Massenschlägerei, Lage weiter unübersichtlich

Großeinsatz in Zeltstadt Calden: Flüchtlinge verschanzen sich

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Großeinsatz in der Zeltstadt Calden, die als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge genutzt wird. Hier kam es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung.

Calden. Bei einer stundenlangen Massenschlägerei in der Zeltstadt Calden sind mindestens neun Menschen verletzt worden. Die Polizei ist weiter mit einem Großaufgebot vor Ort.

Ein Großteil der Flüchtlinge in der Caldener Zeltstadt musste am Abend das Lager verlassen. Drinnen sollen sich weiter 250 Bewohner verschanzt haben. Die Presse hat keinen Zutritt. Die Polizei ist derzeit mit mehreren Dutzend Personen im Einsatz. Die Lage ist unübersichtlich und nicht unter Kontrolle.

Die Polizei ist weiter mit einem Großaufgebot vor Ort.

Nach ersten Informationen geriet ein Security-Mitarbeiter während der Essensausgabe am Sonntag gegen 14.30 Uhr in Streit mit Flüchtlingen. Der Security-Mann soll einen Albaner zurückgedrängt haben, ohne ihn vorher anzusprechen, berichteten weitere Flüchtlinge. Zunächst sollen fünf Albaner ihrem Landsmann zu Hilfe gekommen sein, weitere 40 kamen auf der Gegenseite zusammen. Es kam zu einer Massenschlägerei mehrerer Volksgruppen. Mehrere Hundert Personen sollen beteiligt gewesen sein. Außerdem wurden Stöcke eingesetzt und Gegenstände, die man werfen kann.

Die Polizei musste mit zahlreichen Einsatzkräften in der Zeltstadt eingreifen, wie ein Sprecher auf HNA-Anfrage mitteilte. Vor der Zeltstadt am alten Caldener Flughafen waren am Abend fast 20 Polizeifahrzeuge aufgefahren, nachdem am Nachmittag schon der Rettungshubschrauber sowie zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz waren.

Zuletzt aktualisiert um 20.10 Uhr. 

Die Polizei konnte die Situation zunächst befrieden und die beiden streitenden Gruppen trennen. Eine Polizeikette schirmte die Kantinen-Halle, in der sich ein Teil der Beteiligten befand ab, Angehörige der anderen Gruppe warteten draußen. Als sich kurz vor 18 Uhr die Lage zu entspannen schien und zahlreiche Flüchtlinge in die Halle zurückkehrten, kam es zu einem Reizgaseinsatz gegen Polizisten.

Dabei wurden mehrere Flüchtlinge und offenbar ein Polizist verletzt. Die Polizei nahm mehrere Personen fest. Außerdem fuhren erneut Notarztwagen vor. Die Polizei rüstete inzwischen mit Schlagstöcken auf und begaben sich in die Aufnahmeeinrichtung.

Etwa 150 Flüchtlinge befanden sich zwischenzeitlich vor dem Gelände vor der Zeltstadt, mit ihnen durfte aber laut Polizei nicht gesprochen werden.

Alle hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen werden von der Firma Pond Security gesichert. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab. Auch eine Stellungnahme des Caldener Bürgermeisters steht noch aus.  

Erst vor kurzem haben sich in der Zeltstadt mehrere Asylsuchende gegenseitig mit Reizgas attackiert. 60 Personen waren verletzt worden.

Nach letzten Informationen sind im Erstaufnahmelager des Landes Hessen auf dem alten Flugplatz-Gelände in Calden über 1500 Flüchtlinge aus rund 20 Nationen untergebracht. Seit dem Einzug der Flüchtlinge sind Polizeieinsätze quasi an der Tagesordnung, wie ein Sprecher des Regierungspräsidiums kürzlich einräumte, meistens handele es sich dabei um körperliche Auseinandersetzungen und Diebstahlsdelikte.

Kartenansicht: Zeltstadt Calden am Flughafen

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