach Angaben des Innenministeriums die Feuerwehren in diesem Jahr bereits zu 180 Waldbränden ausrücken. „Auch wenn die Waldbrand-Saison noch nicht vorbei ist, stellen die Zahlen bereits jetzt einen neuen Negativrekord für Hessen dar“, hieß es dazu.

Deshalb will das hessische Umweltministerium nun tätig werden: Hessen soll nicht nur klimaneutral werden, sondern auch die natürlichen Lebensgrundlagen besser geschützt und gestärkt werden, so die hessische Umweltministerin Priska Hinz. „Die jüngste Hitzeperiode mit der Wasserknappheit und den Waldbränden haben gezeigt, wie notwendig die Bekämpfung der Klimakrise ist“, so Hinz weiter.

Waldbrand
Löscharbeiten der Feuerwehr in einem Waldbrandgebiet. © Sebastian Kahnert/dpa/Symbolbild

Stärkerer Einsatz für den Klimaschutz: Hessisches Umweltministerium erhöht Förderungen für Kommunen

Das Ministerium will deshalb die Kommunen stärker dabei unterstützen, etwas für den Klimaschutz zu tun: Dafür erhalten die Kommunen ab sofort jedes Jahr über 5 Millionen Euro mehr an Fördermitteln. Nach eigenen Angaben hat das hessische Umweltministerium den Fördertopf für Klimaschutzprojekte auf insgesamt 13 Millionen Euro erhöht.

Zudem sei die Nachfrage nach Förderungen laut Ministerium in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Allein in diesem ersten Halbjahr hätte es fast 80 kommunale Projekte gefördert – rund 10 mehr als in den letzten zwei Jahren. Förderungen erhielten unter anderem die nordhessische Gemeinde Kaufungen für ein E-Lastenradverleihsystem und die Gemeinde Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis für den Ausbau von Fotovoltaikanlagen in Betrieben.

Waldbrände und der Klimaschutz: Trauriger Negativrekord für Hessen

Bei den diesjährigen Waldbränden waren bislang rund 125 Hektar Wald betroffen – eine Fläche anderthalbmal so groß wie der Langener Waldsees im Kreis Offenbach. Auch das ist ein trauriger Negativrekord. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 gab es in ganz Hessen 29 Waldbrände, die einer Fläche von insgesamt etwa drei Hektar betrafen. Selbst im waldbrandreichen Jahr 2018 gab es über die gesamte Waldbrandsaison 139 Waldbrände mit einer Gesamtfläche von 16,2 Hektar. (con mit dpa)

Am Samstag brach ein Waldbrand bei Münster (Kreis Darmstadt-Dieburg) aus – eine Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen.

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