Vogelsterben

Hessen: Blaumeisen sterben an Lungenentzündung

Blaumeise
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Eine Blaumeise (Cyanistes caeruleus) sitzt in einem Garten auf einem Ast.

Hessen: In den toten Blaumeisen wurden Hinweise auf eine Infektion durch Bakterien gefunden. Experten empfehlen den Abbau von Futterstellen.

  • Seit einigen Wochen werden in Hessen vermehrt tote Blaumeisen gefunden
  • Nun wurde eine Lungenentzündung als Ursache für das Meisensterben festgestellt
  • Experten raten zur Vorsicht beim Anfassen der erkrankten Vögel

Hessens Vogelfreunde sind in Sorge. Seit einigen Wochen finden sie vermehrt tote Meisen. „Die Tiere fielen zuvor meist durch unspezifische Krankheitssymptome wie Apathie, Abmagerung, aufgeplustertes Gefieder oder Verlust der natürlichen Scheu vor dem Menschen auf“, teilt der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor mit. Die Mitarbeiter haben viele verstorbene Blaumeisen und auch einzelne andere tote Singvögel untersucht.

Ursache für tote Blaumeisen entdeckt - Experten raten zu Vorsicht

Wie die Obduktionen ergaben, sind vorwiegend männliche Blaumeisen betroffen. Sie litten an Entzündungen der Lungen und des Darms. Zu finden waren in den toten Tieren ausschließlich Suttonella-Bakterien. Ebenfalls in Frage kommende Erreger wie Vogelgrippe-, West-Nil- und Usutuviren, Salmonellen oder Endoparasiten waren hingegen nicht nachweisbar.

Meisensterben aufgrund von Infektion mit Bakterien - Vorsicht beim Anfassen toter Blaumeisen 

Wie die Experten weiter herausfanden, sind neben Blaumeisen (80 Prozent), Tannen-, Schwanz- und Kohlmeisen auch Heckenbraunellen betroffen. Insgesamt fand der Landesbetrieb die Bakterien bei 23 der insgesamt 46 eingesandten Singvögel; sie stammten aus den Landkreisen Limburg-Weilburg, Lahn-Dill, Vogelsberg, Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder, Main-Taunus, Fulda und Werra-Meißner. Menschen und andere Tiere sind laut der Landesbehörde nicht gefährdet. Gleichwohl sollte man erkrankte oder tote Vögel nur mit Einweghandschuhen anfassen.

Der Naturschutzbund (Nabu) empfiehlt, in betroffenen Gärten Futter- und Badestellen umgehend abzubauen, damit Vögel sich weniger leicht gegenseitig anstecken können.

Von Jutta Rippegather

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